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Microdermabrasion – Behandlung, Wirkung und Risiken

Was ist eine Microdermabrasion?

Bei der schmerzfreien Methode trägt der Dermatologe oder die Kosmetikerin die oberste Hautschicht mit einem speziellen Poliergerät ab, um abgestorbene Hautzellen und Verhornungen zu entfernen. Das Verfahren kommt ohne den Zusatz von chemischen Wirkstoffen aus. Durch das Mikropeeling können im Anschluss pflegende Wirkstoffe besser von der Haut aufgenommen werden. Außerdem werden dank des mechanischen Peelings Durchblutung, Zellerneuerung und Kollagenbildung erhöht. 

Gut zu wissen:

  • Dauer: Je nach Bedarf ca. 60  bis 90 Minuten inkl. Vor- und Nachbehandlung
  • Regelmäßigkeit: Anfangs wöchentlich, später monatlich
  • Kosten: Je nach Bedarf zwischen ca. 80 und 150 Euro
  • Risiken: Rötung, Einblutung, Infektion, Entzündung, Narben bei extrem sensibler Haut oder unsachgemäßer Anwendung
  • Behandlung: zuhause und/oder beim Arzt

So funktioniert eine Microdermabrasion-Behandlung

So geht’s step-by-step:

1. Nach dem Beratungsgespräch und der Hautanalyse beim Dermatologen wird die Haut gereinigt und entfettet.
2. Anschließend startet die Microdermabrasion, indem der passende Peelingaufsatz in Kreisbewegungen über die Haut geführt wird. So verteilen sich kleine Mikrokristalle (meist feinster Kristallsand oder Diamantstaub) über den Schleifaufsatz dank Druckluft mit hoher Geschwindigkeit auf der Haut, um die oberen Zellen zu lösen. Eine Vakuumpumpe saugt parallel die abgestorbenen Schuppen zusammen mit den Kristallen in wiederkehrendem Rhythmus ab. Die Anwendungsweise lässt sich individuell anpassen, je nach variabler Vakuumstärke, Behandlungstempo, Menge und Intensität der Kristalle und Anzahl der Schleif- bzw. Saugprozesse.
3. Zuletzt wird die Haut nochmals gereinigt und pflegende Wirkstoffe einmassiert. 

Ergebnisse und Wirkung: Für wen eignet sich das Mikro-Peeling?

Allgemein ist das Mikropeeling für jeden Hauttyp geeignet, um ein verbessertes und ebenes Hautbild zu erzielen. Extrem empfindlichen Typen sowie Menschen mit chronischen, entzündlichen Hautkrankheiten wie starker Akne und Neurodermitis oder mit frischen Narben ist jedoch von dem Verfahren abzuraten.  

Vor- und Nachteile: Hat die Microdermabrasion neben Vorteilen auch Risiken?

Vorteile

  • Sanftes Beseitigen von Hautunreinheiten und abgestorbene Zellen
  • Ebenmäßiges Hautbild mit feinen Poren und elastischer Oberfläche
  • Minimierung flacher Narben oder Pigmentstörungen 
  • Reduktion der Faltentiefe
  • Verfahren ohne chemische Wirkstoffe

Nachteile

  • Anfangs: Rötungen oder kleine Hautblutungen (sehr selten)
  • Falsche Anwendung: Risiko von Infektionen, Entzündungen oder Narbenbildung durch mangelnde Hygiene oder falschem Geräteeinsatz
  • Extraschutz: Danach die behandelte, sensible Haut vor UV-Strahlen schützen und einen Lichtschutzfaktor anwenden, um Pigmentstörungen zu vermeiden
  • No-Go: Auch auf Sauna- und Solariumbesuche, Sport und reizende Pflegeprodukte in den folgenden zwei bis vier Wochen verzichten

Anwendungs-Tipps: Zuhause oder beim Hautarzt?

  • Microdermabrasion zuhause: Diese Geräte machen’s möglich
    Egal, welches Gerät dein Favorit ist: Vor dem Einsatz muss die Haut gründlich gereinigt werden. Während des Micropeelings bitte Augen- und Lippenpartie aussparen, da die Haut hier sehr empfindlich ist. Zum Schluss auch bei der Behandlung zuhause ein Serum, eine Pflegecreme oder auch Maske auftragen, um den Effekt auf die Haut zu verstärken. Die Palette an Produkten zur Microdermabrasion ist groß und beinhaltet sämtliche Preiskategorien von ca. 20 bis 200 Euro. Wer solch ein mechanisches Peeling zuhause selber machen möchte, findet im Handel meist Geräte mit Diamantaufsatz. Hochwertige Tools bieten oft drei bis fünf Geschwindigkeitsstufen und verschiedene Schleifaufsätze.
  • Welcher Arzt ist der richtige?
    Generell kann die Microdermabrasion vom Hautarzt als auch von der qualifizierten Kosmetikerin durchgeführt werden. Im Kosmetiksalon wird das Mikropeeling allerdings oft oberflächlicher umgesetzt. Wichtig: Vorab sollte beim Dermatologen immer eine Hautanalyse gemacht werden.

Was ist der Unterschied zwischen Microdermabrasion und Microneedling?

Beim Microneedling kommt im Gegensatz zur Microdermabrasion kein Poliergerät, sondern eine Walze (Dermaroller) oder vibrierender Stift (Derma-Pen) zum Einsatz, die mit vielen kleinen, feinen Nadeln versehen sind. Damit wird während der Behandlung (ca. 30 bis 60 Minuten) mehrmals über die Haut gerollt, um Falten zu minimieren und die Haut zu regenerieren. Die Technik setzt dabei auf die körpereigenen Wundheilungsprozesse, die beim Microneedling durch die kleinen Einstiche bzw. Verletzungen zum Tragen kommen. Botenstoffe und Wachstumsfaktoren sorgen dafür, dass Kollagen, Elastin und Hyaluronsäure produziert werden und die Haut straffen.

Aber: Das Verfahren wird zwar sowohl beim Hautarzt als auch bei der Kosmetikerin angeboten, jedoch ist es erst richtig effektiv, wenn die Nadeln tiefer in die Haut eindringen. Bei kosmetischen Microneedlings dringen die Nadeln aber nur ca. 0,1 bis 0,3 Millimeter in die Haut ein. Somit wird nur die oberste Schicht bearbeitet, was die Kollagenproduktion weniger stark stimuliert. Wird allerdings bei der medizinischen Nadelbehandlung ab ca. 0,5 Millimeter Tiefe die Lederhaut erreicht, können Lachfalten oder Stirnfalten gemildert werden. Hautärzte nutzen einen noch stärkeren Effekt sogar meist auch mit einer Nadellänge ab ca. ein bis drei Millimeter. So wird mehr Kollagen hergestellt und die Zellerneuerung intensiver angeregt.

Auch das Erscheinungsbild von Narben kann reduziert werden. Eine betäubende Creme soll vorab vor möglichen Schmerzen während der tiefergehenden Behandlung bewahren. Aufgrund der Nadellänge kann es bei dieser Variante auch zu kleinen Blutungen kommen. 

Gut zu wissen:
- Das medizinische Microneedling kann sowohl beim Arzt als auch im Kosmetiksalon umgesetzt werden.
- Die Kosten dafür starten ab ca. 150 Euro.

Achtung:
- UV-Schutz nach dem Microneedling nicht vergessen. Daher am besten die mehrmonatigen Behandlungstermine in den Herbst oder Winter legen.
- Bei trockenem Teint, Hautkrankheiten, Wundheilungsstörungen oder von Akne betroffener Haut ist vom Microneedling abzuraten.

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