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Medellin: Von der Drogen-Metropole zum Urlaubs-Hotspot

  • Veröffentlicht: 29.01.2023
  • 19:45 Uhr
  • Sven Hasselberg

In den vergangenen Jahren hat sich die Stadt Medellin herausgeputzt. Die kolumbianische Metropole, einst Zentrum des Medellin-Kartells, empfängt Globetrotter:innen aus aller Welt. Wir zeigen dir, was die einstige Drogenhölle heute alles zu bieten hat.

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Das Wichtigste zum Thema Medellin

  • Medellin ist die zweitgrößte Stadt Kolumbiens und liegt im Nordwesten des Landes. Auf gut 380 Quadratkilometern leben über 2,5 Millionen Einwohner:innen. In der gesamten Metropol-Region wohnen sogar über 3,9 Millionen Menschen. Zum Vergleich: Berlin hat 3,79 Millionen Einwohner:.

  • In den 80er-Jahren galt die Stadt wegen des berüchtigten Medellin-Kartells als Drogenhochburg. Die Kriminalität florierte und machte Medellin 1991 zur "Murder Capital of the World" ("Hauptstadt des Mordes").

  • Seit etwa 15 Jahren versucht die Verwaltung mit Sozialprojekten und Städtebau, Medellin in ein Touristen-Ziel zu verwandeln. Wir erklären dir den Wandel und geben Tipps, was du nicht verpassen solltest.

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Medellin: Von der Drogen-Metropole zum Urlaubs-Hotspot

Metrocable: Fünf Seilbahn-Linien verbinden verschiedene Stadtteile miteinander. Sie prägen das Stadtbild und fahren auch über die Favelas. Die sechste ging 2020 in Betrieb. 2004 startete die erste Gondel, seitdem transportieren die Seilbahnen täglich rund 30.000 Menschen.
Metrocable: Fünf Seilbahn-Linien verbinden verschiedene Stadtteile miteinander. Sie prägen das Stadtbild und fahren auch über die Favelas. Die sechste ging 2020 in Betrieb. 2004 startete die erste Gondel, seitdem transportieren die Seilbahnen täglich rund 30.000 Menschen.© Getty Images
Arvi Park: Nordwestlich liegt das Naturschutzgebiet, das ebenfalls mit den Seilbahnen erreichbar ist. Auf den insgesamt 16.000 Hektar befindet sich auch eine archäologische Ausgrabungsstelle. Fast 90 Kilometer Wanderwege durchziehen den Park.
Arvi Park: Nordwestlich liegt das Naturschutzgebiet, das ebenfalls mit den Seilbahnen erreichbar ist. Auf den insgesamt 16.000 Hektar befindet sich auch eine archäologische Ausgrabungsstelle. Fast 90 Kilometer Wanderwege durchziehen den Park.© Getty Images
Die längste Freiluft-Rolltreppe der Welt: Erbaut im Jahr 2011, ersparen die 384 Meter rollenden Stufen den Bewohnern im Stadtteil "Comuna 13" das Treppensteigen. Früher mussten sie eine Höhe von 28 Stockwerken erklimmen, um ihre am Hang der Favela liegenden Häuser zu erreichen. Heute dauert die Fahrt sechs Minuten.
Die längste Freiluft-Rolltreppe der Welt: Erbaut im Jahr 2011, ersparen die 384 Meter rollenden Stufen den Bewohnern im Stadtteil "Comuna 13" das Treppensteigen. Früher mussten sie eine Höhe von 28 Stockwerken erklimmen, um ihre am Hang der Favela liegenden Häuser zu erreichen. Heute dauert die Fahrt sechs Minuten.© picture alliance / Photoshot
Plaza Botero: Benannt nach einem der berühmtesten Söhne Medellins, dem Künstler Fernando Botero, liegt der Platz direkt in der Altstadt. Auf 7.000 Quadratmetern stehen hier 23 der typisch fülligen Statuen Boteros.
Plaza Botero: Benannt nach einem der berühmtesten Söhne Medellins, dem Künstler Fernando Botero, liegt der Platz direkt in der Altstadt. Auf 7.000 Quadratmetern stehen hier 23 der typisch fülligen Statuen Boteros.© picture alliance/imageBROKER
Museo de Antioquia:  Auch bekannt als "Museo y Biblioteca de Zea", liegt es an der Stirnseite des Plaza Botero. Hier findest du noch mehr Skulpturen und Gemälde von Botero und seines Kollegen Pedro Nel Gomez.
Museo de Antioquia: Auch bekannt als "Museo y Biblioteca de Zea", liegt es an der Stirnseite des Plaza Botero. Hier findest du noch mehr Skulpturen und Gemälde von Botero und seines Kollegen Pedro Nel Gomez.© picture alliance / Christian Kober/robertharding
Jardin Botanico: Der Botanische Garten liegt mitten in der Stadt und beherbergt neben einem Schmetterlingshaus auch Leguane, Vögel, unzählige Pflanzen und natürlich eine Sammlung von Kolumbiens Nationalblumen, den Orchideen. Der Eintritt ist kostenlos. Auf einigen Wiesen darf man picknicken.
Jardin Botanico: Der Botanische Garten liegt mitten in der Stadt und beherbergt neben einem Schmetterlingshaus auch Leguane, Vögel, unzählige Pflanzen und natürlich eine Sammlung von Kolumbiens Nationalblumen, den Orchideen. Der Eintritt ist kostenlos. Auf einigen Wiesen darf man picknicken.© picture alliance / NurPhoto
Die neuromanische Basilika des Erzbistums besteht aus Lehmziegeln und ist 53 Meter hoch. Die Fläche beträgt 5.000 Quadratmeter. 1890 wurde mit dem imposanten Sakralbau begonnen, fertiggestellt wurde er 1931 und liegt am Parque de Bolivar.
Die neuromanische Basilika des Erzbistums besteht aus Lehmziegeln und ist 53 Meter hoch. Die Fläche beträgt 5.000 Quadratmeter. 1890 wurde mit dem imposanten Sakralbau begonnen, fertiggestellt wurde er 1931 und liegt am Parque de Bolivar.© Getty Images
Der volle Name lautet "Planetario Municipal Jesús Emilio Ramírez González". 1984 war es das erste computergesteuerte Planetarium Südamerikas. Außerdem beherbergt das Anwesen ein Museum und eine Bibliothek.
Der volle Name lautet "Planetario Municipal Jesús Emilio Ramírez González". 1984 war es das erste computergesteuerte Planetarium Südamerikas. Außerdem beherbergt das Anwesen ein Museum und eine Bibliothek.© Getty Images
Science-Freaks können hier mehr als 300 interaktive Experimente selbst durchführen. In den vier roten Würfel-Gebäuden von Architekt Alejandro Echeverri befinden sich die Technikräume. Außerdem besitzt der Parque Explora das größte Süßwasser-Aquarium Lateinamerikas. Insgesamt hat das Wissenschaftsmuseum eine Ausstellungsfläche von 15.000 Quadratkilometern.
Science-Freaks können hier mehr als 300 interaktive Experimente selbst durchführen. In den vier roten Würfel-Gebäuden von Architekt Alejandro Echeverri befinden sich die Technikräume. Außerdem besitzt der Parque Explora das größte Süßwasser-Aquarium Lateinamerikas. Insgesamt hat das Wissenschaftsmuseum eine Ausstellungsfläche von 15.000 Quadratkilometern.© picture-alliance/ dpa
Seit 1957 ziehen jedes Jahr im August Paraden bei diesem Blumenfestival durch die Straßen. Bauern huldigen den schönsten Blumen der Umgebung mit wagenradgroßen Gestecken. Die sogenannte Blumenmesse wird zehn Tage lang von Konzerten und Gastro-Events begleitet.
Seit 1957 ziehen jedes Jahr im August Paraden bei diesem Blumenfestival durch die Straßen. Bauern huldigen den schönsten Blumen der Umgebung mit wagenradgroßen Gestecken. Die sogenannte Blumenmesse wird zehn Tage lang von Konzerten und Gastro-Events begleitet.© picture alliance / imageBROKER
Im Winter wartet ein weiteres Highlight. Die ganze Stadt erstrahlt zur Weihnachtszeit dank Millionen bunter Lichter. Häuser werden angestrahlt, Skulpturen erleuchtet, selbst der gleichnamige Fluss "Rio Medellin" ist in buntes Licht getaucht.
Im Winter wartet ein weiteres Highlight. Die ganze Stadt erstrahlt zur Weihnachtszeit dank Millionen bunter Lichter. Häuser werden angestrahlt, Skulpturen erleuchtet, selbst der gleichnamige Fluss "Rio Medellin" ist in buntes Licht getaucht.© Getty Images
Metrocable: Fünf Seilbahn-Linien verbinden verschiedene Stadtteile miteinander. Sie prägen das Stadtbild und fahren auch über die Favelas. Die sechste ging 2020 in Betrieb. 2004 startete die erste Gondel, seitdem transportieren die Seilbahnen täglich rund 30.000 Menschen.
Arvi Park: Nordwestlich liegt das Naturschutzgebiet, das ebenfalls mit den Seilbahnen erreichbar ist. Auf den insgesamt 16.000 Hektar befindet sich auch eine archäologische Ausgrabungsstelle. Fast 90 Kilometer Wanderwege durchziehen den Park.
Die längste Freiluft-Rolltreppe der Welt: Erbaut im Jahr 2011, ersparen die 384 Meter rollenden Stufen den Bewohnern im Stadtteil "Comuna 13" das Treppensteigen. Früher mussten sie eine Höhe von 28 Stockwerken erklimmen, um ihre am Hang der Favela liegenden Häuser zu erreichen. Heute dauert die Fahrt sechs Minuten.
Plaza Botero: Benannt nach einem der berühmtesten Söhne Medellins, dem Künstler Fernando Botero, liegt der Platz direkt in der Altstadt. Auf 7.000 Quadratmetern stehen hier 23 der typisch fülligen Statuen Boteros.
Museo de Antioquia:  Auch bekannt als "Museo y Biblioteca de Zea", liegt es an der Stirnseite des Plaza Botero. Hier findest du noch mehr Skulpturen und Gemälde von Botero und seines Kollegen Pedro Nel Gomez.
Jardin Botanico: Der Botanische Garten liegt mitten in der Stadt und beherbergt neben einem Schmetterlingshaus auch Leguane, Vögel, unzählige Pflanzen und natürlich eine Sammlung von Kolumbiens Nationalblumen, den Orchideen. Der Eintritt ist kostenlos. Auf einigen Wiesen darf man picknicken.
Die neuromanische Basilika des Erzbistums besteht aus Lehmziegeln und ist 53 Meter hoch. Die Fläche beträgt 5.000 Quadratmeter. 1890 wurde mit dem imposanten Sakralbau begonnen, fertiggestellt wurde er 1931 und liegt am Parque de Bolivar.
Der volle Name lautet "Planetario Municipal Jesús Emilio Ramírez González". 1984 war es das erste computergesteuerte Planetarium Südamerikas. Außerdem beherbergt das Anwesen ein Museum und eine Bibliothek.
Science-Freaks können hier mehr als 300 interaktive Experimente selbst durchführen. In den vier roten Würfel-Gebäuden von Architekt Alejandro Echeverri befinden sich die Technikräume. Außerdem besitzt der Parque Explora das größte Süßwasser-Aquarium Lateinamerikas. Insgesamt hat das Wissenschaftsmuseum eine Ausstellungsfläche von 15.000 Quadratkilometern.
Seit 1957 ziehen jedes Jahr im August Paraden bei diesem Blumenfestival durch die Straßen. Bauern huldigen den schönsten Blumen der Umgebung mit wagenradgroßen Gestecken. Die sogenannte Blumenmesse wird zehn Tage lang von Konzerten und Gastro-Events begleitet.
Im Winter wartet ein weiteres Highlight. Die ganze Stadt erstrahlt zur Weihnachtszeit dank Millionen bunter Lichter. Häuser werden angestrahlt, Skulpturen erleuchtet, selbst der gleichnamige Fluss "Rio Medellin" ist in buntes Licht getaucht.

Ein Musterschüler mit krimineller Vergangenheit

In den 80er-Jahren hatte Drogenboss Pablo Escobar ganz Kolumbien fest in seiner Hand. Schaltzentrale seiner Macht war Medellin, deshalb trug seine Bande auch den Namen Medellin-Kartell. Es soll weltweit für 80 Prozent des Kokainhandels verantwortlich gewesen sein.

Eine Kriminalitätswelle überschwemmte die Stadt - Escobar führte ein wahres Terror-Regime. 1991 galt Medellin als "Murder Capital of the World". Täglich sollen hier 17 Morde begangen worden sein. 1993 wurde der Drogenboss dann selbst bei einer Razzia auf einem Dach erschossen.

An die Gräueltaten des Medellin-Kartells erinnert auch der ehemalige Landsitz von Pablo Escobar. Es ist inzwischen ein Museum und eine Gedenkstätte.
An die Gräueltaten des Medellin-Kartells erinnert auch der ehemalige Landsitz von Pablo Escobar. Es ist inzwischen ein Museum und eine Gedenkstätte.© imago images/imagebroker

Nach Escobars Tod übernahmen andere das illegale Geschäft. In Kolumbien herrschte schon seit den 60er-Jahren Bürgerkrieg. Das Militär, rechte paramilitärische Gruppen und linke Guerillas bekämpften sich. In diesem rechtsfreien Raum blühten Drogenhandel und Kriminalität. Ein Waffenstillstand konnte erst 2016 geschlossen werden. Auch der ist immer noch brüchig.

Ab 2004 begann ein neues Zeitalter für Medellin. Die Stadt startete Sozialprojekte, investierte massiv in Schulen, Bibliotheken, Parks, Kulturstätten und Sportanlagen. Das Leben der Menschen in den Armenvierteln sollte sich verbessern. Der soziale Städtebau schaffte auch Verkehrs-Verbindungen in die Problemviertel.

Medellins Favelas haben sich gewandelt. Immer mehr Touristen interessieren sich für die früheren Problemviertel und kommen hier hier - zum Beispiel zu einer Street-Art-Tour.
Medellins Favelas haben sich gewandelt. Immer mehr Touristen interessieren sich für die früheren Problemviertel und kommen hier hier - zum Beispiel zu einer Street-Art-Tour.© imago images/VWPics

Heute besuchen viele Touristen Medellin. Und seit der Netflix-Serie "Narcos", die vom Leben Escobars handelt, kommen immer mehr Neugierige. Der tote Drogenkönig lockt sensationsgierige Schaulustige. Spezielle Stadt-Touren folgen seinen Spuren. Doch Medellin hat viel mehr zu bieten. Einige Fun-Facts findest du unten.

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7 Fun-Facts über Medellin

🦛 Flusspferde: Nach dem Tod von Drogenboss Pablo Escobar wurden viele der Tiere aus seinem Privat-Zoo geklaut oder in andere Zoos gebracht. Seine vier Flusspferde machten sich selbstständig und vermehrten sich in den umliegenden Gewässern. Die nicht heimische Tierart ist mittlerweile auf 80 bis 100 Wild-Exemplare angewachsen.

Kaffee: Ihren ersten Wohlstand verdankt die Stadt um 1880 dem Kaffee. Kolumbiens Kaffee-Anbauregion, die Kaffee-Achse, liegt noch heute unweit der Metropole.

🎨 Street Art: Medellin ist besonders für seine Straßenkunst bekannt. Im Favela-Viertel "Comuna 13", das einst als besonders gefährlich galt, gibt es heute viele Graffitis. Oft zieren sie ganze Häuser und sind mittlerweile zum Touristenmagneten geworden.

👗 Mode: Die "Colombiamoda" ist nicht nur die größte Modemesse des Landes, sondern gilt auch als Fashion-Hotspot Lateinamerikas, bei dem sich junge Designer:innen im Wettbewerb beweisen.

🏆 Sieger: Das Wall Street Journal und das Urban Land Institute ernannten Medellin 2012 zur "Innovativsten Stadt der Welt". Die Vereinten Nationen beschlossen 2014, die Konferenz "World Urban Forum" zur Zukunft der Städte hier zu veranstalten.

🌡 Klima: Medellin trägt den Beinamen "Stadt des ewigen Frühlings" - dank des ganzjährig tropischen Klimas. Die Durchschnittstemperatur liegt am Tag bei 21 bis 22 Grad und nachts bei acht Grad. Allerdings regnet es auch viel: 125 Tage im Jahr, bei gut fünf Sonnenstunden täglich.

🎼 Popsong: Die Sängerin Madonna nahm mit dem kolumbianischen Reggaeton-Sänger Maluma 2019 den Titel "Medellin" für ihr Album "Madame X" auf. Das gut fünf Minuten lange Lied in Englisch und Spanisch mit seine Cha-Cha-Rhythmen erreichte Platz eins der Billboard Dance Club Songs. International wurde der Song kein Erfolg. Das Video siehst du unten.

Cha-Cha mit Madonna

Hier siehst du das Video "Medellin" von Madonna und Maluma

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