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Seeungeheuer

Globster: Das steckt hinter den glibberigen Kadavern aus dem Meer

  • Veröffentlicht: 31.05.2024
  • 05:00 Uhr
  • Carina Neumann-Mahlkau
Das "Florida Monster" war einer der ersten Globster, die Geschichte schrieben.
Das "Florida Monster" war einer der ersten Globster, die Geschichte schrieben.© Verrill, A.E. (1897), Public Domain

Um Globster, auch "Blobs" genannt, ranken sich viele Mythen: Werden hier die Körper von Seeungeheuern an die Küsten gespült? Was wirklich dahinter steckt und welche Erklärungen die Wissenschaft für das rätselhafte Phänomen hat.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Globster sind bizarre organische Massen, die rund um den Globus immer wieder an den Küsten stranden.

  • Der Name geht auf das englische Wort "Glob" für "Klumpen" zurück – eine Schöpfung des britischen Krypto-Zoologen Ivan T. Sanderson aus dem Jahr 1962.

  • Die unförmigen Klumpen werden auch "Blobs" genannt. Teils haben sie Art Pelz, sind mehrere Meter groß und einige Tonnen schwer.

  • Seit Jahrhunderten beflügeln sie die Phantasie der Menschen. Sind es Seeungeheuer oder gar außerirdische Wesen? Die wissenschaftliche Antwort ist eher ernüchternd.

Inhalt

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Was sind Globster? Das sagt die Wissenschaft

Globster sind skurrile Erscheinungen: Riesengroße, teils haarige Massen mit gummiartigem Fleisch sorgen an den Küsten immer wieder für Spekulationen.

Sind es Seeungeheuer, bisher unentdeckte Spezies, Urzeitwesen, die in der Tiefsee oder im Eis überlebten - oder gar Außerirdische?

Vor allem in der Vergangenheit waren die Theorien hierzu zahlreich und wild. So trugen Globster sagenumwobene Namen wie "Das Monster von Sankt Augustine" (1896).

Erst in den vergangenen Jahrzehnten war die Wissenschaft weit genug, Globster durch Analysen als das zu identifizieren, was sie tatsächlich sind.

Im Video: Superwesen Blob begeisert Paris

Nämlich die Überreste verstorbener Meeresgiganten wie Wale, Riesenhaie. Walhaie und Co. In den allermeisten Fällen handelt es sich um die toten Körper von Walen.

Das bizarre Aussehen entsteht etwa dadurch, dass die dicke Walhaut und der Walblubber (also die dicke Fettschicht) besonders beständig sind und andere Körperteile überdauern.

So türmen sich diese Schichten an den Stränden als unförmige, gesichtslose Massen auf. Blutleere, verwesende Muskelstränge fransen aus und können wie weißes Fell erscheinen.

Das "Seeungeheuer von Tasmanien" machte 1962 als erster Globster medial Furore. Die Australier:innen nahmen es mit Humor - sie nannten es "Das gruseligste Omelette der Welt".
Das "Seeungeheuer von Tasmanien" machte 1962 als erster Globster medial Furore. Die Australier:innen nahmen es mit Humor - sie nannten es "Das gruseligste Omelette der Welt".© The Mercury March 9, 1962, Public Domain

Globster-Fieber: Boom der "Krypto-Zoologie"

In Zeiten, in denen wissenschaftliche Analysen die vermeintlichen Seeungeheuer noch nicht als angeschwemmte Walkadaver entzaubern konnten, boomte die sogenannte Krypto-Zoologie. Diese heute als Pseudowissenschaft angesehene Lehre befasst sich mit Tierarten, für deren Existenz es keine bis zweifelhafte Beweise gibt. Die vermeintlichen Seeungeheuer spielten in der Krypto-Zoologie teils ähnlich prägnante Rollen wie das Monster von Loch Ness, der Yeti oder Werwölfe

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In den 60er-Jahren entfachte medial erstmals das "Globster-Fieber", nachdem in Tasmanien ein gigantischer, haariger Klumpen angespült wurde - zu sehen im Video unten. Der britische Krypto-Zoologe Ivan T. Sanderson schuf damals den Begriff Globster, der Schlagzeilen machte und sich bis heute hält.

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Berühmte Globster der Geschichte

Welche Globster in die Geschichte eingingen, für welche Wesen sie gehalten wurden - und was sie wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge wirklich waren. Teils wurden konservierte Gewebeproben erst Jahrzehnte später genau identifiziert.  Ähnlich wie bei alten Cold Cases konnten sie dank moderner Wissenschaft rückblickend doch noch ausgewertet werden.

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Stronsay Beast, 1808, Grönland

1808 wurde das "Stronsay Beast", wie es nach seinem Fundort benannt wurde, in einer Skizze festgehalten.
1808 wurde das "Stronsay Beast", wie es nach seinem Fundort benannt wurde, in einer Skizze festgehalten.© Alexander Gibson, Public Domain

Im Jahr 1808 tauchte ein 16 Meter langes Wesen an der Küste des schottischen Stronsays auf. Es wurde als schlangenähnliche Kreatur mit einer Zottelmähne beschrieben. Die Natural History Society Edinburghs konnte das Wesen keiner der bis dato bekannten Spezies zuordnen. Somit wurde damals eine "neue Art" entdeckt - die sogenannte Pontoppidan Seeschlange. Noch im selben Jahrhundert wurde die vermeintliche Schlange durch anatomische Untersuchungen als Überreste eines Riesenhais identifiziert.

Das Monster von St. Augustine, 1896, Florida

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© Historic Library, Public Domain

Die Bewohner:innen des Städtchens St. Augustine trauten im Jahr 1896 ihren Augen nicht, als eine unförmige Masse an den Strand gespült wurde. Da sie mehrere Auswüchse hatte, wurde sie fälschlicherweise für den Körper eines Riesenkraken gehalten. Die acht Arme mussten demnach bereits abgefallen sein. Rund ein Jahrhundert später, im Jahr 1995, entpuppte sich der Krake dank biochemischer Untersuchungen als Walblubber. So wird die dicke Fettschicht genannt, die sich unter der Haut der Wale befindet. 

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Globster von Chile und den Philippinen

Auch heutzutage machen Globster noch Schlagzeilen. Allerdings werden sie nun viel schneller entmystifiziert als früher. Zu den beiden bekanntesten modernen Globstern zählen der "Chilean Blob", also der chilenische Blob (2003) und der "Hairy Blob" der Philippinen (2018). 

Der chilenische Blob waberte als große, glibberige Masse durch die Brandung. Sie war rund zwölf Meter lang, sechs Meter breit und wog 13 Tonnen. Relativ bald war klar, dass es sich hierbei um die Überreste eines Pottwals handelte.

Der "haarige" Globster der Philippinen war rund sechs Meter lang und wurde scherzhaft mit dem weißen Drachen "Fuchur" aus dem Roman "Die unendliche Geschichte" verglichen. Die Geschichte hinter dem weißen "Fell" des Globsters war jedoch weniger märchenhaft: Es handelte sich um ausgefranste, verwesende Muskelfasern. Sie gehörten ebenfalls einst zu einem Wal, dessen genaue Spezies sich aufgrund des hohen Verwesungsgrades aber nicht mehr ermitteln ließ.

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