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Reizüberflutung

Hochsensibilität: So erkennst du, ob du betroffen bist

  • Aktualisiert: 10.06.2024
  • 05:19 Uhr
  • Galileo
Hochsensibilität kann zu Vereinsamung führen und das Risiko für Depressionen erhöhen.
Hochsensibilität kann zu Vereinsamung führen und das Risiko für Depressionen erhöhen.© picture alliance / Zoonar

Jede Sekunde prasseln unzählige Reize auf uns ein. Bis zu 20 Prozent der Menschen nehmen die stärker wahr als der Durchschnitt - sie sind hochsensibel. Einige sind damit überfordert, ziehen sich zurück, denken, sie ticken falsch. Dabei haben sie eine ganz besondere Eigenschaft.

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Das Wichtigste in Kürze zum Thema Hochsensibilität

  • Hochsensibilität ist keine Erkrankung oder psychische Störung, sondern eine Charakter-Eigenschaft, also ein angeborenes Persönlichkeits-Merkmal

  • Laut Schätzungen sind 20 bis 30 Prozent der Menschen hochsensibel.

  • Innere Reize sowie die Gefühle anderer Menschen nehmen Hochsensible mehr wahr, ihre Emotionen sind stärker. Sie denken viel und tiefsinnig nach, sind reflektiert und sehr emphatisch.

  • Das kann die Betroffenen belasten und überfordern. Prasseln zu viele Eindrücke ein, ziehen sie sich teils zurück. 

Inhalt

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Was bedeutet Hochsensibilität überhaupt?

Geprägt hat den Begriff Hochsensibilität die US-amerikanische Psychologin Dr. Elaine Aron in den 90er-Jahren. Für sie gibt es vier Indikatoren:

  1. Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Reizen
  2. Tiefes und intensives Wahrnehmen und Verarbeiten
  3. Intensive Emotionen, Empathie
  4. Überreizung

Eine Person, die hochsensibel ist, reagiert sehr stark auf positive wie negative Reize und Umwelt-Einflüsse. Diese Reize können Geräusche, Gerüche, Geschmäcker, Bilder, Lichter oder Berührungen sein. Auch innere Reize gehören dazu, so werden die Emotionen von anderen viel stärker wahrgenommen. Sie weinen schneller, sind oft lichtempfindlich, vertragen weniger Alkohol und brauchen mehr Zeit für sich alleine.

Expert:innen gehen davon aus, dass es keine scharfe Trennlinie zwischen "normaler" Sensibilität und Hochsensibilität gibt. Es ist viel mehr ein Spektrum oder eine Skala, an der die Hochsensibilität ein oberes Ende bildet.

Im Video: Was ist Hochsensibilität?

Hochsensibilität, Hochsensitivität und Hypersensibilität: Das ist der Unterschied

Bei Hochsensibilität sind die fünf körperlichen Sinne (Riechen, Schmecken, Hören, Fühlen, Sehen) ausgeprägter als beim Durchschnitt. Das führt leicht zu einer Reizüberflutung.

Hochsensivität wird so beschrieben, dass Personen einen sechsten oder siebten Sinn aufweisen. Das äußert sich in für anderen nicht mess- oder sichtbare Wahrnehmungen. Betroffene nehmen die Welt oft multidimensional wahl und fühlen sich sehr verbunden mit ihrem Körper. Das geht meist mit einer sehr ausgeprägten Empathie einher.

Mit Hypersensibilität beschreibt die Medizin allgemein eine über das Normalmaß hinweggehende Reaktion auf bestimmte Mikro-Organismen, Stoffe, oder Reize (beispielsweise Allergien).

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Was ist der Grund für Hochsensibilität?

Jeder Mensch nimmt Reize unterschiedlich wahr und verarbeitet sie anders. Hier liegt wahrscheinlich die Ursache für Hochsensibilität: Die andere Wahrnehmung könnte eine intensivere Verarbeitung im Gehirn sein und die Reize ungefilterter das Hirn fluten.

Studien mit Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) deuten darauf hin, dass bei hochsensiblen Menschen bestimmte Hirn-Areale stärker aktiviert werden. Hier herrscht aber noch Forschungsbedarf.

Generell ist der Begriff Hochsensibilität in der Wissenschaft noch umstritten. Aktuell existiert kein einheitliches und sicheres Verfahren, um Hochsensibilität festzustellen. Es wurden aber Tests entwickelt, mit denen man sich selber etwas besser einordnen kann.

Hochsensibilität: So hilft eine Diagnose weiter

📝 Ob jemand hochsensibel ist, versuchen Psychologen über Gespräche und Fragebögen herauszufinden.

👩‍⚕️ Für viele Betroffene ist hilfreich von Expert:innen, bestätigt zu bekommen, dass sie auf Reize stärker reagieren als andere, aber nicht falsch.

🙅‍♂️ Dadurch können sie ihre außergewöhnliche Fähigkeit besser annehmen und achtsamer mit sich umgehen und sich Rückzugsräume zugestehen.

🎡 Sie können zukünftige Situationen besser handhaben, da sie jetzt zum Beispiel wissen, dass es normal ist, dass sie sich in größeren Menschenmengen nicht wohl fühlen

💊 Medikamente oder spezielle Therapien gibt es nicht.

Im Video: Diese Emotionen kann Musik in uns auslösen

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Was hilft, wenn du hochsensibel bist?

👑  Nimm dich deiner Persönlichkeit an, anstatt die Eigenschaft unterdrücken zu wollen: Wir Menschen sind alle unterschiedlich und haben unterschiedliche Charakter-Züge. Lerne mitt deinen Eigenheiten umzugehen und höre auf die Warnsignale deines Körpers. Ziehe dich bei Reizüberflutung, wenn möglich zurück und finde heraus, wie du dir was Gutes tun kannst, um dich zu entspannen (Spazieren, Lesen, Meditieren, Malen ...)

🌱 Ab in die Natur: Wenn du Hochsensibel bist, besteht eine hohe Chance, dass du dich im urbanen Chaos überfordert oder unwohl fühlst. Ein Gegenmittel kann ein Aufenthalt in der Natur sein, sei es ein Spaziergang im Wald oder ein Picknick im Park.

Komme in Bewegung: Eine der besten Methoden, um Stress abzubauen, ist Sport. Wenn dir ein überfülltes Fitness-Studio zu viel ist, dann probiere doch mal Training zu Hause, Joggen im Wald oder Yoga.

Häufige Fragen zu Hochsensibilität

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