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Haare färben: So funktionieren die Haarfärbemittel

Wie auf einer Leinwand werden die Haare angemalt und damit gefärbt. Naja, nicht so ganz. Haare färben ist eine komplexe chemische Reaktion von verschiedenen chemischen Mitteln und den eigenen Haaren. Je stärker die Reaktion, desto länger hält die Haarfarbe. Wir unterscheiden dabei zwischen einer permanenten Haarfarbe und einer semi-permanenten bzw. temporären Haartönung. Dabei gibt es einige wesentliche Unterschiede.

Wie funktioniert Haare färben?
Eine Reaktion von chemischen Mitteln und euren Haaren: Wie genau funktioniert Haare färben eigentlich? Und ist es gesundheitsgefährdend für eure Haare? © 6okean

Haare färben mit permanenter Haarfarbe

Die meisten Haarfarben sind Oxidationshaarfarben, welche aus zwei Komponenten bestehen: einem Oxidationsmittel wie Wasserstoffperoxid und einer Färbepaste mit der gewünschten Farbe. Mit dem Oxidationsmittel werden die natürlichen Farbpigmente in den Haaren zerstört und das Haar aufgehellt.

Da das Mittel die schwarzen Pigmente im Haar stärker als die roten angreift, sind den Produkten blaue Farbpigmente beigemischt - andernfalls hätte euer Haar jetzt einen orangen Farbstich. Erst in der Einwirkzeit entsteht die neue Haarfarbe, denn der Farbstoff wird als zunächst farblose Vorstufe zugesetzt, die aus kleinen Molekülen aufgebaut ist. Und die wiederum können leicht in die Haare eindringen. Dann erst findet eine Reaktion mit Wasserstoffperoxid statt, wobei sich große Moleküle in der gewünschten Haarfarbe bilden. Diese sind so groß, dass sie auch bei der Haarwäsche nicht mehr aus dem Haar herauskommen. Auch graue Haaren könnt ihr mit dieser Methode färben.

Wasserstoffperoxid mit Färbepaste: Haare färben
Wasserstoffperoxid gepaart mit einer Färbepaste – und fertig ist die temporäre Haarfarbe. Ganz so einfach ist es natürlich nicht: Hier findet ihr alles zum Thema Haare färben. © mladenbalinovac

Haartönung: eine temporäre Haarfarbe

Eine schonendere Variante eure Haare zu färben ist eine Haartönung. Haare tönen ist nicht so schädlich wie Haare färben, denn die Farbpartikel lagern sich nur außen am Haar an. Deswegen hält die Farbe auch nicht so lange und verschwindet nach einiger Zeit. Eine Haartönung lässt sich beim Haarewaschen entfernen, ihr könnt diesen Effekt aber mit der Pflege für gefärbte Haare ein wenig hinauszögern. Beim Haare tönen sind das Aufhellen von Haaren oder die Abdeckung von grauen Haaren nicht möglich.

Haare färben ohne Chemie, mit natürlichen Haarfärbemitteln

Es gibt eine große Auswahl an pflanzlichen Haarfärbemitteln, mit denen ihr eure Haare natürlich färben könnt. Die natürlichen Haarfärbemittel enthalten keine bedenklichen Stoffe und wirken auch auf eure Gesundheit positiv. Sie enthalten Stoffe natürlichen Ursprungs wie Kamille, Henna und Indigo, daher ist das Auftreten einer allergischen Reaktion viel seltener. Beim Haare färben ohne Chemie wird die Haarstruktur nicht angegriffen, es legt sich lediglich eine Art Schutzfilm um das Haar. Die natürlichen Stoffe verleihen Pflege und Glanz.

Natürliche Haarfärbemittel
Haare färben mit natürlichen Färbemitteln direkt aus dem Haushalt – ganz ohne Chemie! Was solltet ihr dabei beachten? © BenAkiba

Die Nachteile von natürlichen Haarfärbemitteln

  • Es ist keine Aufhellung der Haare möglich.
  • Graue Haare werden nicht vollständig abgedeckt.
  • Die Haarfarbe verblasst mit jeder Haarwäsche.
  • Das Farbergebnis hängt stark von der Ausgangshaarfarbe ab.
  • Die Anwendung ist viel komplizierter.
  • Die Haarfarbe hat eine deutliche längere Einwirkzeit.
  • Oft müssen mehrere Anwendungen für das gewünschte Ergebnis durchgeführt werden.
  • Die Konsistenz ist schwieriger in der Handhabung und kann Flecken verursachen.
  • Auch natürliche Färbemittel können Allergien auslösen.

Haare färben mit Produkten aus dem Haushalt

Zum Aufhellen der Haare könnt ihr auch Kamillentee, Salzwasser oder frischen Zitronensaft verwenden. Um die Haare dunkler zu färben, eignen sich Kaffee, schwarzer Tee, Walnuss-Schalen oder Kastanienblätter.

Ist Haare färben schädlich?

Die permanenten Haarfärbemittel greifen das Haar an und machen die Schutzschicht durchlässig. Wie stark euer Haar geschädigt wird, hängt von der Häufigkeit des Färbens ab. Vor allem häufiges Färben und starkes Aufhellen strapazieren euer Haar stark.

Durch das Haare färben wird das Haar trocken, brüchig und strohig, die Kopfhaut strapaziert. Die chemischen Substanzen können über eure Haut in den Körper gelangen. Manche Inhaltsstoffe in den Haarfärbemitteln lösen Allergien aus, wie z. B. Resorcin, auch Schäden an der Leber oder den Nieren sind nicht ausgeschlossen. Tragt deshalb immer Handschuhe beim Haare färben und vermeidet auch an der Kopfhaut den Hautkontakt.

Wie wirkt sich Haare färben auf die Gesundheit aus?

Haare färben soll ungesund und schädlich für die Gesundheit sein, doch wie genau wirkt es sich auf die Gesundheit aus? Wir klären nachfolgend die wichtigsten Fragen und geben hilfreiche Infos rund ums Haare färben.

Haare färben gefährlich für die Gesundheit?
Wie gefährlich ist Haare färben für die Gesundheit wirklich? Fakten und Antworten findet ihr im Beauty-Artikel. © Iryna Sukhenko

Bekommt man durch Haare färben Krebs?

Das Gerücht, dass Haare färben krebserregend ist, hat früher noch stark die Entscheidung zum Haare färben beeinflusst. In den 60er- und 70er-Jahren standen aromatische Amine in den Produkten in der Kritik, bei langjähriger Anwendung das Blasenkrebsrisiko zu steigern. Jedoch dürfen in den heutigen Produkten zum Haare färben keine giftigen oder schädlichen Inhaltsstoffe genutzt werden. Somit ist das Haare färben nicht krebserregend.

Diese Inhaltsstoffe können beim Haare färben Allergien auslösen

  • PPD: Aggressive, chemische Verbindungen, die Allergien und Ekzeme verursachen können.
  • Ammoniak: Es verursacht einen starken Geruch und lässt Haar und Kopfhaut aufquellen, wodurch Schadstoffe besser eindringen können und die Haarstruktur geschädigt wird.
  • PEG: Es werden Allergien verursacht und die Haut wird durchlässiger für Schadstoffe.
  • Resorcin: Es können starke Allergien auftreten.
Haare färben in der Schwangerschaft?
Haarfärbemittel weisen zwar keine gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffe auf, jedoch solltet ihr während einer Schwangerschaft vom Haare färben absehen. © LeoPatrizi

Haare färben in der Schwangerschaft

Obwohl die erhältlichen Haarfärbemittel keine gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffe haben, wird vom Haare färben in der Schwangerschaft abgeraten. Denn es ist nicht ausgeschlossen, dass es zu gesundheitlichen Schäden kommen kann. Falls ihr also in der Schwangerschaft oder Stillzeit auf Nummer sicher gehen wollt, solltet ihr vom Haare färben oder tönen absehen.

Wichtige Tipps: Darauf solltet ihr beim Haare färben achten

  • Vermeidet Hautkontakt auf Händen und der Kopfhaut.
  • Lüftet ausreichend und atmet das Haarfärbemittel nicht ein.
  • Haltet euch beim Haare selber färben immer genau an die beiliegenden Anweisungen.
  • Salzwasser, UV-Strahlung oder Chlor bleichen das Haar, daher kann ein Pflegeprodukt mit UV-Filter schützen.
  • Verzichtet bei Kopfhautproblemen oder Krankheiten wie Schuppenflechte, auf das Haare färben.
  • Die Haare nicht zu oft färben und natürliche Haarfärbemittel sowie natürliche Pflege verwenden.
  • Blondiertes Haar nimmt Farbe viel schneller und besser auf, daher lieber in einem Frisiersalon Haare färben lassen.
  • Pflegt die strapazierten gefärbten Haaren mit einer reichhaltigen Haarkur oder dem passenden Shampoo.
Gefärbte Haare als Statement
Gefärbte Haare sind für viele ein Styling-Statement – wir informieren euch über das Haare färben von A bis Z. © primipil

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