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Tic-Störungen: Was es mit Zwangskrankheiten wirklich auf sich hat

  • Veröffentlicht: 07.11.2023
  • 05:30 Uhr
  • Galileo

Wenn Zwinkern, Zucken und Fluchen zum Zwang werden: Was sind eigentlich Tics, wie entstehen sie - und was kann man dagegen tun? Im Clip: Zehn Fragen an eine Zwangskranke.

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Das Wichtigste zum Thema Tic-Störungen

  • "Tic" ist französisch und bedeutet "nervöses Zucken". Gemeint sind unwillkürliche, plötzliche Muskelzuckungen (motorische Tics) oder Lautäußerungen wie Räuspern, Hüsteln oder auch Fluchen (vokale Tics).

  • In Deutschland leben etwa 2,5 Millionen Menschen mit einer Tic-Störung. Ungefähr jedes zehnte Kind - Jungen häufiger als Mädchen - hat Phasen, in denen es tict. Jedoch verschwinden Tics meist von allein.

  • Krankhaft sind Tics erst, wenn sie länger als ein Jahr anhalten. Die Erkrankung beginnt meist im Grundschulalter, fast immer aber vor dem 21. Lebensjahr.

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Definition: Was versteht man unter einer Tic-Störung?

Tic-Störungen sind regelmäßige, unvermittelte Verhaltensauffälligkeiten. Sie können sowohl körperliche Bewegungen als auch lautliche Besonderheiten umfassen.

Fachleute unterscheiden Tic-Störungen abhängig davon, wie lange sie andauern. Sogenannte transiente Tic-Störungen verschwinden in der Regel innerhalb eines Jahres von allein. Demgegenüber halten chronische Tic-Störungen deutlich länger als ein Jahr - mitunter lebenslang - an.

Motorische und vokale Tics als Unterarten

🤯 Tic-Störungen werden in motorische und vokale Tics unterteilt: Während motorische Tics durch plötzliche und sich wiederholende Bewegungen gekennzeichnet sind, machen vokale Tics zusammenhanglose und wiederkehrende Laute oder Äußerungen aus.

👉 Tics können einfach (weniger umfangreich) oder komplex (umfassender) sein.

😬 Zu einfachen motorischen Tics können etwa unkontrolliertes Augenblinzeln oder Zähne-Klappern gehören. Bei komplexen motorischen Tics sind mehrere Muskelgruppen an den Bewegungen beteiligt, zum Beispiel plötzliches Hüpfen oder sich im Kreis drehen.

🤐 Beispiele für einfache vokale Tics können Räuspern oder das Ausstoßen von Lauten oder Schreien sein. Komplexe vokale Tics können der unkontrollierte Ausruf von obszönen Wörtern sein.

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Ursache und Entstehung: Was führt zu einer Tic-Störung?

Die genauen Ursachen einer Tic-Störung sind noch nicht abschließend bekannt. Fachleute gehen davon aus, dass sowohl genetische als auch umweltbedingte Faktoren wie Stress eine Rolle bei der Entstehung von Tic-Störungen spielen können.

Eine Forschungsgruppe an der Berliner Charité fand heraus, dass Tics nicht nur auf Fehlfunktionen einem Hirnbereich, sondern in einem Netzwerk verschiedener Areale im Gehirn zurückzuführen sind.

Zusammenhänge von Tic-Störungen zu anderen Erkrankungen

😰 Bei einigen Menschen gehen Tic-Störungen mit anderen Ängsten und Zwängen, AD(H)S oder einer Depression auf.

🤬 Eine inzwischen bekannte Art von Tic-Störung ist das nach dem Entdecker benannte Gilles-de-la-Tourette-Syndrom, kurz Tourette-Syndrom. Betroffene leiden in der Regel unter mehreren motorischen Tics sowie mindestens einem vokalen Tic.

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Wie häufig tritt eine Tic-Störung auf?

Tic-Störungen treten in der Regel zwischen dem Grundschul- und jungen Erwachsenenalter auf. Schätzungen zufolge leiden rund zehn Prozent aller jungen Menschen zumindest vorübergehend, weniger als ein Jahr, unter einer Tic-Störung.

Bei ungefähr jedem 25. Kind hält die Tic-Störung länger als ein Jahr an. Jungen sind im Vergleich zu Mädchen drei- bis viermal häufiger von Tic-Störungen betroffen.

Behandlung von Tic-Störungen: Diese Möglichkeiten gibt es

Unter anderem weil die Ursachen von Tic-Störungen noch nicht geklärt sind, können Tics meist lediglich symptomatisch behandelt werden. Zum Beispiel kann die Häufigkeit und Intensität der Tics verringert werden.

Für viele Tic-Störungen bieten sich Verhaltenstherapien an, etwa um Stress als ein möglicher Auslöser zu mindern. Manche Tic-Störungen lassen auch mit Medikamenten behandeln.

Spezielle Hirn-Operationen werden nur sehr selten und nur bei extrem schweren Fällen in Betracht gezogen.

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