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Fruchtfliegen, Fische und Affen im Weltall: Was sollen die denn da?! 

  • Veröffentlicht: 29.04.2020
  • 19:00 Uhr
  • Peter Schneider

Tiere sind schon vor dem Menschen in den Weltraum geschossen worden. Wie wichtig diese Missionen für die Raumfahrt waren. 

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Das Wichtigste zum Thema Raumfahrt

  • Erst der Affe, dann der Astronaut: Tiere wurden vor allem aus einem einfachen Grund zuerst in den Weltraum geschickt: Wissenschaftler wollten wissen, ob sie überleben.

  • Anfangs ging der Trip ins All für die meisten Tiere nicht gut aus: Sie reisten mit einem One-way-Ticket, starben an Überhitzung, verhungerten oder verglühten in der Atmosphäre.

  • Den tierischen Langzeitrekord im All halten Nager. 20 genetisch identische Zwillingsmäuse checkten 2018 auf der Internationalen Raumstation ISS ein. Ihr Job: 3 Monate lang einfach nur fressen, schlafen und … spielen.

  • Tiere, die schon im All waren: Hamster, Schweine, Spinnen, Bärtierchen, Fische, Fruchtfliegen, Mäuse, Hunde, Frösche, Geckos, Affen, Kaninchen, Fadenwürmer, Schmetterlinge und Quallen.

  • Welche Tiere wann im Weltraum waren - und wozu sie losgeschickt wurden, erfährst du unten auf der Seite.

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So profitierte die Raumfahrt von den tierischen Missionen

Bevor Juri Gagarin in den Weltraum flog, war noch nicht einmal klar, ob Menschen längere Zeit Schwerelosigkeit und Strahlung aushalten würden. Daher schickten die Wissenschaftler erst Tiere ins All und maßen Körperfunktionen wie Puls und Temperatur.
Bevor Juri Gagarin in den Weltraum flog, war noch nicht einmal klar, ob Menschen längere Zeit Schwerelosigkeit und Strahlung aushalten würden. Daher schickten die Wissenschaftler erst Tiere ins All und maßen Körperfunktionen wie Puls und Temperatur.© ESA
Die ersten Lebewesen im Weltraum waren Insekten. Das erste "betierte" Shuttle ins All war 1947 eine alte, umgerüstete V2-Rakete aus dem Dritten Reich. Die Passagiere waren Fruchtfliegen. Sie erreichten eine Höhe von 109 Kilometern. Ein Fallschirm brachte sie wieder lebendig zur Erde zurück. Ein Glück, das nicht alle affigen oder menschlichen Nachfolger hatten. Fruchtfliegen waren auch schon Gast auf der Internationalen Raumst
Die ersten Lebewesen im Weltraum waren Insekten. Das erste "betierte" Shuttle ins All war 1947 eine alte, umgerüstete V2-Rakete aus dem Dritten Reich. Die Passagiere waren Fruchtfliegen. Sie erreichten eine Höhe von 109 Kilometern. Ein Fallschirm brachte sie wieder lebendig zur Erde zurück. Ein Glück, das nicht alle affigen oder menschlichen Nachfolger hatten. Fruchtfliegen waren auch schon Gast auf der Internationalen Raumst© NASA
Laika war 1957 das erste Lebewesen in einer Erdumlaufbahn. Ihre Karriere als Bellonaut war nicht vorgezeichnet. Russische Wissenschaftler griffen die Mischlingshündin in einem Moskauer Vorort auf. Sie nahmen an, ein Streuner würde extreme Temperaturen und Hunger besser aushalten als ein Schoßhündchen. Auch Gassi gehen war unmöglich, denn sie steckte in einem Hunderaumanzug. Laikas Elend dauerte nur wenige Stunden. Vermutlich
Laika war 1957 das erste Lebewesen in einer Erdumlaufbahn. Ihre Karriere als Bellonaut war nicht vorgezeichnet. Russische Wissenschaftler griffen die Mischlingshündin in einem Moskauer Vorort auf. Sie nahmen an, ein Streuner würde extreme Temperaturen und Hunger besser aushalten als ein Schoßhündchen. Auch Gassi gehen war unmöglich, denn sie steckte in einem Hunderaumanzug. Laikas Elend dauerte nur wenige Stunden. Vermutlich © NASA
Mit dem ersten Schritt von Neil Armstrong auf den Mond am 21. Juli 1969 gewannen die Amerikaner das wichtigste Rennen im All. Dafür holte sich die Sowjetunion den Sieg im Rennen der Tiere. Denn bereits im September 1968 umrundeten zwei Steppenschildkröten als erste irdische Lebewesen den Mond. Die Panzertiere waren ausgesucht worden, weil sie sich für die fast sieben Tage lange Reise gut festschnallen ließen. Die etwa ein hal
Mit dem ersten Schritt von Neil Armstrong auf den Mond am 21. Juli 1969 gewannen die Amerikaner das wichtigste Rennen im All. Dafür holte sich die Sowjetunion den Sieg im Rennen der Tiere. Denn bereits im September 1968 umrundeten zwei Steppenschildkröten als erste irdische Lebewesen den Mond. Die Panzertiere waren ausgesucht worden, weil sie sich für die fast sieben Tage lange Reise gut festschnallen ließen. Die etwa ein hal© picture alliance / Photo12/Ann Ronan Picture Librar
Anita und Arabella flogen 1973 in den Orbit. Ihre Mission: Netze knüpfen. Doch statt in riesigen Mörderspinnen zu mutieren, machten sie einfach ihren Job. Ihre Netze waren lediglich ein bisschen dünner als auf der Erde. Spinnen werden auch heute noch auf der ISS zur Erforschung des Orientierungssinns benutzt.
Anita und Arabella flogen 1973 in den Orbit. Ihre Mission: Netze knüpfen. Doch statt in riesigen Mörderspinnen zu mutieren, machten sie einfach ihren Job. Ihre Netze waren lediglich ein bisschen dünner als auf der Erde. Spinnen werden auch heute noch auf der ISS zur Erforschung des Orientierungssinns benutzt. © NASA
Die NASA schickte zahlreiche Affen ins All, darunter der Schimpanse Ham. Schimpansen haben im Vergleich zu Hunden einen Vorteil: Mit Hilfe von Bananen lassen sie sich trainieren, recht komplizierte Handgriffe ausführen. So konnten NASA-Wissenschaftler rausfinden, ob sich im All ein Raumschiff überhaupt per Hand steuern lässt.
Die NASA schickte zahlreiche Affen ins All, darunter der Schimpanse Ham. Schimpansen haben im Vergleich zu Hunden einen Vorteil: Mit Hilfe von Bananen lassen sie sich trainieren, recht komplizierte Handgriffe ausführen. So konnten NASA-Wissenschaftler rausfinden, ob sich im All ein Raumschiff überhaupt per Hand steuern lässt. © NASA
Fische fliegen seit 1973 ins All. Da sie sich auch schon auf der Erde wie Astronauten in alle drei Raumrichtungen bewegen, wollte die NASA untersuchen, wie sie sich orientieren. Tatsächlich schwammen sie anfangs in Bögen durchs Wasser und erst nach ein paar Tagen wieder geradeaus.
Fische fliegen seit 1973 ins All. Da sie sich auch schon auf der Erde wie Astronauten in alle drei Raumrichtungen bewegen, wollte die NASA untersuchen, wie sie sich orientieren. Tatsächlich schwammen sie anfangs in Bögen durchs Wasser und erst nach ein paar Tagen wieder geradeaus. © Getty Images
2014 flogen Japanische Reisfische zur ISS. Ihre Körper sind durchsichtig. Das ist optimal, um zu beobachten, wie sich beispielsweise ihre Knochen in der Schwerelosigkeit verändern.
2014 flogen Japanische Reisfische zur ISS. Ihre Körper sind durchsichtig. Das ist optimal, um zu beobachten, wie sich beispielsweise ihre Knochen in der Schwerelosigkeit verändern. © ESA
Ein kleiner Hüpfer für einen Frosch, ein großer Sprung für die Menschheit: Die NASA schickte 1970 zwei Ochsenfrösche ins All. Damit wollten sie der Raumkrankheit auf den Grund gehen, der ihre Astronauten regelmäßig plagte.
Ein kleiner Hüpfer für einen Frosch, ein großer Sprung für die Menschheit: Die NASA schickte 1970 zwei Ochsenfrösche ins All. Damit wollten sie der Raumkrankheit auf den Grund gehen, der ihre Astronauten regelmäßig plagte. © NASA
In der Raumfahrt schafft es nicht jeder ins All – das gilt auch fürs Tierreich. Beim Start einer Minotaur-V-Rakete 2003 erfasste eine NASA-Kamera einen Frosch. Ob er ihn im letzten Augenblick der Mut verließ und er von der Rakete hüpfte, oder einfach aus Schreck in die Höhe hüpfte ist unbekannt.
In der Raumfahrt schafft es nicht jeder ins All – das gilt auch fürs Tierreich. Beim Start einer Minotaur-V-Rakete 2003 erfasste eine NASA-Kamera einen Frosch. Ob er ihn im letzten Augenblick der Mut verließ und er von der Rakete hüpfte, oder einfach aus Schreck in die Höhe hüpfte ist unbekannt. © NASA
Ein NASA-Poster zeigt eine Astronautin, die mit ihrem Hund Gassi geht - auf dem Mars. Bester Freund hin oder her: Bei der für die späten 2030er-Jahre geplanten Mission zum Roten Planeten fliegt sicher kein Vierbeiner mit.
Ein NASA-Poster zeigt eine Astronautin, die mit ihrem Hund Gassi geht - auf dem Mars. Bester Freund hin oder her: Bei der für die späten 2030er-Jahre geplanten Mission zum Roten Planeten fliegt sicher kein Vierbeiner mit. © NASA
Bevor Juri Gagarin in den Weltraum flog, war noch nicht einmal klar, ob Menschen längere Zeit Schwerelosigkeit und Strahlung aushalten würden. Daher schickten die Wissenschaftler erst Tiere ins All und maßen Körperfunktionen wie Puls und Temperatur.
Die ersten Lebewesen im Weltraum waren Insekten. Das erste "betierte" Shuttle ins All war 1947 eine alte, umgerüstete V2-Rakete aus dem Dritten Reich. Die Passagiere waren Fruchtfliegen. Sie erreichten eine Höhe von 109 Kilometern. Ein Fallschirm brachte sie wieder lebendig zur Erde zurück. Ein Glück, das nicht alle affigen oder menschlichen Nachfolger hatten. Fruchtfliegen waren auch schon Gast auf der Internationalen Raumst
Laika war 1957 das erste Lebewesen in einer Erdumlaufbahn. Ihre Karriere als Bellonaut war nicht vorgezeichnet. Russische Wissenschaftler griffen die Mischlingshündin in einem Moskauer Vorort auf. Sie nahmen an, ein Streuner würde extreme Temperaturen und Hunger besser aushalten als ein Schoßhündchen. Auch Gassi gehen war unmöglich, denn sie steckte in einem Hunderaumanzug. Laikas Elend dauerte nur wenige Stunden. Vermutlich
Mit dem ersten Schritt von Neil Armstrong auf den Mond am 21. Juli 1969 gewannen die Amerikaner das wichtigste Rennen im All. Dafür holte sich die Sowjetunion den Sieg im Rennen der Tiere. Denn bereits im September 1968 umrundeten zwei Steppenschildkröten als erste irdische Lebewesen den Mond. Die Panzertiere waren ausgesucht worden, weil sie sich für die fast sieben Tage lange Reise gut festschnallen ließen. Die etwa ein hal
Anita und Arabella flogen 1973 in den Orbit. Ihre Mission: Netze knüpfen. Doch statt in riesigen Mörderspinnen zu mutieren, machten sie einfach ihren Job. Ihre Netze waren lediglich ein bisschen dünner als auf der Erde. Spinnen werden auch heute noch auf der ISS zur Erforschung des Orientierungssinns benutzt.
Die NASA schickte zahlreiche Affen ins All, darunter der Schimpanse Ham. Schimpansen haben im Vergleich zu Hunden einen Vorteil: Mit Hilfe von Bananen lassen sie sich trainieren, recht komplizierte Handgriffe ausführen. So konnten NASA-Wissenschaftler rausfinden, ob sich im All ein Raumschiff überhaupt per Hand steuern lässt.
Fische fliegen seit 1973 ins All. Da sie sich auch schon auf der Erde wie Astronauten in alle drei Raumrichtungen bewegen, wollte die NASA untersuchen, wie sie sich orientieren. Tatsächlich schwammen sie anfangs in Bögen durchs Wasser und erst nach ein paar Tagen wieder geradeaus.
2014 flogen Japanische Reisfische zur ISS. Ihre Körper sind durchsichtig. Das ist optimal, um zu beobachten, wie sich beispielsweise ihre Knochen in der Schwerelosigkeit verändern.
Ein kleiner Hüpfer für einen Frosch, ein großer Sprung für die Menschheit: Die NASA schickte 1970 zwei Ochsenfrösche ins All. Damit wollten sie der Raumkrankheit auf den Grund gehen, der ihre Astronauten regelmäßig plagte.
In der Raumfahrt schafft es nicht jeder ins All – das gilt auch fürs Tierreich. Beim Start einer Minotaur-V-Rakete 2003 erfasste eine NASA-Kamera einen Frosch. Ob er ihn im letzten Augenblick der Mut verließ und er von der Rakete hüpfte, oder einfach aus Schreck in die Höhe hüpfte ist unbekannt.
Ein NASA-Poster zeigt eine Astronautin, die mit ihrem Hund Gassi geht - auf dem Mars. Bester Freund hin oder her: Bei der für die späten 2030er-Jahre geplanten Mission zum Roten Planeten fliegt sicher kein Vierbeiner mit.
Galileo vom 2019-09-01

Tierische Helfer: Tiere mit besonderen Jobs

Es gibt Tiere, die ganz besondere Jobs haben und beispielsweise die Justiz unterstützen oder Bilder malen, die Millionen wert sind. Galileo hat einige begabte Vierbeiner aufgesucht und diese einen Tag lang begleitet.

  • Video
  • 10:13 Min
  • Ab 12
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Kuriose Fakten

🐛 Bei der Rückkehr zur Erde zerbrach 2013 das Spaceshuttle Columbia in 100 Kilometern Höhe. Alle 7 Astronauten starben. Später fand die NASA in den Trümmern allerdings tierische Überlebende. In einem Experiment-Behälter hatten Fadenwürmer den Absturz in die Atmosphäre überstanden.

👽 Von wegen "Krone der Schöpfung": Menschen im Weltraum würden innerhalb kürzester Zeit ersticken, erfrieren, verstrahlt und wären komplett dehydriert (entwässert). Nicht so Bärtierchen. Die weniger als einen Millimeter großen Achtbeiner überlebten zehn Tage im Weltraum an der Außenseite einer Rakete - in einer Art Todesschlaf.

🐓 Tiere in die Luft zu schicken ist keine Erfindung der NASA. Schon 1783 testeten die Brüder Montgolfière mit einer Ente, einem Hahn und einem Schaf, ob es möglich ist, eine Ballonfahrt zu überleben.

Warum auf der ISS an Tieren geforscht wird

💡 Bei vielen Tier-Experimenten auf der ISS wird der Knochenschwund in der Schwerelosigkeit untersucht. 

💡 Das soll einerseits helfen, die Astronauten fit zu halten - gerade für sehr lange Aufenthalte im All ist das wichtig.

💡 Langfristiges Ziel der Wissenschaftler ist es, ein Medikament gegen Osteoporose zu entwickeln. Bei dieser Krankheit werden die Knochen langsam abgebaut und brechen daher häufig. Vor allem ältere Frauen leiden daran. 

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