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Die cleversten Tier-Reflexe: totstellen, klammern und verbiegen

  • Veröffentlicht: 15.02.2022
  • 07:45 Uhr
  • Galileo

Die Welt der Tiere ist erstaunlich und hält immer neue Überraschungen bereit! Wusstest du, dass so ziemlich jedes Lebewesen eigene Reflexe besitzt? Wir stellen dir hier 12 der spannendsten Tier-Reflexe vor. Im Clip: So verrückt flirten Tiere.

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Das Wichtigste zum Thema Reflexe

  • Als Reflexe werden automatische Reaktionen von Nerven auf Reize beschrieben. Wenn du zum Beispiel auf eine heiße Herdplatte langst, ziehst du ohne nachzudenken die Hand zurück. Die Hitze ist der Reiz, das Zurückziehen deiner Hand die direkte Reaktion darauf - ein Reflex.

  • Reflexe kannst du nicht willentlich beeinflussen oder unterdrücken. Reizbarkeit ist eine Eigenschaft, die alle Organismen besitzen. Das gilt sowohl für Menschen als auch für Tiere. Sogar Pflanzen reagieren auf Reize.

  • Wie Menschen besitzen auch Tiere Reflexe. Diese können sowohl artenbedingt als auch artenübergreifend sein - sprich, sich von Art zu Art unterscheiden oder decken. Dabei die Reflexe an die unterschiedlichen Lebensbedingungen der Tiere angepasst.

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Das sind 12 der spannendsten Tier-Reflexe

Wie bei Menschen sind die Reflexe in der Tierwelt sehr unterschiedlich. Wir haben für dich 12 interessante Tier-Reflexe herausgesucht.

#1☠ Totstell-Reflex: Darum verfallen Tiere in Schreckstarre

Dieser Schutz-Reflex ist im Tier-Reich am weitesten verbreitet. Er wurde schon bei verschiedenen Säugetieren, Insekten, Reptilien, Amphibien und Vögeln beobachtet.

Beim Totstell-Reflex erstarren Tiere am ganzen Körper - manchmal auch mitten im Lauf. Viele strecken ihre Gliedmaßen von sich und lassen ihre Zunge heraushängen.

Besonders das Opossum ist für seine oscar-reife Schauspiel-Leistungen bekannt. Es gibt außerdem Schlangenarten, die sich Blut aus dem Maul rinnen lassen können oder Frösche, die wie verwest stinken.

Diese Ringelnatter stellt sich nach einem Zusammenstoß mit einer Katze tot.
Diese Ringelnatter stellt sich nach einem Zusammenstoß mit einer Katze tot.© IMAGO / blickwinkel

Die Schreck-Starre wird reflexartig ausgelöst, wenn sich ein Tier von einem Angreifer bedroht fühlt oder sich in einer akuten Stress-Situation befindet.  

Er soll zum Schutz gegen Fress-Feinde dienen. Eine bereits "tote Beute" erscheint als Nahrung oft weniger interessant. Die vollkommene Bewegungslosigkeit unterbindet zudem den Jagdtrieb von Raubtieren.

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Der Totstell-Reflex bei Mangusten

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Diese Tiere sind Meister im Totstellen!

Das Opossum kann sogar physiologische Merkmale des Todes imitieren, indem es seine Körpertemperatur, Herzschlag-Frequenz sowie Atmung abflachen lässt.
Das Opossum kann sogar physiologische Merkmale des Todes imitieren, indem es seine Körpertemperatur, Herzschlag-Frequenz sowie Atmung abflachen lässt.© Getty Images
Wenn sich Rehkitze bedroht fühlen, spielen sie "tot" und warten, bis ihnen die Mutter zu Hilfe kommt.
Wenn sich Rehkitze bedroht fühlen, spielen sie "tot" und warten, bis ihnen die Mutter zu Hilfe kommt.© picture alliance / ZUMAPRESS.com | Robin Loznak
Die Westliche Riesensmaragd-Eidechse legt sich auf den Rücken und versteift ihren Körper, wenn sie sich in Gefahr glaubt.
Die Westliche Riesensmaragd-Eidechse legt sich auf den Rücken und versteift ihren Körper, wenn sie sich in Gefahr glaubt. © picture alliance / blickwinkel/allOver | allOver
Würfelnattern stellen sich tot, indem sie sich auf den Rücken legen, und die Zunge herausstrecken. Sie können sogar kontrolliert feine Blutgefäße im Maul platzen lassen. So täuschen sie perfekt eine schwere Verletzung vor.
Würfelnattern stellen sich tot, indem sie sich auf den Rücken legen, und die Zunge herausstrecken. Sie können sogar kontrolliert feine Blutgefäße im Maul platzen lassen. So täuschen sie perfekt eine schwere Verletzung vor.© picture alliance / blickwinkel/B. Trapp | B. Trapp
Die Myotonic Goats, eine amerikanischen Hausziegen-Rasse, verfallen aufgrund der Erbkrankheit Myotonie bei Gefahr in Schreckstarre.
Die Myotonic Goats, eine amerikanischen Hausziegen-Rasse, verfallen aufgrund der Erbkrankheit Myotonie bei Gefahr in Schreckstarre.© Imago / agefotostock
Wenn sich Insekten wie hier der Gemeine Pillenkäfer totstellen, wirkt das Schauspiel sehr echt.
Wenn sich Insekten wie hier der Gemeine Pillenkäfer totstellen, wirkt das Schauspiel sehr echt.© picture alliance / blickwinkel/H. Bellmann/F. Hecke | H. Bellmann/F. Hecker
Das Opossum kann sogar physiologische Merkmale des Todes imitieren, indem es seine Körpertemperatur, Herzschlag-Frequenz sowie Atmung abflachen lässt.
Wenn sich Rehkitze bedroht fühlen, spielen sie "tot" und warten, bis ihnen die Mutter zu Hilfe kommt.
Die Westliche Riesensmaragd-Eidechse legt sich auf den Rücken und versteift ihren Körper, wenn sie sich in Gefahr glaubt.
Würfelnattern stellen sich tot, indem sie sich auf den Rücken legen, und die Zunge herausstrecken. Sie können sogar kontrolliert feine Blutgefäße im Maul platzen lassen. So täuschen sie perfekt eine schwere Verletzung vor.
Die Myotonic Goats, eine amerikanischen Hausziegen-Rasse, verfallen aufgrund der Erbkrankheit Myotonie bei Gefahr in Schreckstarre.
Wenn sich Insekten wie hier der Gemeine Pillenkäfer totstellen, wirkt das Schauspiel sehr echt.

Eine besondere Ausprägung der Schreckstarre findet sich bei Hühnern. Sie ist als Hühner-Hypnose bekannt.

Um ein Huhn in Trance zu versetzen, muss sein Kopf zunächst sanft in Bodennähe gedrückt werden. Wenn dann am Boden vom Schnabel aus eine Linie gezogen wird, erschlafft das Huhn plötzlich und starrt wie hypnotisiert auf diese Linie.

Dieser Zustand kann bis zu 30 Minuten lang anhalten, wenn die Linie nicht schon vorher verwischt wird!

Bis heute ist nicht geklärt, warum der Anblick eines Striches auf dem Boden eine Starre bei Hühnern auslöst.

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So funktioniert die Hühner-Hypnose

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#2 🐸 Unkenreflex: So verteidigen sich manche Amphibien

Bei Amphibien ist besonders der Unken-Reflex bekannt. Er bezeichnet eine Abwehr- und Schreckreaktion mancher Frosch-, Kröten- und Schwanzlurch-Arten.

Fühlen sich diese Tiere bedroht, machen sie reflexartig ein extremes Hohlkreuz und verdrehen ihre Beine nach oben. Damit können sie ihre roten oder gelben Warnfarben an der Kehle und Innenflächen der Gliedmaßen präsentieren. 

Fressfeinde glauben so, dass ihre Beute für sie giftig sein könnte.

Gelbbauch-Unken präsentieren als Schutzreflex ihre farbenprächtige Unterseite.
Gelbbauch-Unken präsentieren als Schutzreflex ihre farbenprächtige Unterseite.© picture alliance / blickwinkel/B. Trapp | B. Trapp
Ebenso verhalten sich Rotbauch-Unken.
Ebenso verhalten sich Rotbauch-Unken.© picture-alliance / OKAPIA KG, Germany | Herbert Schwind
Die grelle Farbe soll Feinden vorgaukeln, dass die Unke giftig ist.
Die grelle Farbe soll Feinden vorgaukeln, dass die Unke giftig ist.© picture alliance / blickwinkel/M. Siebert | M. Siebert
Gelbbauch-Unken präsentieren als Schutzreflex ihre farbenprächtige Unterseite.
Ebenso verhalten sich Rotbauch-Unken.
Die grelle Farbe soll Feinden vorgaukeln, dass die Unke giftig ist.
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#3 🦅 Greif-Reflex: Darum fallen Vögel im Schlaf nicht vom Baum

Der Greif-Reflex hat bei Vögeln nichts mit Muskel-Spannung zu tun, sondern funktioniert durch einen natürlichen Verschluss-Mechanismus im Vogelfuß. 

Dort laufen Sehnen entlang. Wenn sich ein Vogel auf einem Ast niederlässt, ziehen sich seine Zehen durch den Druck des Astes auf die Sehnen zusammen.

Je tiefer der Vogel sein Körpergewicht auf den Fuß legt, desto fester wird der Griff.

Dass dieser Steinkauz beim Nickerchen nicht vom Baum fällt, verdankt er seinem Greif-Reflex.
Dass dieser Steinkauz beim Nickerchen nicht vom Baum fällt, verdankt er seinem Greif-Reflex.© Getty Images

Will der Vogel wieder losfliegen, muss er einiges an Kraft aufbringen, um den automatischen Klammergriff wieder zu lösen. Er muss mit Flügelschlägen die Beine entlasten, sodass sein Körpergewicht nicht mehr auf seinem Fuß liegt.

Entspannt sich die Sehne, wird der Greif-Reflex aufgehoben und die Krallen gehen auf. 

Dafür muss er sich aber ziemlich anstrengen, um seinen Griff um den Ast zu lösen.
Dafür muss er sich aber ziemlich anstrengen, um seinen Griff um den Ast zu lösen.© Getty Images

#4 🐣 Schnabel-Sperre: Bitte 1-mal Mund aufmachen!

Die Schnabel-Sperre ist als Reflex nur bei Jungvögeln zu beobachten. Die Reize, die das Schnabel-Sperren auslösen, sind Erschütterungen:

Sobald sich ein Elternvogel auf dem Nestrand niederlässt, reißen die Jungen reflexartig ihre Schnäbel auf. Dabei treten die gelben Wülste am Rand des Schnabels deutlich hervor und das oft gefärbte Innere des Rachens wird sichtbar. 

Diese Signalfarben ist wiederum für den Altvogel der auslösende Reiz, die Jungen mit Futter zu versorgen.

Hungrige Meute: Die Amselmutter und ihre Vogelkinder kommunizieren vor allem anfangs über Reize miteinander.
Hungrige Meute: Die Amselmutter und ihre Vogelkinder kommunizieren vor allem anfangs über Reize miteinander.© Getty Images

#5🐿 Trage-Starre: So transportieren Tiere ihren Nachwuchs

Den Trage-Starren-Reflex kennst du von Katzen. So wird die versteifte Körperhaltung eines Jungtieres bezeichnet, wenn es von einem Elterntier gepackt und an einen anderen Ort getragen wird. 

Bei manchen Säugetieren, wie (Groß-)Katzen, Hunden oder Stinktieren wird die Tragestarre durch einen schmerzlosen Biss in Reflexpunkte im Körper ausgelöst. Diese liegen bei den meisten Tieren im Nacken.

Der Reflex erleichtert Elterntieren den Transport und somit den Schutz ihrer Babys. Er ist angeboren und bleibt Tieren oft auch im Erwachsenen-Alter erhalten.

Für diese Tigermutter trägt sich das Baby dank Trage-Starre wesentlich leichter.
Für diese Tigermutter trägt sich das Baby dank Trage-Starre wesentlich leichter.© picture alliance / blickwinkel/D. u. M. Sheldon | D. u. M. Sheldon
Diese Streifenskunk-Mama schleppt ihr Kleines mithilfe der Tragestarre herum.
Diese Streifenskunk-Mama schleppt ihr Kleines mithilfe der Tragestarre herum.© picture alliance / imageBROKER | Jurgen & Christine Sohns/FLPA
Mäusekinder haben mehrere Reflexzonen. Sie erstarren, wenn die Mutter sie an Nacken, Kopf oder Hinterleib packt.
Mäusekinder haben mehrere Reflexzonen. Sie erstarren, wenn die Mutter sie an Nacken, Kopf oder Hinterleib packt. © picture alliance / imageBROKER | Steimer, C.
Noch hat diese Panda-Dame an ihrem Baby wenig zu tragen.
Noch hat diese Panda-Dame an ihrem Baby wenig zu tragen.© picture alliance / dpa | Benoit Bouchez / Pairi Daiza / H
Löwinnen ziehen ständig mit ihren Jungen umher, um sie vor anderen Raubtieren wie Hyänen zu schützen.
Löwinnen ziehen ständig mit ihren Jungen umher, um sie vor anderen Raubtieren wie Hyänen zu schützen.© picture alliance / WILDLIFE | WILDLIFE/M.Harvey
Auf geht's: Diese Wüstenfuchs-Mutter packt beherzt zu.
Auf geht's: Diese Wüstenfuchs-Mutter packt beherzt zu.© picture alliance / Anka Agency International | Gerard Lacz
Auch Robben tragen ihre Jungtiere mithilfe der Starre.
Auch Robben tragen ihre Jungtiere mithilfe der Starre.© picture alliance / blickwinkel/artifant | artifant
Dieses rote Eichhörnchen muss sein Baby sogar Bäume rauf- und runterbringen!
Dieses rote Eichhörnchen muss sein Baby sogar Bäume rauf- und runterbringen!© Getty Images
Auch Wölfe - hier ein Europäischer Grauwolf - nutzen die Trage-Starre zum Transport ihrer Welpen.
Auch Wölfe - hier ein Europäischer Grauwolf - nutzen die Trage-Starre zum Transport ihrer Welpen.© picture alliance / blickwinkel/McPHOTO/M. Weber | McPHOTO/M. Weber
Die Stacheln ihres Kleinen scheinen dieser Igelin nichts auszumachen.
Die Stacheln ihres Kleinen scheinen dieser Igelin nichts auszumachen.© picture alliance / blickwinkel/S. Gerth | S. Gerth
Wenn die Dämmerung einbricht, bringt die Zebramanguste ihr Kind mithilfe der Trage-Starre bestimmt ohne viel Theater ins Bett.
Wenn die Dämmerung einbricht, bringt die Zebramanguste ihr Kind mithilfe der Trage-Starre bestimmt ohne viel Theater ins Bett.© picture alliance / imageBROKER | TUNS
Für diese Tigermutter trägt sich das Baby dank Trage-Starre wesentlich leichter.
Diese Streifenskunk-Mama schleppt ihr Kleines mithilfe der Tragestarre herum.
Mäusekinder haben mehrere Reflexzonen. Sie erstarren, wenn die Mutter sie an Nacken, Kopf oder Hinterleib packt.
Noch hat diese Panda-Dame an ihrem Baby wenig zu tragen.
Löwinnen ziehen ständig mit ihren Jungen umher, um sie vor anderen Raubtieren wie Hyänen zu schützen.
Auf geht's: Diese Wüstenfuchs-Mutter packt beherzt zu.
Auch Robben tragen ihre Jungtiere mithilfe der Starre.
Dieses rote Eichhörnchen muss sein Baby sogar Bäume rauf- und runterbringen!
Auch Wölfe - hier ein Europäischer Grauwolf - nutzen die Trage-Starre zum Transport ihrer Welpen.
Die Stacheln ihres Kleinen scheinen dieser Igelin nichts auszumachen.
Wenn die Dämmerung einbricht, bringt die Zebramanguste ihr Kind mithilfe der Trage-Starre bestimmt ohne viel Theater ins Bett.

#6 🦧 Moro-Reflex: Handfester Beweis für die Evolutions-Theorie?

Auch der Moro-Reflex ist nur bei Jungtieren vorhanden. Er existiert in Tierarten, die von ihren Eltern am Körper getragen werden - allen voran Affen. Bei ihnen wird der Moro-Reflex in Schreck-Situationen oder bei starken Erschütterungen ausgelöst.

Er führt dazu, dass ein Affenkind reflexartig die Arme ausstreckt, um wieder nach dem Fell der Mutter greifen zu können, falls sich seine Finger beispielsweise durch einen Schreck lockern.

Damit dieses Orang-Utan-Kind nicht bei den wilden Sprüngen seiner Mutter verlorengeht, besitzt es den Moro-Reflex.
Damit dieses Orang-Utan-Kind nicht bei den wilden Sprüngen seiner Mutter verlorengeht, besitzt es den Moro-Reflex.© Getty Images/ANDREYGUDKOV

Auch bei Menschenbabys ist ein abgeschwächter Moro-Reflex etwa bis zum 5. Lebensmonat vorhanden! Viele Evolutions-Biolog:innen sehen darin eine Bestätigung für die Theorie, dass der Mensch vom Affen abstammt.

Die Kleinkinder atmen bei einem Schreck mit geöffnetem Mund ein, strecken beide Arme zur Seite und öffnen die Hände. Manchmal machen auch ihre Beine die Streckbewegung mit.

Dieser Reflex könnte die Evolutions-Theorie bestätigen

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#7 🐴 "Nasenbremse": Riskieren Pferde eine dicke Lippe?

Auch beim Pferd gibt es Reflex-Zonen, die eine ähnliche Reaktion bewirken wie die Trage-Starre. Dieser Punkt sitzt bei Pferden in der Oberlippe. 

Lippen und Nüstern von Pferden sind sehr empfindlich. In ihnen befinden sich Reflexzonen.
Lippen und Nüstern von Pferden sind sehr empfindlich. In ihnen befinden sich Reflexzonen.© Getty Images

Wird dort ein bestimmter Bereich leicht gequetscht, werden im Gehirn des Pferdes Endorphine ausgeschüttet. Die Hormone haben eine beruhigende, einschläfernde Wirkung auf das Tier und unterdrücken sein Schmerz-Empfinden.

Du erkennst den ausgelösten Reflex daran, dass das Pferd den Kopf senkt und Unterlippe und Augenlider hängenlässt. 

#8 🐎 Oppositions-Reflex: falsche Zuneigung

Lehnt sich ein Pferd gegen deine Hand, wenn du seine Flanke kräftig bürstest oder streichelst, hat das nichts mit seiner Liebe für dich zu tun. Denn der Druck löst den Oppositons-Reflex aus.

Dieser ist eine automatische Reaktion von Pferden, die erfolgt, wenn bei ihnen einen Reflexpunkt an der Flanke stimuliert wird.

Reiter:innen müssen oft erst lernen, mit dem Oppositions-Reflex ihres Pferdes umzugehen.
Reiter:innen müssen oft erst lernen, mit dem Oppositions-Reflex ihres Pferdes umzugehen.© Getty Images

Der Reflex sicherte Wildpferden einst das Überleben. Denn wenn ein Pferd bereits den Angreifer an der Flanke spürte, konnte es sich nur retten, indem es sich ihm abrupt entgegenstellte.

#9 🐄 Ruktus: Warum dieser Reflex zum Klimawandel beiträgt

Kühe tragen heutzutage zum Klimawandel bei. Grund dafür ist unter anderem ihr Ruktus-Reflex.
Kühe tragen heutzutage zum Klimawandel bei. Grund dafür ist unter anderem ihr Ruktus-Reflex.© picture alliance | Ernst Weingartner

Als Ruktus wird ein Reflex bei Wiederkäuern wie Rinder bezeichnet. Er ist eine Art "Rülps-Reflex", der den Tieren hilft, bei der Verdauung entstandene Gärungs-Gase abzugeben.

Dabei "rülpst" die Kuh vorwiegend klimaschädliches Methan. Ein Ruktus erfolgt etwa 2-mal pro Minute, wobei ein erwachsenes Hausrind etwa 200 Liter Gas täglich abgibt!

Doch natürlich sind Rinder nicht am Klimawandel schuld. Es ist eher die von Menschen betriebene Massen-Tierhaltung, welche den Methangehalt in der Atmosphäre beeinflusst.

Galileo vom 2019-04-18

Kuh-Klos für ein besseres Klima

Klingt verrückt, ist es aber nicht! Ein Klo für Kühe soll dabei helfen das Klima zu schützen. Wir verraten, wie es funktioniert.

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#10 🐕 Kratz-Reflex: Darum treten Hunde beim Streicheln

Vielleicht hast du das bei deinem Hund schon mal beobachten können: Er schüttelt und tritt mit den Beinen, wenn du ihn an einer bestimmten Stelle am Bauch kraulst.

Dieser Punkt nennt sich "Sweet Spot". Stimulierst du ihn, löst du den sogenannten Kratz-Reflex aus, den ein Hund eigentlich zum Schutz vor Parasiten besitzt. 

 Wenn du ihn dort streichelst, denkt sein Körper also, er müsse jetzt Flöhe oder Zecken wegkratzen.

So reagieren Hunde auf den Sweet Spot

#11 🐈 Stell-Reflex: Warum wir glauben, dass Katzen 7 Leben haben

Hast du dich schon mal gefragt, warum Katzen immer auf ihren Pfoten landen? Das ermöglicht ihnen der Stell-Reflex. 

Diese Bewegung führt dazu, dass Katzen bei einem Sturz ihren Körper blitzschnell so ausrichten, dass sie den Aufprall mit ihren Beinen abfedern können.

Der Spruch, Katzen hätten sieben Leben, hat seinen Ursprung in ihrem Stell-Reflex - sie scheinen durch ihn nahezu unverwundbar!
Der Spruch, Katzen hätten sieben Leben, hat seinen Ursprung in ihrem Stell-Reflex - sie scheinen durch ihn nahezu unverwundbar!© picture alliance / Mary Evans Picture Library | Jean-Michel Labat / ardea.com

#12 🐡 Tier-Reflexe in der Unterwasserwelt: Fische

Auch Fische haben Reflexe! Unter anderem besitzen sie einen Fluchtreflex, genannt "C-Start".

Diese Fische können sich dem Eindringling in ihrem Schwarm dank ihres Fluchtreflexes entziehen.
Diese Fische können sich dem Eindringling in ihrem Schwarm dank ihres Fluchtreflexes entziehen.© Adobe Stock/ Nikolai Sorokin

Nehmen sie leichte Turbulenz im Wasser wahr, ziehen sich ihre Muskeln blitzschnell nach innen. Dadurch krümmt sich der Fisch wie ein "C" von der Störung weg und kann so gegebenenfalls schnell einer Gefahr entkommen.

Viele Wassertiere, vor allem aber Fische, besitzen zudem den sogenannten Lichtrücken-Reflex. Er dient zur Einstellung einer bestimmten Körperlage im Raum.

Hierbei wenden Fische ihren Rücken grundsätzlich einer Lichtquelle zu. Das hilft ihnen, eine optimale Schwimmlage einnehmen, bei der die Bauchseite dem Grund und die Rückenseite der Wasseroberfläche zugewandt ist.

Fische orientieren sich reflexartig nach Lichtquellen, um nicht kopfüber zu treiben.
Fische orientieren sich reflexartig nach Lichtquellen, um nicht kopfüber zu treiben.© Getty Images/Damocean

Aber Vorsicht: Tierreflexe sind keine Instinkte!

  • Nicht alle angeborenen Reaktionen sind jedoch Reflexe. Verhaltensmuster, die ein Tier mit einem inneren Antrieb wie Hunger zeigt, sind Instinkt-Handlungen.

  • Instinkte sind komplexer. Sie bestehen aus mehreren Phasen. Ein Beispiel ist die Beutesuche einer Katze: Ihr innerer Antrieb ist Hunger, deshalb geht sie auf Futtersuche (Phase 1). Wenn sie eine Beute wahrnimmt, wird sie aufmerksam (Phase 2). In Phase 3 setzt ihr katzentypisches Jagdverhalten ein, bis die Beute erlegt ist.

  • Aus biologischer Sicht erfüllen Instinkte überlebenswichtige Funktionen und dienen im Wesentlichen der Erhaltung der eigenen Art.

  • Dass auch Instinkte genetisch veranlagt und nicht erlernt sind, kannst du daran erkennen, dass jedes Tier einer Gattung identische Handlungsmuster besitzt.

🐝 Bienentanz: Bienen bilden sogenannte Staaten mit bis zu 80.000 Bienen pro Stock. Um so viele Individuen sinnvoll zu organisieren, wird ihr Verhalten durch Instinkthandlungen gesteuert. Ein Beispiel hierfür ist der "Schwänzeltanz". Bienen nutzen ihn als Kommunikationsform, um sich auf Nahrungsquellen hinzuweisen.

🐠 Wanderungen der Fische: Viele Fischarten besitzen einem Wanderinstinkt. Lachse kehren beispielsweise immer an ihren Geburtsort zurück, um sich dort fortzupflanzen. Dafür wandern sie jedes Jahr die Flüsse stromaufwärts.

🐢 Weg ins Meer: Meeresschildkröten suchen instinktbedingt ihre Geburtsstrände auf, um ihre Eier dort abzulegen. Nach dem Schlüpfen finden die Jungtiere instinktiv sofort den Weg ins Meer.

🦁 Erstes Kennenlernen: Viele Säugetiere lecken ihren Nachwuchs direkt nach der Geburt sauber. Dieses Instinktverhalten dient dazu, neugeborene Tiere zu trocknen, warmzuhalten und Gerüche zu beseitigen, die Fressfeinde anlocken könnten. Außerdem stärkt dieses erste Kennenlernen die Bindung zwischen Elterntier und Baby.

🦚 Tierische Romantik? Die Partnersuche läuft im Tierreich instinktgesteuert ab. Das Werben um einen Fortpflanzungs-Partner wird "Balz" genannt. Die Tierarten zeigen dabei starre, vererbte Verhaltensmuster, die nur zur Paarungszeit zu beobachten sind.

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