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NASA-Sonde OSIRIS REx bringt 250 Gramm Asteroidenstaub zur Erde

  • Veröffentlicht: 25.09.2023
  • 11:40 Uhr
  • Peter Schneider

Nach sieben Jahren hat die NASA-Sonde OSIRIS REx erfolgreich Geröll vom Asteroiden Bennu auf der Erde abgeliefert. Die extraterrestrische Fracht könnte uns etwas über die Ursprünge des Lebens auf der Erde verraten.

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Das Wichtigste zum Thema OSIRIS REx-Mission

  • Nach einer Reise von 6,2 Milliarden Kilometern quer durchs Sonnensystem hat die NASA-Sonde OSIRIS REx 250 Gramm Staub aus dem Deep Space auf der Erde abgeliefert,

  • 102.000 Kilometer über der Erde klingte sich eine Rückkehrkapsel am Sonntagnachmittag aus der Raumsonde aus und raste mit über 44.000 Kilometer in der Stunde durch die Atmosphäre. Am Fallschirm landete sie schließlich auf einem Testgelände der US-Air Force im Bundesstaat Utah.

  • Der NASA war es 2020 gelungen, Bodenproben vom Asteroiden Bennu einzusammeln (siehe spektakuläres Video unten) - 650 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Im Mai 2021 zündete die Sonde ihre Triebwerke für die zweieinhalbjährige Rückreise zur Erde.

  • 250 Gramm Probenmaterial ist für Forschende enorm viel. Vergleich: Die japanischen Hayabusa-Sonden besuchten auch einen Asteroiden. Ihre Ausbeute war nur 100 Milligramm schwer - also 2500-mal weniger!

  • Bennu ist 4,5 Milliarden Jahre alt - etwa so alt wie die Erde. Falls die Forscher auch organische Verbindungen finden, könnte uns das etwas über die Entstehung des Lebens sagen.

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OSIRIS REx-Rückkehrkapsel: gelandet und geborgen

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© Nasa

Innerhalb von nur 90 Minuten hatte ein NASA-Team die Kapsel geborgen und in einen Flugzeughangar geschafft. Dort wird die Probe nun von einem Strom aus eiskalten Stickstoff umspült, damit sie nicht ungewollt mit den Bestandteilen der Erdatmosphäre reagiert.

Der Aufwand ist nachvollziehbar: Jeder außerirdische Krumen der umgerechnet eine Milliarde US-Dollar teuren Mission ist wertvoll. Hochgerechnet kostet ein Gramm Asteroidenstaub also etwa vier Millionen Euro.

Osiris' Ritt durch die Atmosphäre

Die letzten Kilometer legte die Rückkehrkapsel am Fallschirm zurück.
Die letzten Kilometer legte die Rückkehrkapsel am Fallschirm zurück. © NASA
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So sammelte OSIRIS den Asteroidenstaub ein

Für nur wenige Sekunden berührte der Roboterarm der Sonde die Oberfläche des Asteroiden. Den Ort dieses spacigen Rendezvous tauften die Wissenschaftler:innen "Nachtigall" - ein eher unromantischer Krater von etwa 140 Meter Durchmesser.

Anti-Staubsauger-Technik: Da sich im All nichts ansaugen lässt, stieß die Sonde direkt über der Oberfläche des Asteroiden einen kurzen Augenblick lang einen Strahl aus Stickstoffgas aus, um Staub und Steinchen aufzuwirbeln - und diese anschließend einzufangen.

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Fun-Facts zur OSIRIS-REx-Mission

➰ Rekord: Die Sonde hat den Asteroiden monatelang in nur 1,75 Kilometer Höhe umflogen (1x in 62 Stunden). So niedrig ist noch kein Raumfahrzeug um einen Himmelskörper gekreist.

📸 Bevor die Sonde an ihn heranflog, machte sie monatelang hochauflösende Bilder von ihm. Wir kennen seine Oberfläche nun besser als die von Erde und Mond.

💨 Nach ihrem Start 2016 kehrte OSIRIS REx auf ihrem Weg zu Bennu ein Jahr später sogar einmal zur Erde zurück. Aber nur um an ihr vorbei zu fliegen, um dabei Schwung zu holen. Bennu fliegt nämlich mit durchschnittlich etwa 100.000 Kilometer in der Stunde um die Sonne.

🔥 Forscher sind so neugierig auf die Zusammensetzung der Proben, da sie weitgehend unbekannt sind. Kohlenstoffhaltige Gesteins-Asteroiden wie Bennu verglühen nämlich als Meteore vollständig in der Atmosphäre und fallen so gut wie nie als Meteoriten auf die Erde. Daher gibt es bisher keine guten Proben.

🤪 Festhalten: OSIROS REx steht für "Origins, Spectral Interpretation, Resource Identification, Security-Regolith Explorer", auf Deutsch etwa "Ursprungs-, Spektralinterpretations-, Ressourcenidentifizierungs-, Sicherheits- und Regolith-Erkunder".

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OSIRIS-Mission: Problem beim Probensammeln

Tragisch, aber nicht verloren: Weil sich der Behälter nicht richtig schloss, konnte ein Teil der Bodenprobe wieder entkommen. Er flog am Ende des Greifarms umher.
Tragisch, aber nicht verloren: Weil sich der Behälter nicht richtig schloss, konnte ein Teil der Bodenprobe wieder entkommen. Er flog am Ende des Greifarms umher.© Screenshot/NASA/Goddard/University of Arizona

Später gelang der Nasa aber das Einschließen der Proben doch noch:

Klappe zu, Probe drin: Die Bodenprobe ist für die Rückkehr zur zweieinhalbjährige Rückreise zur Erde bereit.
Klappe zu, Probe drin: Die Bodenprobe ist für die Rückkehr zur zweieinhalbjährige Rückreise zur Erde bereit.© Nasa

Die Mission im Überblick

2016 hob die gut zwei Tonnen schwere Sonde ab, um Bennu auf seiner Bahn um die Sonne abzufangen.
2016 hob die gut zwei Tonnen schwere Sonde ab, um Bennu auf seiner Bahn um die Sonne abzufangen.© United Launch Alliance
Das erste Bild von Bennu, das die Sonde geschossen hat. Hier wird klar, wie anspruchsvoll die Reise zu einem Asteroiden ist.
Das erste Bild von Bennu, das die Sonde geschossen hat. Hier wird klar, wie anspruchsvoll die Reise zu einem Asteroiden ist.© NASA/Goddard/University of Arizona
Bennu ist zwar ein dicker Brocken, ließe sie sich aber zu Fuß locker in einer halben Stunde umrunden.
Bennu ist zwar ein dicker Brocken, ließe sie sich aber zu Fuß locker in einer halben Stunde umrunden. © NASA/Goddard/University of Arizona
Die Sonde in einer künstlerischen Darstellung bei der Annährung an den Asteroiden
Die Sonde in einer künstlerischen Darstellung bei der Annährung an den Asteroiden© NASA/Goddard/University of Arizona
Das Landegebiet der Sonde: so groß wie ein Autoparkplatz. Die Forscher:innen waren überrascht, dass der Asteroid nicht nur ein Haufen Staub ist, sondern von großen Gesteinsblöcken bedeckt wird.
Das Landegebiet der Sonde: so groß wie ein Autoparkplatz. Die Forscher:innen waren überrascht, dass der Asteroid nicht nur ein Haufen Staub ist, sondern von großen Gesteinsblöcken bedeckt wird.© NASA/Goddard/University of Arizona
Der Bau der Raumsonde hat fünf Jahre gedauert. Zum Vergleich: Ein VW Golf braucht nur etwa 14 Stunden.
Der Bau der Raumsonde hat fünf Jahre gedauert. Zum Vergleich: Ein VW Golf braucht nur etwa 14 Stunden. © Lockheed Martin
Wenn die Sonde die Proben abgeliefert hat, macht sie sich in einer Anschlussmission zum 370 Meters großen Asteroiden Apophis auf.
Wenn die Sonde die Proben abgeliefert hat, macht sie sich in einer Anschlussmission zum 370 Meters großen Asteroiden Apophis auf.© NASA /JPL-CalTech
2016 hob die gut zwei Tonnen schwere Sonde ab, um Bennu auf seiner Bahn um die Sonne abzufangen.
Das erste Bild von Bennu, das die Sonde geschossen hat. Hier wird klar, wie anspruchsvoll die Reise zu einem Asteroiden ist.
Bennu ist zwar ein dicker Brocken, ließe sie sich aber zu Fuß locker in einer halben Stunde umrunden.
Die Sonde in einer künstlerischen Darstellung bei der Annährung an den Asteroiden
Das Landegebiet der Sonde: so groß wie ein Autoparkplatz. Die Forscher:innen waren überrascht, dass der Asteroid nicht nur ein Haufen Staub ist, sondern von großen Gesteinsblöcken bedeckt wird.
Der Bau der Raumsonde hat fünf Jahre gedauert. Zum Vergleich: Ein VW Golf braucht nur etwa 14 Stunden.
Wenn die Sonde die Proben abgeliefert hat, macht sie sich in einer Anschlussmission zum 370 Meters großen Asteroiden Apophis auf.
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Asteroid Bennu: Ein Brocken mit viel Schutt

Bennu besteht aus so lockerem Gestein, dass manche Forscher ihn als "fluffig" bezeichnen. Raste er auf die Erde zu, wäre es daher ratsamer, ihn über längere Zeit sanft beiseitezuschieben (siehe DART-Mission), als mit einer Explosion zu sprengen.

Der 62 Millionen Tonnen schwere aus zehn Kilometer Entfernung. Der Geröllbrocken umrundet die Sonne in 436 Tagen. Dabei fliegt er etwa bis zu 479.000 km nah an der Erde vorbei - nur ein wenig mehr als der Mond.
Der 62 Millionen Tonnen schwere aus zehn Kilometer Entfernung. Der Geröllbrocken umrundet die Sonne in 436 Tagen. Dabei fliegt er etwa bis zu 479.000 km nah an der Erde vorbei - nur ein wenig mehr als der Mond.© Screenshot/NASA/Goddard/University of Arizona

Warum es sinnvoll ist, Asteroiden wie Bennu zu erforschen

Megabombe? Bennu gehört zu den erdnahen Asteroiden. Diese Objekte kommen der Erde regelmäßig sehr nahe. Vorausgesetzt, sie sind groß genug, können sie das Leben auf der Erde bedrohen. Es ist also sinnvoll, solche Himmelskörper gründlich zu erforschen. Denn der Einschlag eines großen Asteroiden auf der Erde ist kein unrealistischer Spukgedanke. In einer Animation lässt sich der Einschlag eines bis zu 15 Kilometer großen Asteroiden betrachten, der sehr wahrscheinlich vor 66 Millionen Jahren die Dinosaurier ausgelöscht hat. Verstärkt wurde die Naturkatastrophe, weil er schräg auf die Erde traf und dazu in ein flaches Gewässer.

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Häufige Fragen zur OSIRIS-REx-Mission

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