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Kalte Hände und Füße: Was du tun kannst und mögliche Ursachen

  • Veröffentlicht: 23.10.2023
  • 11:04 Uhr
  • Galileo

Kalte Hände und Füße sind im Herbst und Winter echt nervig und können auch richtig wehtun. Warum manche Körperteile so schnell auskühlen und was dagegen hilft. Extra: Im Clip testen wir Alltags-Hacks für die kalte Jahreszeit.

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Darum werden Hände und Füße schnell kalt

😮 Wenn es kalt ist, konzentriert sich unser Körper darauf, die lebenswichtigen Organe zu durchbluten. Arme und Beine kühlen deshalb schneller aus, als erstes die Hände und die Füße. Barfußlaufen würde den Effekt beschleunigen, ist aber teilweise gesund.

🤔 Wenn uns kalt ist, sind wir weniger leistungsfähig. Und unsere Hände und Füße werden gefühllos - oft ohne dass wir es gleich bemerken.

😳 Im Extremfall kann es zu örtlichen Erfrierungen in Zehen und Fingern kommen, denn diese Körperteile werden am schlechtesten durchblutet.

🤓 Gute Outdoor-Kleidung und Bewegung helfen gegen kalte Hände und Füße. Aufpassen, dass die Schuhe nicht zu eng sind. Lieber mehrere Schichten an den Füßen und an den Händen Fäustlinge statt Fingerhandschuhe tragen - die halten länger warm.

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Galileo

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Wer sich jetzt in der kalten Jahreszeit nach dem "Zwiebelprinzip" Schicht für Schicht anzieht, friert durchaus weniger - aber nur, wenn man es auch richtig macht! Wir erklären euch, wie ihr euch am effektivsten warm haltet.

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Was kann ich gegen kalte Hände und Füße tun? Das sagt Apotheker Benjamin Striegan

💬 Es hilft, sich ausgewogen zu ernähren, regelmäßig Ausdauersport zu machen, nicht zu rauchen. Auch Wechselbäder und Warm-Kalt-Duschen helfen, die Durchblutung zu fördern.

💬 Entscheidend ist natürlich auch die Kleidung. Lieber mehrere Schichten tragen als eine besonders dicke. Das gilt auch bei den Strümpfen: Zwei Paar dünne Merino-Socken sind besser als ein besonders dickes Paar Socken - auch im Bett.

💬 Wer von draußen reinkommt und kalte Hände und Füße hat, kann ein warmes Bad nehmen. Aber bitte nicht heißer als 43 Grad. Hände und Füße sollte man langsam unter lauwarmem Wasser aufwärmen.

💬 Wer gesund lebt und trotzdem auffällig oft kalte Hände und Füße hat, auch im Sommer, wer das Gefühl in den Händen verliert oder bemerkt, dass sich seine Haut verändert, der sollte sich von einer Ärztin oder einem Arzt durchchecken lassen.

💬 Ursachen können dann Mangelerscheinungen oder dauerhafte Durchblutungsstörungen sein.

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Ist es normal, immer kalte Hände und Füße zu haben?

Es ist nicht ungewöhnlich, wenn du ab und zu kalte Hände und Füße hast, insbesondere bei kaltem Wetter. Der Körper reagiert auf Kälte, indem er Blut von deinen Extremitäten umleitet, um die lebenswichtigen Organe warm zu halten. Das kann dazu führen, dass Hände und Füße kälter werden.

Wenn du allerdings immer kalte Hände und Füße hast und du dich dadurch beeinträchtigt fühlst, solltest du medizinischen Rat einholen. Dein Arzt oder deine Ärztin kann eine gründliche Untersuchung durchführen, um die genauen Ursachen festzustellen und geeignete Maßnahmen zur Behandlung oder Vorbeugung zu empfehlen. In einigen Fällen können Änderungen des Lebensstils, Medikamente oder andere Therapien hilfreich sein.

Besonders im Winter sind kalte Hände und Füße nicht unbedingt ungewöhnlich. Wenn du allerdings immer darunter leidest, kann es eventuell andere Ursachen als die Umgebungstemperaturen haben.
Besonders im Winter sind kalte Hände und Füße nicht unbedingt ungewöhnlich. Wenn du allerdings immer darunter leidest, kann es eventuell andere Ursachen als die Umgebungstemperaturen haben.© picture alliance / Zoonar | Sergiy Artsaba

Mögliche Ursachen für kalte Füße und Hände

Neben den einfacheren Erklärungen für kalte Hände und kalte Füße wie niedrige Temperaturen oder nasse Extremitäten können mitunter auch medizinische Ursachen der Auslöser sein.

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Niedriger Blutdruck

Damit eine gleichmäßige Durchblutung des gesamten Körpers gewährleistet ist, sind ein ausreichender Blutdruck, ein kräftiges Herz und gesunde Blutgefäße erforderlich. Wenn der Blutdruck zu niedrig ist, kann es zu einer verminderten Durchblutung bestimmter Körperteile führen. Bei einem Blutdruck, der Werte von unter 100 zu 60 mmHg erreicht, wird normalerweise von einem "niedrigen Blutdruck" gesprochen. Niedrige Blutdruckwerte können dazu führen, dass du Kälte in den Händen und Füßen empfindest. Die individuellen Behandlungsmöglichkeiten kannst du mit deinem Arzt oder deiner Ärztin abklären. Es kann mitunter hilfreich sein, deinen Kreislauf durch Bewegung in Schwung zu bringen, ausreichend zu trinken oder auch Stützstrümpfe zu tragen.

Lebensstil

Als eine der häufigsten medizinischen Ursachen für kalte Füße und kalte Hände gelten Durchblutungsstörungen. Bestimmte Gewohnheiten oder Faktoren können sich auf die Beschaffenheit der Blutgefäße, den Herz-Kreislauf und den Blutfluss im Allgemeinen auswirken. Hierzu zählen unter anderem:

  • Nikotinkonsum
  • Bewegungsmangel
  • Stress- und Angstzustände
  • Schlafmangel
Rauchen und Nikotinkonsum haben viele schädliche Auswirkungen auf deinen Körper. Durch Schädigung der Blutgefäße kann es auch Ursache für kalte Hände und Füße sein.
Rauchen und Nikotinkonsum haben viele schädliche Auswirkungen auf deinen Körper. Durch Schädigung der Blutgefäße kann es auch Ursache für kalte Hände und Füße sein.© picture alliance / empics | Gareth Fuller
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Schilddrüsenunterfunktion

Eine Schilddrüsenunterfunktion beeinflusst verschiedene Körperfunktionen, darunter auch den Stoffwechsel. Da der Stoffwechsel nicht nur den Herzschlag verlangsamt, sondern auch die Körpertemperatur reguliert, kann eine Schilddrüsenunterfunktion zu einer reduzierten Durchblutung führen. Dadurch werden die Extremitäten kälter, besonders betroffen davon sind bei einer Unterfunktion der Schilddrüse die Füße.

Arteriosklerose

Arteriosklerose (auch Arterienverkalkung genannt) ist eine häufige Ursache für Durchblutungsstörungen. Bei dieser Erkrankung sammeln sich Ablagerungen an den Innenwänden der Arterien, die das Blut vom Herzen in den restlichen Körper transportieren. Im Laufe der Zeit können diese Ablagerungen die Blutgefäße erheblich verengen.

Verschiedene Risikofaktoren können zur Entwicklung von Arteriosklerose beitragen, darunter:

  • Erhöhter Cholesterinspiegel: Ein übermäßiger Cholesterinspiegel im Blut kann dazu führen, dass Fetttröpfchen die Blutgefäße blockieren, was zu Ablagerungen führt.
  • Diabetes mellitus: Eine dauerhaft erhöhte Konzentration von Blutzucker kann zu Verengungen der Blutgefäße führen.
  • Bluthochdruck: Hoher Blutdruck kann sowohl große als auch kleine Blutgefäße schädigen und somit zur Arteriosklerose beitragen.
  • Rauchen: Das Rauchen ist ein bekannter Risikofaktor für Arteriosklerose, da es die Blutgefäße schädigen und Entzündungen fördern kann.

Raynaud-Syndrom

Das Raynaud-Syndrom zeigt sich durch Kälte- und Taubheitsgefühle sowie Schmerzen in den Fingern, ausgelöst durch Kälte und Stress. Die Durchblutungsstörung entsteht durch verengte Blutgefäße, was zu blasser oder bläulich oder rot verfärbter Haut führt. In einigen Fällen kann das auch die Füße, Ohrläppchen und die Nase betreffen.

Das Raynaud-Syndrom kann auch als Folge einer Autoimmunerkrankung wie entzündlichem Rheuma auftreten. In schweren Fällen können Medikamente zur Verbesserung der Durchblutung verabreicht werden. Bei Verdacht auf Raynaud-Syndrom solltest du ärztlichen Rat einholen.

Medikamente

Bestimmte Medikamente können bewirken, dass sich die Blutgefäße verengen. Dadurch kann die Durchblutung von Händen und Füßen eingeschränkt werden. Wenn du das Gefühl hast, ein Medikament nicht gut zu vertragen, dann solltest du Rücksprache mit deinem Arzt oder deiner Ärztin halten. Hierzu gehören:

  • Betablocker, die zur Behandlung von Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen eingesetzt werden.
  • Die Antibabypille
  • Trizyklische Antidepressiva
  • Medikamente, die im Rahmen einer Chemotherapie verwendet werden.

Was hilft bei kalten Händen und Füßen?

👞 Richtige Schuhe: Gerade im Winter sind Schuhe mit einer dicken Sohle wichtig. So geht wenig Wärme über die Fußsohlen verloren. Achte darauf, dass deine Schuhe entweder wasserdicht oder ordentlich imprägniert sind. Auch sollte ausreichend Platz für dicke Socken oder Einlegesohlen gegeben sein.

👖 Taschenwärmer und wärmende Hilfsmittel: Taschenwärmer helfen dir bei kalten Temperaturen draußen warme Hände zu haben. Du kannst sie zum Beispiel oft in Drogeriemärkten oder Apotheken kaufen. Auch Gadgets wie beheizbare Handschuhe sind eventuell eine Option für dich.

🚭 Rauchstopp: Rauchen schädigt deine Blutgefäße und kann zu Durchblutungsstörungen führen.

🩸 Durchblutung anregen: Mit speziellen "Griptrainern" kannst du die Durchblutung deiner Fingermuskulatur anregen. Für Füße kann eine spezielle Fußgymnastik kalten Füßen entgegenwirken.

🧘 Stressabbau: Ständiger Stress und eine innere Anspannung können sich negativ auf deine Blutgefäße auswirken. Meditation, Yoga, regelmäßige Pausen oder autogenes Training kann dir helfen, dich zu entspannen.

Wann sollte ich bei kalten Händen und Füßen zum Arzt?

Wenn du sehr häufig Probleme mit extrem kalten Händen und Füßen hast und noch zusätzlich Symptome wie

  • Hautverfärbungen oder Blässe
  • Schwellungen
  • Lähmungserscheinungen
  • Kribbeln oder Schmerzen

auftreten, dann solltest du ärztlichen Rat einholen und die Ursachen abklären lassen.

Die wichtigsten Fragen zum Thema kalte Hände und Füße

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