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Geo-Engineering: Lässt sich damit der Klimawandel aufhalten?

  • Veröffentlicht: 19.07.2023
  • 18:45 Uhr
  • Galileo

Lieber das Klima-System als uns selbst ändern? Das ist die Grundidee von Geo-Engineering. Welche teils kuriosen Vorschläge es dafür gibt und ob die wirklich sinnvoll im Kampf gegen den Klimawandel sind, erfährst du hier.

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Das Wichtigste zum Thema Geo-Engineering

  • Weltraum-Spiegel? Unterirdische CO2-Speicher? Das sind nur einige Ideen, um den Klimawandel durch globale Eingriffe zu bremsen.

  • Zusammengefasst werden die Konzepte und Maßnahmen unter dem Begriff Geo-Engineering, auch Climate Engineering genannt.

  • Welche Ansätze es bislang gibt und wie Fachleute diese Ideen kritisch einschätzen, siehst du in den nächsten Abschnitten.

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Was bedeutet Geo-Engineering genau?

Es ist ein Sammelbegriff für verschiedene Technologien und Methoden, mit denen man großflächig in das Klima-System eingreift.

Das Ziel: Den Klimawandel stoppen, ohne dabei (unbedingt) den Ausstoß von Treibhausgasen nachhaltig zu reduzieren.

Durch den tiefen Eingriff in globale ökologische Abläufe unterscheidet sich Geo-Engineering von eher kurzlebigen Eingriffen wie der Wetter-Manipulation.

Es gibt vor allem zwei Ausrichtungen beim Geo-Engineering: Maßnahmen zur Beeinflussung des Strahlungshaushalts und Techniken zur Bindung von Kohlendioxid.

Können spezielle CO2-Mauern den Klimawandel stoppen?

Können spezielle CO2-Mauern den Klimawandel stoppen?

Tobias Brett ist Gründer eines Start-up-Unternehmens, das mit ganz speziellen Mauern gegen den Klimawandel kämpft. Was steckt hinter seiner innovativen Idee und könnte sie uns wirklich aus der Klimakrise retten?

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Option 1: Solar Radiation Management

☀ Ziel des sogenannten Solar Radiation Management (SRM) ist es, einen Teil der Sonnenstrahlen zu reflektieren. Das soll die globale Durchschnittstemperatur senken.

🤞 Die SRM-Maßnahmen würden das Problem des Klimawandels also nicht an der Wurzel packen, weil sie die erhöhte Konzentration von Treibhausgasen nicht bekämpfen.

⚪ Für die stärkere Reflexion von Sonnenstrahlen gibt es teils abenteuerliche Ideen: massenweise weiße Hausdächer, Wüstenreflektoren oder sogar gigantische Spiegel im Weltraum.

🌫 Eine andere Idee: den Effekt von starken Vulkanausbrüchen nutzen. Dabei verteilen sich große Mengen an Schwefeldioxid in der oberen Erd-Atmosphäre. Womöglich könnten Flugzeuge dort auch künstlich Schwefel aussondern.

Option 2: Carbon Dioxide Removal

🥵 Die Techniken des sogenannten Carbon Dioxide Removal (CDR) zielen darauf ab, die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre zu verringern.

🌡 Dadurch setzen diese Maßnahmen näher an der Ursache des Klimawandels an als die SRM-Techniken. Allerdings benötigen sie wohl wesentlich mehr Zeit, um Effekte zu erzielen.

🕳 Eine Möglichkeit sehen Forscher:innen generell darin, Kohlendioxid unter der Erde einzulagern oder es mit riesigen Maschinen aus der Luft herauszufiltern.

🌱 Konkret könnten auch Pflanzen wie etwa Bäume als "natürliche Filter" dienen: Sie entziehen der Atmosphäre durch Photosynthese viel Kohlendioxid. Eine massive (genmanipulierte) Aufforstung bedeutet also sauberere Luft.

🔥 Damit das Kohlendioxid bei der Zersetzung der Pflanzen nicht wieder frei wird, könnten diese später im Meer oder luftdicht im Boden versenkt werden. Oder Expert:innen könnten daraus "Bio-Kohle" zur Energiegewinnung entwickeln.

🌊 Auch kleinste Algen in den Ozeanen könnten helfen, weil sie ebenfalls Kohlendioxid durch Photosynthese binden. Anschließend dienen sie als Nahrung oder wandern an den Meeresgrund. Gezieltes Düngen oder Durchmischen der wärmeren und kälteren Wasserschichten könnte diese "biologische Pumpe" unterstützen.

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Geo-Engineering ist umstritten

Auch vor dem Hintergrund der bislang mäßigen Erfolge beim internationalen Klimaschutz stecken viele große Hoffnungen ins Geo-Engineering.

Klingt ja auch zu schön: Wir müssen unser alltägliches Verhalten kaum ändern und tun gleichzeitig was gegen den Klimawandel.

Die Botschaft der Klima-Aktivist:innen - wie hier in Schwerin im April 2020: Um den Klimawandel zu stoppen, brauchen wir einen Lebenswandel.
Die Botschaft der Klima-Aktivist:innen - wie hier in Schwerin im April 2020: Um den Klimawandel zu stoppen, brauchen wir einen Lebenswandel.© picture alliance/Jens Büttner/dpa-Zentralbild

Welche Maßnahmen helfen wirklich und was sind die Folgen?

Auf den zweiten Blick wird jedoch schnell klar: So einfach ist es nicht. Noch nicht einmal geklärt ist die Frage, welche Vorschläge überhaupt umsetzbar sind.

Wie steht es etwa um die Kosten für Weltraum-Spiegel oder unterirdische Speicher? Wie weit sind der Entwicklungsstand einerseits und die gesellschaftliche Akzeptanz andererseits? Wie hoch - bei welchen Risiken und Nebenwirkungen - ist das Potenzial für den Klimaschutz?

Die langfristigen Auswirkungen von massiven Eingriffen etwa in die Pflanzen- oder Meereswelt sind kaum absehbar. Veränderte Temperaturen und Niederschläge könnten auf Dauer einen schädlichen Effekt auf Mensch und Umwelt haben.

Hinzu kommt: Selbst wenn Expert:innen auf der Basis von internationalen Vereinbarungen weiter forschen, dauert es wohl noch sehr lange, bis konkrete Schritte eingeleitet werden könnten - vielleicht zu lange im Kampf gegen den Klimawandel.

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Geo-Engineering als Zusatz - nicht Ersatz

Geo-Engineering kann nachhaltige Prozesse beim Klimaschutz vielleicht ergänzen, aber wohl kaum ersetzen. Es stellt keine Alternative zu international vereinbarten Klimaschutzmaßnahmen dar.

Vielmehr gilt das Vorsorge-Prinzip: Die Ursachen des Klimawandels müssen bekämpft, also die Emissionen von Treibhausgasen reduziert werden.

Geo-Engineering wäre höchstens eine Notfall-Option - für den Fall, dass bisherige Anstrengungen nicht den angestrebten Erfolg bringen.

Wie ist deine Meinung zu Geo-Engineering?

Geo-Engineering: die Idee gibt's schon länger

Bereits in den 50er- bis 0er-Jahren diskutierten Expert:innen über Eingriffe ins Klima-System. Im Kalten Krieg etwa war klimatische Kriegsführung eine Option. In Russland sollten ganze Flüsse zur Bewässerung von Steppen umgeleitet werden. Es blieb aber bei Gedankenspielen.

Zweifel gab's auch damals schon mit Blick auf die finanzielle und technische Umsetzbarkeit. Über ökologische Risiken und Nebenwirkungen machte man sich noch nicht so viele Gedanken.

Willst Du noch mehr über Geo-Engineering erfahren?

Umweltbundesamt: Geo-Engineering – wirksamer Klimaschutz oder Größenwahn?

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