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Top Lage: Mond-Grundstück mit Blick auf die Erde zu verkaufen

  • Veröffentlicht: 21.06.2022
  • 20:45 Uhr
  • Peter Schneider

Gute Lagen mit Aussicht sind heute fast unbezahlbar. Alternative: Der Mond. Dort kosten 4.000 Quadratmeter knapp 25 Euro. Problem dabei: Für die Besichtigung braucht man ein starkes Teleskop - und der Kaufvertrag ist nichts wert. Im Clip: Warum der Mond für unser Überleben wichtig ist.

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Das Wichtigste zum Thema Mond-Grundstücke

  • Unzählige Anbieter:innen weltweit verkaufen Mond-Grundstücke.

  • Immobilien-Spoiler: Wer ein Stück Land auf dem Mond kauft, wird nur um ein Stück Papier reicher: die Eigentums-Urkunde. Denn der Mond lässt sich nicht kaufen.

  • Bella Vista: Das beste Verkaufsargument für eine:n Makler:in ist sicher die Aussicht. Vom Mond aus hat man die gesamte Erde im Blick.

  • Im Gegensatz zu uns Menschen, die regelmäßig Vollmonde und weitere Mondphasen beobachten dürfen, können Mondbewohner:innen einen Erdaufgang dabei nicht genießen. Der Mond zeigt immer mit derselben Seite zur Erde. Für eine:n Betrachter:in auf seiner Oberfläche bleibt unser blauer Planet daher immer an der gleichen Stelle am Himmel.

  • "Stars" unter sich: Zu den Besitzer:innen von Mond-Grundstücken zählen angeblich auch die Hollywood-Heroes Arnold Schwarzenegger und Tom Cruise.

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Der Mond als Geschenk?

Die verkauften Mond-Grundstücke sind so groß, dass ihre Besitzer Mühe hätten, sie abzulaufen
Die verkauften Mond-Grundstücke sind so groß, dass ihre Besitzer Mühe hätten, sie abzulaufen© NASA

Liebe kennt keine Grenzen. Also schenk' ich meinem Schatz den Mond! Hört sich irre an? Im Gegenteil. Für nur 25 Euro und mit wenigen Klicks lassen sich im Netz gleich ein paar Dutzend Hektar Mond erwerben.

Die Idee stammt vom US-Amerikaner Dennis Hope. Der ließ sich 1980 als Mond-Eigentümer ins Grundbuch eintragen. Da die Behörde keinen Einspruch erhob, verkauft er seitdem eifrig 716.000 Quadratmeter große Mond-Grundstücke.

Zum Lieferumfang gehören: Urkunde, Mondverfassung und -karte - dazu die Schürfrechte fürs Mond-Grundstück.

Der bis dahin offenbar besitzlose Hope soll es mit dem originellen Coup zum mehrfachen Millionär gebracht haben. Zahllose Mondmakler haben es ihm seither nachgemacht.

Galileo

Der Mann, dem der Mond gehört

Wem gehört der Mond? Dennis Hope aus den USA behauptet: ihm. Und er verkauft fleißig Grundstücke auf „seinem“ Mond – das hat ihn zum Millionär gemacht. Galileo hat den pfiffigen Geschäftsmann besucht!

  • Video
  • 07:35 Min
  • Ab 12
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Alte Urkunden & neue Angebote

👑 Der Mond als Geschenk ist keine moderne Idee. Schon der Preußenkönig Friedrich der Große schenkte den Trabanten 1756 einem verdienten Untertanen.

⚔️ Dessen Nachfahre behauptet, im Besitz der Schenkungs-Urkunde von damals zu sein. Also zog der Rentner aus Westfalen gegen den Mond-Makler aus den USA vor ein deutsches Gericht. Das urteilte knapp: Der Mond gehört weder dem einen noch dem anderen.

🌠 Neben dem Mond haben Weltraum-Makler:innen übrigens das halbe Sonnensystem im Angebot. Wer ein Stück des Merkur oder des Mars besitzen möchte, muss nur eine Bestellung abgeben. Außerdem günstig zu haben: Sterntaufen und Sternschnuppen.

Der Weg zum Mond-Grundstück

Top Lage: Mond-Grundstück mit Blick auf die Erde zu verkaufen

Bisher ist es für Mondlandbesitzer:innen unmöglich, ihren Grund und Boden zu betreten. Schließlich sind es mehr als 300.000 Kilometer dorthin. Der luftleere Weltraum macht es nicht einfacher. Mehrere Unternehmen wollen aber schon in Kürze Trips ins All anbieten.
Bisher ist es für Mondlandbesitzer:innen unmöglich, ihren Grund und Boden zu betreten. Schließlich sind es mehr als 300.000 Kilometer dorthin. Der luftleere Weltraum macht es nicht einfacher. Mehrere Unternehmen wollen aber schon in Kürze Trips ins All anbieten.© NASA
Milliardär Richard Branson hat schon eine Airline. Mit dem SpaceShipsTwo startet er bereits ins All. Weiter als in den niedrigen Orbit kommt er damit aber nicht.
Milliardär Richard Branson hat schon eine Airline. Mit dem SpaceShipsTwo startet er bereits ins All. Weiter als in den niedrigen Orbit kommt er damit aber nicht.© Virgin Galactic
Weltraum-Guru Elon Musk hat angekündigt, er könne es in wenigen Jahren schaffen, mit seiner neuen Superrakete Starship auf dem Mond zu landen.
Weltraum-Guru Elon Musk hat angekündigt, er könne es in wenigen Jahren schaffen, mit seiner neuen Superrakete Starship auf dem Mond zu landen. © SpaceX
Am wahrscheinlichsten dürfte das neue Raumschiff und die Landefähre der NASA zum Mond gelangen. Allerdings dürfen da nur professionelle Astronaut:innen einsteigen. Privat-Astronaut:innen und Mondlandbesitzer:innen müssen draußen bleiben.
Am wahrscheinlichsten dürfte das neue Raumschiff und die Landefähre der NASA zum Mond gelangen. Allerdings dürfen da nur professionelle Astronaut:innen einsteigen. Privat-Astronaut:innen und Mondlandbesitzer:innen müssen draußen bleiben.© Boeing
Flüge zum Mond wurden schon früher offeriert. Die US-Fluggesellschaft PanAm bot noch vor der ersten Mondlandung eine Mitgliedschaft für den "First Moon Flights Club" an. Quasi eine Warteliste für kommende Linienflüge zum Mond. Bis 1971 hatte der Club 93.000 Mitglieder. Umsonst. 1991 ging PanAm pleite.
Flüge zum Mond wurden schon früher offeriert. Die US-Fluggesellschaft PanAm bot noch vor der ersten Mondlandung eine Mitgliedschaft für den "First Moon Flights Club" an. Quasi eine Warteliste für kommende Linienflüge zum Mond. Bis 1971 hatte der Club 93.000 Mitglieder. Umsonst. 1991 ging PanAm pleite. © NASM, Jeff Gates
Bisher ist es für Mondlandbesitzer:innen unmöglich, ihren Grund und Boden zu betreten. Schließlich sind es mehr als 300.000 Kilometer dorthin. Der luftleere Weltraum macht es nicht einfacher. Mehrere Unternehmen wollen aber schon in Kürze Trips ins All anbieten.
Milliardär Richard Branson hat schon eine Airline. Mit dem SpaceShipsTwo startet er bereits ins All. Weiter als in den niedrigen Orbit kommt er damit aber nicht.
Weltraum-Guru Elon Musk hat angekündigt, er könne es in wenigen Jahren schaffen, mit seiner neuen Superrakete Starship auf dem Mond zu landen.
Am wahrscheinlichsten dürfte das neue Raumschiff und die Landefähre der NASA zum Mond gelangen. Allerdings dürfen da nur professionelle Astronaut:innen einsteigen. Privat-Astronaut:innen und Mondlandbesitzer:innen müssen draußen bleiben.
Flüge zum Mond wurden schon früher offeriert. Die US-Fluggesellschaft PanAm bot noch vor der ersten Mondlandung eine Mitgliedschaft für den "First Moon Flights Club" an. Quasi eine Warteliste für kommende Linienflüge zum Mond. Bis 1971 hatte der Club 93.000 Mitglieder. Umsonst. 1991 ging PanAm pleite.
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Warum der Mond niemandem gehört

  • Der Mond gehört allen und niemandem. So steht es im sogenannten Weltraumvertrag ("Outer Space Treaty") von 1967. Über 100 Staaten vereinbarten damals, dass keiner von ihnen den Mond in Besitz nehmen darf.

  • Was Staaten nicht dürfen, gilt auch für Privatpersonen. Die Besitz-Urkunden von Dennis Hope und anderen Moon-Maklern sind also ungültig.

  • Laut Weltraumvertrag dürfen Himmelskörper nicht wirtschaftlich ausgebeutet werden. Erlaubt ist nur Forschung und Wissenschaft. Das gilt auch für außerirdisches Leben. Marsmännchen dürften also nicht verkauft, aber untersucht werden.

  • 1969 rammte Neil Armstrong, der erste Mensch auf dem Mond, eine US-Fahne in den Staub (die allerdings sofort wieder umfiel). Damit nahm er den Mond allerdings nicht in Besitz wie einst Kolumbus Amerika. Es war eher eine symbolische Geste à la "Neil und Buzz waren hier".

  • Rechtliche Trickersei: Einige Staaten wie die USA und Luxemburg erlauben ihren Bürgen, Rohstoffe im Weltraum abzubauen. Der Kniff: Dem Mondschürfer gehört zwar nicht die Mine, aber die gewonnenen Erze. Das ist wie mit den Fischern: Der Ozean gehört allen, der Fisch aber dem, der ihn aus dem Wasser zieht.

Der Weltraum-Vertrag im Original

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Der Mond gehört niemandem

"Der Weltraum einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper unterliegt keiner nationalen Aneignung durch Beanspruchung der Hoheitsgewalt, durch Benutzung oder Okkupation oder durch andere Mittel."

Artikel II des Weltraumvertrages

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