Anzeige

Können Bäume unendlich alt werden?

  • Veröffentlicht: 25.04.2022
  • 12:45 Uhr
  • Alena Brandt

Über 9.000 Jahre alt soll der älteste Baum der Welt sein. Auch in Deutschland stehen viele uralte Exemplare. Können die Methusalems theoretisch unendlich leben - oder sterben Bäume irgendwann an Altersschwäche? Wir zeigen zum Tag des Baumes am 25. April was Wissenschaftler:innen schon wissen. Im Clip: Darum sind Bäume echte Superhelden!

Anzeige

Fichten, Linden, Kiefern: Uralte Bäume

🌳 Alter Schwede! In der schwedischen Provinz Dalarna steht in den Bergen eine über 9.000 Jahre alte Fichte. Der Entdecker hat den Baum nach seinem Hund auf den Namen "Old Tjikko" getauft.

🌳 In den USA steht "Methuselah", einer der ältesten Bäume der Erde. Die Kiefer war schon 4.300 Jahre alt, als Kolumbus Amerika erreichte. Die Behörden halten den Standort geheim, um den Baum zu schützen.

🌳 Standort und Baumart spielen eine Rolle dafür, wie alt Bäume werden. In Deutschland sind Eichen und Linden die Methusalems. Vor allem freistehende Exemplare werden alt, da sie viel Licht bekommen.

🌳 Es gibt eine Wissenschaft, die sich mit dem Alter von Bäumen beschäftigt. Sie heißt Dendrochronologie.

🌳 Sterben Bäume an Alterschwäche? Darüber streiten sich Forschende. Wir stellen die Studien vor - einfach runterscrollen.

Anzeige
Anzeige

Ginkgos sterben nicht an Alterschwäche - oder doch?

Ginkgos haben ihre Wurzeln in Asien. Ihre Art überlebte bereits die Dinosaurier und einzelne Exemplare werden über 1.000 Jahre alt.

Chinesische Forschende lüfteten in einer Studie das Geheimnis ihrer ewigen Jugend: In dem Gewebe, das lebenswichtig für die Bäume ist, altern die Zellen nicht.

Die Wissenschaftler:innen fanden dort keine Anzeichen von Seneszenz. Die Zellen verlieren also nicht wie üblich bestimmte Eigenschaften durch den Alterungsprozess. Zudem bleiben die Bäume bis ins hohe Alter widerstandsfähig.

Das Fazit der Studie: Bei Ginkgos spielt das Alter als Todesursache vermutlich kaum eine Rolle. Theoretisch könnten die Pflanzen unendlich lange leben.

Ginkgo-Bäume sind zäh. Bereits Charles Darwin bezeichnete sie als lebende Fossile.
Ginkgo-Bäume sind zäh. Bereits Charles Darwin bezeichnete sie als lebende Fossile.© Getty Images

Das Gegenargument: Pflanzenbiologe Sergi Munnée Bosch von der Uni Barcelona veröffentlichte eine Antwort auf die Ginkgo-Studie. Er sagt: Dass das Gewebe keinen Alterungsprozess aufweise, mache die Bäume noch lange nicht unsterblich. Die Bäume hätten zwar bemerkenswerte Schutzmechanismen. Trotzdem könnten diese sie nicht für alle Ewigkeit vor dem Altern schützen.

Galileo

Der Weg des Kauri

Neuseeland hält viele Naturschätze bereit, die es sonst nirgendwo auf der Welt gibt. Die Kauri-Bäume sind bis zu 100.000 Jahre alt. Einige von ihnen wurden jedoch Jahrtausende lang im Boden konserviert.Das edle Holz der einstigen Urwaldriesen ist für die Möbelindustrie ein seltener Bodenschatz, der mit großen Aufwand und Geldeinsatz gesucht und geborgen wird.

  • Video
  • 12:04 Min
  • Ab 12
Anzeige

Wooden Heroes: Alte und berühmte Bäume in Deutschland

Im hessischen Schenklengsfeld steht eine uralte Linde im Dorf. Sie soll knapp 1.300 Jahre alt sein - und wäre damit der älteste Baum Deutschlands. Sie stand schon um 800, als Karl der Große zum ersten abendländischen Kaiser des Mittelalters wurde und Staaten wie Deutschland und Frankreich noch gar nicht als solche existierten.
Im hessischen Schenklengsfeld steht eine uralte Linde im Dorf. Sie soll knapp 1.300 Jahre alt sein - und wäre damit der älteste Baum Deutschlands. Sie stand schon um 800, als Karl der Große zum ersten abendländischen Kaiser des Mittelalters wurde und Staaten wie Deutschland und Frankreich noch gar nicht als solche existierten.© picture alliance/dpa
Die "Dicke Marie" gilt als ältester Baum Berlins. Sie wird auf 800 Jahre geschätzt - und ist damit älter als die Stadt selbst.
Die "Dicke Marie" gilt als ältester Baum Berlins. Sie wird auf 800 Jahre geschätzt - und ist damit älter als die Stadt selbst.© picture alliance/Bildagentur-online
Seit Jahrhunderten gibt es die Tradition der Tanzlinden. Im oberfränkischen Limmersdorf steht ein rund 350 Jahre alter Baum im Dorfmittelpunkt. Zur Kirchweih zimmert man auf das Gerüst um die Linde einen Tanzboden - und ab geht die Party auf dem Baum.
Seit Jahrhunderten gibt es die Tradition der Tanzlinden. Im oberfränkischen Limmersdorf steht ein rund 350 Jahre alter Baum im Dorfmittelpunkt. Zur Kirchweih zimmert man auf das Gerüst um die Linde einen Tanzboden - und ab geht die Party auf dem Baum.© picture alliance/dpa
Neben dem alten Riesen, wirkt der Mensch ganz klein: Die Kaiser-Lothar-Linde in Königslutter/Niedersachsen soll zum Baubeginn des Doms im Jahr 1135 gepflanzt worden sein.
Neben dem alten Riesen, wirkt der Mensch ganz klein: Die Kaiser-Lothar-Linde in Königslutter/Niedersachsen soll zum Baubeginn des Doms im Jahr 1135 gepflanzt worden sein.© picture alliance/dpa
Der Stamm sieht aus wie ein Stiefel! Die Eiche am Emmertshof bei Neuenstein ist rund 750 Jahre alt und auch wegen ihres gewaltigen Stammumfangs ein Hingucker.
Der Stamm sieht aus wie ein Stiefel! Die Eiche am Emmertshof bei Neuenstein ist rund 750 Jahre alt und auch wegen ihres gewaltigen Stammumfangs ein Hingucker.© picture alliance / dpa
Im hessischen Schenklengsfeld steht eine uralte Linde im Dorf. Sie soll knapp 1.300 Jahre alt sein - und wäre damit der älteste Baum Deutschlands. Sie stand schon um 800, als Karl der Große zum ersten abendländischen Kaiser des Mittelalters wurde und Staaten wie Deutschland und Frankreich noch gar nicht als solche existierten.
Die "Dicke Marie" gilt als ältester Baum Berlins. Sie wird auf 800 Jahre geschätzt - und ist damit älter als die Stadt selbst.
Seit Jahrhunderten gibt es die Tradition der Tanzlinden. Im oberfränkischen Limmersdorf steht ein rund 350 Jahre alter Baum im Dorfmittelpunkt. Zur Kirchweih zimmert man auf das Gerüst um die Linde einen Tanzboden - und ab geht die Party auf dem Baum.
Neben dem alten Riesen, wirkt der Mensch ganz klein: Die Kaiser-Lothar-Linde in Königslutter/Niedersachsen soll zum Baubeginn des Doms im Jahr 1135 gepflanzt worden sein.
Der Stamm sieht aus wie ein Stiefel! Die Eiche am Emmertshof bei Neuenstein ist rund 750 Jahre alt und auch wegen ihres gewaltigen Stammumfangs ein Hingucker.

Die Altersbestimmung bei Bäumen ist kompliziert

Ist die Eiche nun 300 oder 500 Jahre alt? Die Altersbestimmung bei Bäumen ist kompliziert - und Forscher:innen sind sich selten einig. Die Altersangaben variieren. Hinweise auf das Alter geben:

  • Jahresringe am Baumstamm
  • Probebohrungen ins Holz
  • der Stammumfang des Baumes
An den Jahresringen lesen Expert:innen das Alter eines Baumes ab. Sie bilden sich mit dem Wachstum aus.
An den Jahresringen lesen Expert:innen das Alter eines Baumes ab. Sie bilden sich mit dem Wachstum aus.© Getty Images
Anzeige

Student sägte für Altersbestimmung uralte Kiefer ab

🙈 Zu unrühmlicher Berühmtheit gelangte der Amerikaner Donald Rusk Currey. Als Student fällte er 1964 eine rund 4.850 Jahre alte Kiefer - weil er deren Alter bestimmen wollte. Da Bohrungen nicht reichten, musste die Säge ran. Der Baum fiel. Erst dann bemerkte der Mann beim Zählen der Jahresringe das sagenhafte Alter von "Prometheus".

Kennst du diese Baum-Rekorde?

Mehr News und Videos
Masse mit Klasse: Gnocchi von Hand vs. vom Band

Masse mit Klasse: Gnocchi von Hand vs. vom Band

  • Video
  • 18:10 Min
  • Ab 12

© 2024 Seven.One Entertainment Group