Am 10. Juni 2020 stießen Aktivisten in Saint Paul (USA) eine rund 3 Meter hohe Bronzefigur von Christoph Columbus (1451–1506) um. Der Seefahrer gilt als Entdecker des amerikanischen Kontinents. Kritiker sehen in ihm einen Wegbereiter der Kolonialisierung und der Tötung zahlloser Ureinwohner. Columbus' Verantwortung dafür ist unter Historikern umstritten.
Am 10. Juni 2020 stießen Aktivisten in Saint Paul (USA) eine rund 3 Meter hohe Bronzefigur von Christoph Columbus (1451–1506) um. Der Seefahrer gilt als Entdecker des amerikanischen Kontinents. Kritiker sehen in ihm einen Wegbereiter der Kolonialisierung und der Tötung zahlloser Ureinwohner. Columbus' Verantwortung dafür ist unter Historikern umstritten.© picture alliance/ZUMA Press
Eine mit roter Farbe beschmierte Statue von Otto von Bismarck (1815-1898) im Schleepark in Hamburg-Altona. Bismarck wird angelastet, der Begründer des deutschen Kolonialreichs zu sein. 1884 organisierte er die Kongo-Konferenz in Berlin, auf der Afrika unter den europäischen Ländern aufgeteilt wurde. Für die afrikanische Bevölkerung bedeutet dies 30 Jahre lang Enteignung und Ausbeutung.
Eine mit roter Farbe beschmierte Statue von Otto von Bismarck (1815-1898) im Schleepark in Hamburg-Altona. Bismarck wird angelastet, der Begründer des deutschen Kolonialreichs zu sein. 1884 organisierte er die Kongo-Konferenz in Berlin, auf der Afrika unter den europäischen Ländern aufgeteilt wurde. Für die afrikanische Bevölkerung bedeutet dies 30 Jahre lang Enteignung und Ausbeutung. © picture alliance/Jonas Klüter/dpa
Martin Luther (1483–1546) ist vor allem als Reformator der christlichen Kirche bekannt. Was oft zu kurz kommt: Luther war auch ein Antisemit, der für seinen Judenhass öffentlich einstand. Deshalb werden auch Luther-Denkmäler wie dieses in Worms nicht nur positiv gesehen.
Martin Luther (1483–1546) ist vor allem als Reformator der christlichen Kirche bekannt. Was oft zu kurz kommt: Luther war auch ein Antisemit, der für seinen Judenhass öffentlich einstand. Deshalb werden auch Luther-Denkmäler wie dieses in Worms nicht nur positiv gesehen.© picture alliance/akg-images
Bereits in den 1960er-Jahren ging es dem Denkmal von Hermann von Wissmann (1853–1905) in Hamburg an den Kragen. Der Afrikaforscher ist etwa wegen seiner grausamen Strafexpeditionen im 19. Jahrhundert berüchtigt. So ging er militärisch gegen die Bevölkerung der Kolonien vor. Heute ist das Denkmal in Ausstellungen zu sehen, zum Beispiel wie hier 2018 in Hamburg.
Bereits in den 1960er-Jahren ging es dem Denkmal von Hermann von Wissmann (1853–1905) in Hamburg an den Kragen. Der Afrikaforscher ist etwa wegen seiner grausamen Strafexpeditionen im 19. Jahrhundert berüchtigt. So ging er militärisch gegen die Bevölkerung der Kolonien vor. Heute ist das Denkmal in Ausstellungen zu sehen, zum Beispiel wie hier 2018 in Hamburg.© picture alliance/Georg Wendt/dpa
In Belgien haben Aktivisten das Denkmal des früheren Königs Leopold II. (1835–1909) mit pinker Farbe beschmiert. Nachdem ein Denkmal in Antwerpen nach Protesten bereits entfernt wurde, fordern Kritiker auch die Beseitigung dieser Statue. König Leopold II. hatte im Kongo ein Kolonial-Regime errichtet, das als eines der gewalttätigsten der Geschichte gilt.
In Belgien haben Aktivisten das Denkmal des früheren Königs Leopold II. (1835–1909) mit pinker Farbe beschmiert. Nachdem ein Denkmal in Antwerpen nach Protesten bereits entfernt wurde, fordern Kritiker auch die Beseitigung dieser Statue. König Leopold II. hatte im Kongo ein Kolonial-Regime errichtet, das als eines der gewalttätigsten der Geschichte gilt.© picture alliance/Wiktor Dabkowski
Jean-Baptiste Colbert (1619–1983) war Finanzminister unter dem Sonnenkönig Louis XIV. Er verfasste aber auch den unbarmherzigen "Code Noir". Das Gesetz regelte den gnadenlosen Umgang mit schwarzen Sklaven in den französischen Kolonien. In Paris steht zu seinen Ehren eine Statue, die nach Aufrufen zur Zerstörung von der Polizei bewacht werden soll.
Jean-Baptiste Colbert (1619–1983) war Finanzminister unter dem Sonnenkönig Louis XIV. Er verfasste aber auch den unbarmherzigen "Code Noir". Das Gesetz regelte den gnadenlosen Umgang mit schwarzen Sklaven in den französischen Kolonien. In Paris steht zu seinen Ehren eine Statue, die nach Aufrufen zur Zerstörung von der Polizei bewacht werden soll.© picture alliance/abaca
In vielen deutschen Städten gibt es noch Straßennamen mit Bezug zur Kolonialgeschichte. Durch Berlin etwa läuft die Lüderitzstraße. Sie erinnert an Adolf Lüderitz (1834–1886), der ab 1883 durch Betrug Landbesitz im heutigen Namibia ergaunerte. Andernorts sind Straßen etwa nach Carl Peters (1856–1918) benannt. Er wird als Begründer der damaligen Kolonie "Deutsch-Ostafrika" geehrt. Aufgrund seines grausamen Vorgehens bekam er S
In vielen deutschen Städten gibt es noch Straßennamen mit Bezug zur Kolonialgeschichte. Durch Berlin etwa läuft die Lüderitzstraße. Sie erinnert an Adolf Lüderitz (1834–1886), der ab 1883 durch Betrug Landbesitz im heutigen Namibia ergaunerte. Andernorts sind Straßen etwa nach Carl Peters (1856–1918) benannt. Er wird als Begründer der damaligen Kolonie "Deutsch-Ostafrika" geehrt. Aufgrund seines grausamen Vorgehens bekam er S© picture alliance/Bildagentur-online
Hinter dem "Nachtigalplatz" im afrikanischen Viertel in Berlin-Mitte steckt Gustav Nachtigal (1834-1885). Er gründete die Kolonie Deutsch-Südwestafrika - mit schlimmen Folgen für die einheimische Bevölkerung.
Hinter dem "Nachtigalplatz" im afrikanischen Viertel in Berlin-Mitte steckt Gustav Nachtigal (1834-1885). Er gründete die Kolonie Deutsch-Südwestafrika - mit schlimmen Folgen für die einheimische Bevölkerung.© picture alliance/Bildagentur-online
Auch Unternehmen setzen Signale in der Denkmal-Debatte: So hat Apple in Glasgow/Schottland seinen Store in der Buchanan Street, die nach dem Plantagenbesitzer und Sklavenhalter Andrew Buchanan (1690–1759) benannt ist, in "Apple Glasgow" umbenannt. Eine Petition von Tausenden Glasgowern zur Umbenennung der ganzen Straße war hingegen noch nicht erfolgreich.
Auch Unternehmen setzen Signale in der Denkmal-Debatte: So hat Apple in Glasgow/Schottland seinen Store in der Buchanan Street, die nach dem Plantagenbesitzer und Sklavenhalter Andrew Buchanan (1690–1759) benannt ist, in "Apple Glasgow" umbenannt. Eine Petition von Tausenden Glasgowern zur Umbenennung der ganzen Straße war hingegen noch nicht erfolgreich.© picture alliance/empics
Am 10. Juni 2020 stießen Aktivisten in Saint Paul (USA) eine rund 3 Meter hohe Bronzefigur von Christoph Columbus (1451–1506) um. Der Seefahrer gilt als Entdecker des amerikanischen Kontinents. Kritiker sehen in ihm einen Wegbereiter der Kolonialisierung und der Tötung zahlloser Ureinwohner. Columbus' Verantwortung dafür ist unter Historikern umstritten.
Eine mit roter Farbe beschmierte Statue von Otto von Bismarck (1815-1898) im Schleepark in Hamburg-Altona. Bismarck wird angelastet, der Begründer des deutschen Kolonialreichs zu sein. 1884 organisierte er die Kongo-Konferenz in Berlin, auf der Afrika unter den europäischen Ländern aufgeteilt wurde. Für die afrikanische Bevölkerung bedeutet dies 30 Jahre lang Enteignung und Ausbeutung.
Martin Luther (1483–1546) ist vor allem als Reformator der christlichen Kirche bekannt. Was oft zu kurz kommt: Luther war auch ein Antisemit, der für seinen Judenhass öffentlich einstand. Deshalb werden auch Luther-Denkmäler wie dieses in Worms nicht nur positiv gesehen.
Bereits in den 1960er-Jahren ging es dem Denkmal von Hermann von Wissmann (1853–1905) in Hamburg an den Kragen. Der Afrikaforscher ist etwa wegen seiner grausamen Strafexpeditionen im 19. Jahrhundert berüchtigt. So ging er militärisch gegen die Bevölkerung der Kolonien vor. Heute ist das Denkmal in Ausstellungen zu sehen, zum Beispiel wie hier 2018 in Hamburg.
In Belgien haben Aktivisten das Denkmal des früheren Königs Leopold II. (1835–1909) mit pinker Farbe beschmiert. Nachdem ein Denkmal in Antwerpen nach Protesten bereits entfernt wurde, fordern Kritiker auch die Beseitigung dieser Statue. König Leopold II. hatte im Kongo ein Kolonial-Regime errichtet, das als eines der gewalttätigsten der Geschichte gilt.
Jean-Baptiste Colbert (1619–1983) war Finanzminister unter dem Sonnenkönig Louis XIV. Er verfasste aber auch den unbarmherzigen "Code Noir". Das Gesetz regelte den gnadenlosen Umgang mit schwarzen Sklaven in den französischen Kolonien. In Paris steht zu seinen Ehren eine Statue, die nach Aufrufen zur Zerstörung von der Polizei bewacht werden soll.
In vielen deutschen Städten gibt es noch Straßennamen mit Bezug zur Kolonialgeschichte. Durch Berlin etwa läuft die Lüderitzstraße. Sie erinnert an Adolf Lüderitz (1834–1886), der ab 1883 durch Betrug Landbesitz im heutigen Namibia ergaunerte. Andernorts sind Straßen etwa nach Carl Peters (1856–1918) benannt. Er wird als Begründer der damaligen Kolonie "Deutsch-Ostafrika" geehrt. Aufgrund seines grausamen Vorgehens bekam er S
Hinter dem "Nachtigalplatz" im afrikanischen Viertel in Berlin-Mitte steckt Gustav Nachtigal (1834-1885). Er gründete die Kolonie Deutsch-Südwestafrika - mit schlimmen Folgen für die einheimische Bevölkerung.
Auch Unternehmen setzen Signale in der Denkmal-Debatte: So hat Apple in Glasgow/Schottland seinen Store in der Buchanan Street, die nach dem Plantagenbesitzer und Sklavenhalter Andrew Buchanan (1690–1759) benannt ist, in "Apple Glasgow" umbenannt. Eine Petition von Tausenden Glasgowern zur Umbenennung der ganzen Straße war hingegen noch nicht erfolgreich.

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