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Zervakis & Opdenhövel. Live.

Rea Garvey vor Ort im Krisengebiet

Staffel 2Episode 723.03.2022 • 21:25

Rea Garvey unterstützt bereits seit Jahren ukrainische Kinder und wir sind mit ihm direkt ins Krisengebiet gefahren, um zu helfen. Auf unserer Reise haben wir nicht nur Angst und Verzweiflung miterlebt, sondern auch Hoffnung auf ein besseres Leben.

Rea Garvey im Interview: Er war mit einem Hilfstransport im Kriegsgebiet in der Ukraine 

Mit dem Gründer der Hilfsorganisation ARTHELPS Tom Lupo sammelt Musiker Rea Garvey Spenden und organisierte einen Hilfstransport nach Lwiw in die Ukraine, den er persönlich begleitet. Im Interview mit ProSieben berichtet er von seinen Erfahrungen und Gedanken. 

Rea, wie war Dein Eindruck vor Ort als Ihr die Hilfslieferungen in die Ukraine gebracht habt?

Rea Garvey: "Es waren zu viele Eindrücke, um dies in Kürze zu beantworten. Wir sind mit unseren Lastwagen und Bussen nach Lwiw gefahren. Die Stimmung vor Ort war sehr angespannt und wir spürten die enorme Dringlichkeit. Leute, mit denen wir arbeiten, sind von der Front im Osten gekommen, um unsere Hilfsgüter abzuholen und zu ihren Freunden und Familien in ihre Dörfer zu bringen. Dörfer, die keinen Zugang zu Wasser, Lebensmitteln oder Medikamenten haben.

Wir hatten das Glück, dass wir durch unser Netzwerk, das wir in den letzten vier Jahren aufgebaut haben, die Menschen schnell und direkt versorgen konnten. Alle haben sofort mit angepackt und geholfen unsere Fracht in die Busse umzuladen. Auch Leute, die gar nicht Teil unserer Truppe waren. Diese unglaubliche Kameradschaft und der Zusammenhalt der Ukrainer:innen untereinander – das war wirklich überwältigend. Und gleichzeitig ist diese Situation so unbegreiflich und unvorstellbar."

Was brauchen die Menschen am dringendsten?

Rea Garvey: "Lebensmittel, Wasser, Medizin und Hygieneprodukte für Kinder und Babys. In den meisten angegriffenen Städten gibt es keinen Zugang zu Geschäften und keine echten Liefer- oder Hilfsketten. Und die Menschen in der Ukraine brauchen Hoffnung! Ich denke, das können wir im Moment am meisten geben, indem wir ihnen beistehen und die notwendige Hilfe schicken, damit sie wissen, dass sie nicht allein sind im Kampf um ihr Land und ihre Freiheit."

Wie kann jeder einzelne die Ukraine und die Menschen aus der Ukraine am besten unterstützen?
Rea Garvey: "Wer in seinem Haus die Möglichkeit hat und einer ukrainischen Familie helfen möchte, sollte ihr einen Platz unter seinem Dach anbieten. Wer in der Lage ist Geld zu spenden, sollte eine der seriösen Hilfs-Organisationen unterstützen, bei der das Geld auch sicher dort ankommt, wo es gebraucht wird. Und wir müssen alle unsere Kanäle in den sozialen Medien nutzen, um uns an die Seite des ukrainischen Volks zu stellen.

Diese Menschen kämpfen nicht nur für ihre Freiheit. Sie kämpfen für unsere Freiheit. Für die Freiheit der Demokratie. Wir müssen laut sein! Wir müssen die ganze Welt wissen lassen, dass wir mit diesem Krieg nicht einverstanden sind. Wenn das ganze Internet blau und gelb wird, dann wird das sogar Putin spüren."
Was wünschst Du den Menschen in der Ukraine?

Rea Garvey: "Das Gelb in der ukrainischen Flagge ist wie die goldenen Weizenfelder und das Blau wie der blaue Himmel. Ich denke, damit kann sich jeder identifizieren, das kennen wir alle. Wir müssen den Menschen beistehen.

Ich bete dafür, dass dieser Krieg bald vorbei ist. Dass die Vernunft zurückkehrt und wir dem ukrainischen Volk helfen können, dieses wunderschöne Land wieder aufzubauen. Ich habe viele Konzerte in der Ukraine gespielt. Und ich freue mich darauf, irgendwann in das schöne Land zurückzukehren, das ich in Erinnerung habe."

ProSieben sammelt außerdem Geldspenden über die "Aktion Deutschland Hilft". Alle Infos dazu und wie Sie darüber hinaus Betroffenen helfen können, erfahren Sie in diesem Artikel.