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Sie leiden unter einer Kombination aus Zwangsgedanken und Zwangshandlungen, die sie dazu drängt, immer wieder dieselben Tätigkeiten auszuführen. Zwangsstörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen, die für Betroffene einen hohen Leidensdruck mit sich bringen. Da Zwangsstörungen oftmals auch über Jahre hinweg unterschätzt und somit unerkannt bleiben, kannst du hier wichtige Infos rund um Ursachen, Symptome und mögliche Behandlungsmethoden nachlesen.

Die heimliche Erkrankung

Eine Studie des Robert-Koch-Instituts belegt, dass Zwangsstörungen neben Depressionen, Suchterkrankungen und Angststörungen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen deutschlandweit gehören. Die Dunkelziffer dürfte aber weitaus höher liegen, da eine Zwangsstörung über einen langen Zeitraum hinweg unentdeckt bleiben kann. Oftmals wissen Betroffene selbst nicht einmal, dass sie unter Zwängen bzw. einer Zwangsstörung leiden, bis die Erkrankung in ihrem Leben einen derart großen Raum einnimmt, dass sie den Alltag mehr oder weniger komplett bestimmt. Mindestens ebenso häufig werden Zwangsstörungen verheimlicht, weil sich die Betroffenen für sie schämen. Auch in diesen Fällen kommt es zu keiner Diagnose und Hilfe für die Erkrankten kann nicht vermittelt werden.

Was ist eine Zwangsstörung?

Zwänge treffen im alltäglichen Leben hin und wieder einmal jeden Menschen: Manch einer weiß vielleicht ganz sicher, dass er die Haustür abgeschlossen hat, muss aber dennoch ein weiteres Mal nachsehen, ob das auch wirklich stimmt. Wenn Zwangsgedanken und/oder Zwangshandlungen sich jedoch häufen, sodass sie täglich mehrere Stunden Zeit in Anspruch nehmen, dann sprechen Experten von einer psychischen Störung, die einer Behandlung bedarf. Andernfalls kann sie im Verlauf immer größere Ausmaße erreichen und den Betroffenen stark in seiner Lebensqualität einschränken.

Bei Zwangsgedanken handelt es sich um Vorstellungen oder Gedanken, die immer wiederkehren, obwohl der Betroffene weiß, dass diese nichts mit der Realität gemein haben bzw. dass sie unsinnig sind. In der Regel sind die Zwangsgedanken negativer Natur und rufen häufig Ekel, Angst oder Unwohlsein hervor. Aus diesen Zwangsgedanken können später auch Zwangshandlungen entstehen, wobei die Zwangsgedanken nicht immer Auslöser hierfür sein müssen. Zwangsgedanken dienen in der Regel dazu, beim Betroffenen ein Gefühl der Erleichterung hervorzurufen. Denn indem die Betroffenen die bestimmte Handlung ausführen, können sie Gefühle der Angst, des Unwohlseins oder des Ekels beseitigen oder dämpfen. Zwangshandlungen machen sich häufig zunächst nur in kleinem Rahmen bemerkbar, können aber auch binnen kurzer Zeit immer weiter ausdehnen, komplexer werden, mehr Zeit in Anspruch nehmen sowie immer absurdere Ausmaße annehmen.

Diagnose: Welche Typen von Zwangsstörungen gibt es?

Vielleicht kennst du auch jemanden, der ein zwanghaftes Verhalten an den Tag legt? Wenn Zwänge im Leben eines Menschen Überhand nehmen, wird eine medizinische Diagnose notwendig, um die Erkrankung in den Griff zu bekommen. Vielleicht kannst du mit dem Betroffenen in einer ruhigen Minute über sein Verhalten sprechen. Professioneller Rat ist aber in jedem Falle wichtig. Normalerweise erfolgt dann eine Zuordnung zu einem der verschiedene Typen. Besonders bekannt sind der Kontrollzwang sowie auch der Waschzwang. Daneben gibt es aber noch  verschiedene weitere typische Arten von Zwangsstörungen: Zählzwang, Sammelzwang, Ordnungszwang oder auch die zwanghafte Langsamkeit. Sehr selten kommen bei Betroffenen nur Zwangsgedanken vor, ohne dass aus ihnen eine tatsächliche Zwangshandlung erfolgt.

Eine Zwangsstörung zu diagnostizieren ist ein recht komplexes Unterfangen, was vor allem dadurch erschwert wird, dass Betroffene häufig versuchen, ihre Einschränkung gegenüber anderen Menschen zu verheimlichen. Dies geschieht in der Regel aus Scham: Gerade weil Zwangshandlungen oftmals bewusst gegen den eigenen rationalen Verstand ausgeführt werden müssen, ist es den Betroffenen umso peinlicher. Deshalb wird aus Angst vor einer Blamage in Kauf genommen, dass die Zwangsstörung immer mehr Raum im eigenen Leben einnimmt. Eine mögliche Folge können neben dem Verlust der Lebensqualität vor allem auch soziale Isolation sowie Begleiterkrankungen wie beispielsweise Depressionen sein.

Behandlung: Wie kann Betroffenen geholfen werden?

Die Psychotherapie bietet viele Möglichkeiten, um Patienten mit einer Zwangsstörung langfristig und effektiv zu behandeln. Je nach Ausprägung und Schweregrad der Zwänge kann es mitunter hilfreich sein, zusätzlich Medikamenten einzunehmen. Verhaltenstherapeutische Ansätze, bei denen Patienten bewusst bestimmten Reizen ausgesetzt werden und alternative bzw. neue und gesunde Reaktionsmuster erlernen, haben sich als vielversprechende Methode erwiesen. Wichtig ist jedoch, dass Betroffene sich möglichst zeitnah mit einem Arzt in Verbindung setzen.

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