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Trotz Fachkräftemangel: Immer weniger Chancen für Jugendliche mit geringem Abschluss

06.09.2022 • 13:21

Immer mehr junge Menschen in Deutschland machen Abitur und entscheiden sich anschließend für ein Studium. Ausbildungsberufe scheinen an Attraktivität zu verlieren. Doch auch dort steigen die Anforderungen an Bewerber:innen.

Immer mehr junge Menschen in Deutschland machen Abitur und entscheiden sich anschließend für ein Studium. Und obwohl 2021 zum Beispiel 63.000 Ausbildungsstellen unbesetzt blieben, wird es für Jugendliche mit geringem Schulabschluss in Zukunft wohl noch schwieriger.

Wie aus einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung hervorgeht, glauben 53 % der Expert:innen, dass sich das Jobangebot für Menschen mit geringer Schulbildung bis zum Jahr 2030 weiter verringern wird. Grund hierfür seien höhere Qualifikationen, die zunehmend auch bei Ausbildungen verlangt werden.

Gleichzeitig steige im selben Zeitraum weiter die Zahl an Ungelernten, so die Erwartung der Befragten. Eine Mehrheit der Fachleute geht außerdem davon aus, dass Jugendliche ohne Ausbildungsplatz auch weiterhin an Übergangsmaßnahmen teilnehmen müssen, die meist ohne Perspektive bleiben.  

Um dieser Entwicklung jedoch etwas entgegenzusetzen, soll schon früh interveniert werden. So finden es 80 % der Expert:innen wichtig, dass bereits die schulinterne Berufsorientierung stärker ausgebaut wird. Außerdem solle eine kontinuierliche und individuelle Begleitung von Jugendlichen durch geschulte Lehrkräfte ermöglicht werden. So könne der Übergang von Schule in Ausbildung deutlich besser gelingen.