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Pille für den Mann ohne Nebenwirkungen: Erste Tests vielversprechend

24.03.2022 • 15:15

Einem US-Forscherteam ist ein möglicher Durchbruch bei der Entwicklung einer Antibabypille für den Mann gelungen. In einem Bericht, der bei "Chemistry for Life" veröffentlicht wurde, hätte das Mittel YCT529 in Studien an Mäusen eine 99-prozentige Wirksamkeit gezeigt.

Einem US-Forscherteam ist ein möglicher Durchbruch bei der Entwicklung einer Antibabypille für den Mann gelungen. Die Studienergebnisse sollen bei der Frühjahrstagung der Amerikanischen Chemischen Gesellschaft präsentiert werden.

Studien an Mäusen: 99-prozentige Wirksamkeit des Mittels YCT529

In einem Bericht, der bei "Chemistry for Life" veröffentlicht wurde, hätte das Mittel YCT529 in Studien an Mäusen eine 99-prozentige Wirksamkeit gezeigt. Den Mäusen wurde vier Wochen lang das Mittel verabreicht. Dabei reduzierte sich die Spermienzahl drastisch; Trächtigkeiten wurden zu 99 Prozent verhütet. Vier bis sechs Wochen nach der Absetzung waren die Mäuse wieder zeugungsfähig. Auch Nebenwirkungen seien bisher nicht festgestellt worden, so Doktorrand Abdullah Al Noman von der Universität von Minnesota dem Bericht zufolge.
Klinische Studien am Menschen erwarte das Forscherteam im dritten oder vierten Quartal dieses Jahres. "Ich wäre wirklich überrascht, sollten wir nicht auch bei Menschen eine Wirksamkeit feststellen", meint Professorin Gunda Georg laut "n-tv.de". Eine Marktzulassung könne demnach in den kommenden fünf Jahren möglich sein.

Mittel YCT529 basiert nicht auf Hormonen, sondern dockt an Protein an

Und wie unterscheidet sich das Mittel von der Pille der Frau? Während die herkömmliche Antibabypille auf Hormonen basiert, dockt YCT529 an ein Protein namens Retinsäure-Rezeptor Alpha an, das bei der Spermienproduktion eine wichtige Rolle spielt.
"Etliche Studien haben gezeigt, dass Männer daran interessiert sind, die Verantwortung für die Empfängnisverhütung mit ihren Partnerinnen zu teilen", führt Noman im Bericht weiter aus. Doch bisher kommen für Männer zwei Verhütungsmethoden infrage: Kondome oder Sterilisation. Letztere ist allerdings kostspielig und nicht immer erfolgreich.