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Forscher entwickeln "Tentakel"-Sonde: Medizinische Hoffnung in Lungen-Behandlung

23.03.2022 • 13:06

Forscher:innen haben ein Sonden-System entwickelt, das bis in feine Verästelungen der Lunge vordringen kann. Der nur zwei Millimeter breite magnetische Tentakel wird dabei automatisch von außen durch Magnetkräfte gesteuert, die von beweglichen Roboterarmen ausgehen.

Magnetische Tentakel bei Lungenuntersuchung

Magnetische Tentakel als Meilenstein in der Lungen-Diagnostik? Das derzeit eingesetzte Verfahren zur Diagnostik im Lungen- und Bronchienbereich ist die Bronchoskopie. Dabei wird ein flexibles, röhrenförmiges Instrument mit einem Durchmesser von etwa 3,5 bis 4 Millimetern durch die Nase oder den Mund in die Bronchien des sedierten Patienten oder der Patientin eingeführt. Aufgrund seiner Größe kann das Bronchoskop allerdings nur bis in die oberen Ebenen des Bronchialbaums vordringen. Um noch tiefer zu kommen, wird dann ein Katheter oder ein feiner Schlauch durch das Bronchoskop und schließlich in die feineren Röhren der Lunge eingeführt. Ein Team aus Ärzt:innen, Ingenieur:innen und Wissenschaftler:innen der University of Leeds in Großbritannien hat nun jedoch ein Sonden-System entwickelt, das bis in feine Verästelungen der Lunge vordringen kann.

Tentakelroboter als medizinisches Instrument der Zukunft

Der nur zwei Millimeter breite „Tentakel“ wird dabei automatisch von außen durch Magnetkräfte gesteuert, die von beweglichen Roboterarmen ausgehen. Das System könnte es zukünftig ermöglichen, noch tiefere Lungenbereiche als bisher zu erreichen, um Gewebeproben zu entnehmen oder Behandlungen durchzuführen, so die Entwickler:innen. „Der magnetische Tentakelroboter wäre ein wichtiges klinisches Instrument bei der Untersuchung und Behandlung von möglichem Lungenkrebs und anderen Lungenkrankheiten“, so Pietro Valdastri vom für die Entwicklung verantwortlichen „STORM Lab“ der Universität. Zur Zeit wird der „Tentakelroboter“ noch weiter erprobt.