Teilen
Merken
taff

Emmett Till: Jahrzehnte nach brutalem Mord keine Anklage gegen Beschuldigte

10.08.2022 • 11:21

1955 wurde der damals 14-jährige Schwarze Emmett Till brutal ermordet - aus Rache für eine Tat, die er womöglich nie begangen hat. Nun haben die Ermittlungen gegen eine der Verantwortlichen ein unbefriedigendes Ende genommen.

Emmett Till: Jahrzehnte nach brutalem Mord keine Anklage gegen Beschuldigte

Keine Gerechtigkeit für Emmett Till: Die heute 88 Jahre alte Carolyn Bryant Donham wird nicht für den 1955 in Mississippi begangenen Lynchmord belangt. Die Staatsanwaltschaft des Landkreises Leflore County erklärte nach einer siebenstündigen Anhörung des Laienrichtergremiums, dass die Beweise für eine Anklage nicht ausreichend seien, wie unter anderem die Nachrichtenagentur AFP berichtet.

Grausamer Mord an Emmett Till heizte Bürgerrechtsbewegung der Schwarzen an

Die Geschichte: 1955 behauptete Bryant Donham, ein schwarzer Junge habe sie unsittlich berührt. Der damals 14 Jahre alte Emmett Till wurde daraufhin von ihrem Mann und dessen Halbbruder aus dem Haus seiner Verwandten verschleppt und auf brutalste Weise ermordet. Wenige Tage später wurde die grausam zugerichtete Leiche des Jungen in einem Fluss gefunden. Roy Bryant und dessen Halbbruder wurden nach einem fünftägigen Prozess von einer rein weißen Jury freigesprochen. Der Mord an Till zählt zu den berüchtigtsten Verbrechen aus der Epoche der Rassentrennung und fachte die Bewegung für die Bürgerrechte der Schwarzen in den Südstaaten an.

Keine Verurteilung: Hat Carolyn Bryant Donham die Vorwürfe gegen Emmett Till nur erfunden?

Gegen Carolyn Bryant Donham gab es wiederholt Ermittlungen, die nun ihr für viele Menschen unbefriedigendes Ende fanden. Die beiden inzwischen verstorbenen Täter hatten den Mord bereits kurz nach ihrem Freispruch gestanden, wurden jedoch nie zur Rechenschaft gezogen. Gegen Carolyn Bryant Donham stand der Vorwurf im Raum, die Anschuldigungen gegen Till frei erfunden zu haben. US-Präsident Joe Biden hatte im vergangenen März ein nach ihm benanntes Gesetz unterzeichnet, das Lynchmorde und versuchte Lynchmorde als Hassverbrechen einstuft.