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"Doomscrolling": Wenn schlechte Nachrichten süchtig machen

04.04.2022 • 10:00

In Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie oder dem Ukraine-Krieg hängen viele Menschen gebannt am Handy, um jede oft schlimme Neuigkeit sofort zu erfahren. Dieses als "Doomscrolling" bezeichnete Verhalten kann aber negative Auswirkungen auf die Psyche haben und sogar süchtig machen.

Laut einer Studie der University of Bradford von 2015 führte der übermäßige Konsum von Negativnachrichten bei einigen Teilnehmern zu Symptomen, die denen einer posttraumatischen Belastungsstörung ähnelten, berichtet "spektrum.de".
Besonders negativ könnten sich Nachrichten auswirken, die über soziale Medien konsumiert wurden. Dort würden die Informationen laut Charité-Forscher Moritz Petzold ungefiltert und besonders emotional kommuniziert. Nutzer zeigten in einer Studie oft Anzeichen von Angst und Depressionen.
Dennoch würden viele Menschen geradezu süchtig nach schlechten Nachrichten: Das liegt laut Petzold zum einen daran, dass das Internet ihnen, anders als etwa eine gedruckte Zeitung, immer weiter verwandte Nachrichten anbietet.
Überschrift1/Ü1: Gefährdete sollten Nachrichtenkonsum einschränken
Zum anderen glauben viele Menschen, sie könnten sich besser gegen eine Gefahr schützen, je mehr sie darüber wissen, erklärt die Lernforscherin Michaela Brohm-Badry von der Universität Trier.
Um eine Überforderung zu vermeiden, empfiehlt Petzold, den Konsum zu beschränken. So könne es helfen, sich etwa nur morgens und abends über die Nachrichtenlage zu informieren. Zudem solle man dazu eher Nachrichten- oder Regierungsseiten nutzen, statt Facebook und Co.