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Nicht das Schnellste gewinnt: Die Eizelle wählt das Spermium

Staffel 202012.07.2022 • 11:39

Lange nahm man an, das schnellste Spermium befruchte die menschliche Eizelle. Wissenschaftler:innen der Universität Stockholm gelang es nun jedoch, dies zu widerlegen. Stattdessen bestimme demnach die Eizelle, wer zum Zug kommt.

Lange nahm man an, das schnellste Spermium befruchte die menschliche Eizelle. Wissenschaftler:innen der Universität Stockholm gelang es nun jedoch, dies zu widerlegen. Stattdessen bestimme demnach die Eizelle, wer zum Zug kommt.

Der Vorgang nennt sich "kryptische Wahl"

In der Studie, die die Forscher:innen in dem Fachjournal "Proceedings of the Royal Society B" veröffentlichten, konnten sie nachweisen, dass menschliche Eizellen die sogenannte "kryptische Wahl" betreiben. Dafür untersuchten sie, wie Spermien auf chemische Signale in der Folikelflüssigkeit um die Eizelle reagieren. Der Vorgang ist bisher vor allem bei Wasservogelarten bekannt, bei denen auf diese Weise ungewünschte Geschlechtspartner daran gehindert werden, die Eizellen zu befruchten. Ob bei Primaten ein ähnlicher Vorgang stattfindet, war bislang unklar.
Nun fanden die Wissenschaftler:innen um John Fitzpatrick jedoch heraus: Die Eizelle lockt die Spermien einiger Männer besser an als die anderer. Dies betreffe keineswegs immer die des bevorzugten Partners. Während die Spermien nicht wählerisch sein können, trifft die Eizelle demnach eine aktive Wahl.

Die Forschung könnte helfen zu erklären, warum manche Paare scheinbar grundlos kinderlos bleiben

Lohnen könne sich die Wahl für die genetische Kompatibilität. Wie sie getroffen wird, ist allerdings noch weitgehend unbekannt. Die Forschungsergebnisse könnten helfen zu erklären, warum manche Paare scheinbar grundlos kinderlos bleiben.