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300 Medikamente betroffen: Deswegen werden Arzneimittel in Deutschland knapp

Staffel 202014.10.2022 • 11:42

In den Apotheken kommt es zurzeit zu Engpässen bei zahlreichen Medikamenten, darunter verschiedene Antibiotika, Asthmasprays, einige Insuline und viele Krebstherapiemittel.

Viele Patient:innen werden derzeit in der Apotheke vertröstet. Der Grund: Lieferengpässe bei rund 300 Medikamenten, darunter unter anderem verschiedene Antibiotika, Asthmasprays, bestimmte Augentropfen, einige Insuline, Arzneimittel zur Senkung des Blutzuckerspiegels, Ibuprofen- und Paracetamol-Säfte und Zäpfchen für Kinder, Blutdruckmittel, Neuroleptika und viele Krebstherapiemittel – um nur die verschreibungspflichtigen zu nennen. Daniela Hänel, Vorsitzende der Freien Apothekerschaft, berichtet gegenüber Focus Online von besonders dramatischen Zuständen durch das Ausbleiben von Medikamenten mit dem Wirkstoff Tamoxifen, die monatelang nicht lieferbar waren: "Tausende Frauen konnten ihre Behandlung gegen Brustkrebs nicht wie vorgeschrieben fortsetzen."

Grund für die Engpässe sind unter anderem Deutschlands starke Abhängigkeit von Lieferketten – 68% der Produktionsorte liegen mittlerweile im asiatischen Raum, wo es aufgrund der Pandemie zum Schließen zahlreicher Fabriken und zu Transportproblemen bei der Verschiffung kam.

Apotheker sind dazu berechtigt, ihren Kund:innen alternative Präparate von anderen Herstellern anzubieten – insofern diese vorhanden sind. Laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel seien für die wichtigsten Medikamente in Deutschland aktuell keine Engpässe zu erwarten. Dazu zählen Herzmedikamente wie ACE-Hemmer, Blutdrucksenker und Betablocker, Schilddrüsenpräparate und Diabetesmedikamente.