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Die Urlaubssaison ist eröffnet und viele Menschen haben bereits ihren langersehnten Urlaub ans Meer gebucht, ob nach Ägypten, Kroatien oder in die Türkei: für viele war die Vorfreude auf den Sommerurlaub bis jetzt sicherlich groß. Doch die neuesten Meldungen über die zwei tödlichen Hai-Angriffe an dem beliebten Badestrand "Sahl Hasheesh" in der Nähe von Hurghada dämpfen die Vorfreude für viele enorm. Es herrscht große Verunsicherung, ob und vor allem wo man noch ohne Angst baden gehen kann.  

Tödliche Hai-Angriffe in Ägypten

Ägypten ist für viele ein beliebtes Reiseziel, gerade deshalb sind die Ereignisse für viele Menschen erschreckend. Zwischenfälle mit Haien sind eigentlich sehr selten und kommen kaum vor, doch im Juli 2022 gab es gleich zwei Angriffe – die beide tödlich endeten! Es handelt sich bei den Opfern um eine 68-jährige Österreicherin, die laut Medienberichten in Hurghada am roten Meer lebte. Die Österreicherin wurde beim Schwimmen von dem Hai angegriffen und erlag wenig später im Krankenhaus einem Schock. Der Hai hatte ihr zuvor offensichtlich einen Arm und ein Bein abgebissen.

Nur wenige Tage später sorgte ein zweiter Todesfall einer Rumänin (ebenfalls im Urlaubsort Hurghada) für Schlagzeilen. Laut den Ägyptischen Behörden in Kairo soll die Frau von demselben Hai angegriffen worden sein wie die Österreicherin zuvor. Der Strand wurde für ein paar Tage geschlossen, hat jedoch bereits wieder geöffnet: und das, obwohl der Hai Medienberichten zu Folge scheinbar nach wie vor nicht gefangen worden sein soll. 

Hai-Angriffe in Europa

Nach diesen beiden tragischen Unfällen ist bei vielen die Vorfreude auf den Urlaub gedämpft. Die Angst vor einer unerwünschten Begegnung beim Schwimmen oder Tauchen mit einem Hai im Meer ist jetzt verständlicherweise groß. Doch eigentlich sind Vorfälle mit Haien, vor allem in Europa, sehr selten. Die Hochseefische sind nämlich sehr scheu und meiden für gewöhnlich den menschlichen Kontakt. Dennoch ist es auch in Europa in den vergangenen Jahren einige Male an beliebten Urlaubsorten zu HaiAngriffen gekommen.

Wir haben uns beliebte Reiseziele in Europa angeschaut und für dich herausgefunden, an welchen Orten es in der Vergangenheit schon zu ähnlich tragischen Vorfällen gekommen ist.

An diesen europäischen Urlaubsorten kam es laut Medienberichten vermehrt zu Hai-Angriffen:

  • Griechenland
  • Italien
  • Spanien
  • Kroatien
Hai Bild 2022
© IMAGO / Westend61

Die meisten Hai-Angriffe in Europa gab es laut der "International Shark Attack File", die unter anderem vom "Florida Museum of Natural History" geführt wird, in Griechenland. Dort wurden seit 1847 (nur) 15 Hai-Angriffe verzeichnet. Dichter Nachfolger ist Italien mit 13 Angriffen. Betroffen waren scheinbar insbesondere Menschen, die Wassersport betrieben haben und von den Haien auf Grund von Surfboards, Boogie Boards oder Schwimmflossen mit Robben verwechselt wurden. Insgesamt gab es seit 1847 in Europa 53 bestätigte Hai-Angriffe.

Hai-Angriffe in Griechenland

Der letzte registrierte Hai-Angriff in Griechenland fand bereits 1981 am Pagasitischen Golf statt. Ein Hai soll einen australischen Urlauber beim Schwimmen attackiert haben, die Verletzungen waren laut den Angaben aber nicht lebensbedrohlich. Zuvor kam es in Griechenland auf der Insel Paleo Trikeri im Jahr 1963 zu einem tödlichen Hai-Angriff: Zeugen beobachteten, wie ein 3-Meter-langer Weißer Hai eine 42-jährige Frau aus Österreich angriff und ins Meer zog. Ihre Leiche wurde nie gefunden. 

Hai-Angriffe in Italien

Im Jahr 1995 wurde der letzte Hai-Angriffe in Italien verzeichnet, ein 27-jähriger Mann wurde in der italienischen Gemeinde Finale Ligure von einem Hai gebissen und schwer am Bauch verletzt. Doch er überlebte. 

Hai-Angriffe in Spanien

Im Jahr 2015 attackierte ein Hai eine 38-jährige Spanierin an der Ostküste von Gran Canaria. Die Frau schwamm nur 30 Meter vom Strand, als der Hai ihr in den Arm biss. Die Schwimmerin kam glimpflich davon.

Nur eine Woche später filmten Touristen auf Ibiza unweit vom felsigen Strand ein weiteres Exemplar. Viele trauten sich nach der Hai-Sichtung trotz 30 Grad und Sonnenschein dann gar nicht mehr ins Wasser. 

Hai-Angriffe in Kroatien

Insgesamt soll es laut Medienberichten in 150 Jahren 11 Tote durch Hai-Angriffe in Kroatien gegeben haben:

Der letzte Hai-Angriff mit tödlichem Ausgang in Kroatien fand im Jahr 1974 in Lokva beim dalmatinischen Omis statt. Ein 21-jähriger Tourist aus Deutschland verlor einen Teil seines Beins und verblutete daraufhin am Strand. Im Sommer 1955 gab es einen tödlichen Angriff in der Kvarner Bucht bei Opatija, bei dem eine 32-Jährige aus Augsburg ihr Leben verlor.

Panik vor Haiangriffen? Die Statistiken beruhigen

Wenn du jetzt Panik bekommst und deinen Urlaub am liebsten direkt canceln willst, weil du Angst vor einer Hai-Attacke hast: Wir können dich beruhigen. Mehrere Experten geben Entwarnung. Denn der Mensch steht nicht auf dem natürlichen Speisezettel des Meerestieres. Haie beißen eigentlich nur zu, wenn sie sich bedroht oder gestresst fühlen. Unterschiedlichen Statistiken zu Folge gibt es weltweit circa 20 bis 100 Haiangriffe pro Jahr auf Menschen. Davon endet laut Statistiken nur ein kleiner Teil (in einigen Statistiken 5 bis 20 %) tödlich. Die meisten dieser Angriffe passieren in den USA, insbesondere in Florida, in Australien, Südafrika und Brasilien.

Es ist sogar tatsächlich wahrscheinlicher, beim Selfie-Machen zu sterben als bei einem Hai-Angriff. Die indische Studie "Selfies: A boon or bane?" aus dem Jahr 2018 zeigte, dass zwischen Oktober 2011 und November 2017 weltweit mindestens 259 Menschen bei Selfie-Aufnahmen starben. Währenddessen wurden weltweit im selben Zeitraum nur 50 Menschen durch Haie getötet.