In den Umfragen führt Präsidentschaftskandidat Joe Biden derzeit – auch dank der Popularität aus seiner Zeit als Vize-Präsident unter Barack Obama. Doch reicht das, um die Wähler vom Politik-Veteranen zu überzeugen?

Auf der Wahlkampfseite von Joe Biden heißt es unter einem Bild Barack Obamas und Bidens: "Ein Kandidat für die Vizepräsidentschaft wird zu einem Freund fürs Leben." 2009 war er mit dem Vorgänger von US-Präsident Donald Trump ins Weiße Haus einzog. Während seiner acht Jahre als Vize-Präsident wurde er nicht nur in den sozialen Netzwerken populär.

Bereits 1988 und 2008 hatte sich Biden selber um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten beworben - ohne Erfolg. Nun unternimmt er den womöglich letzten Anlauf, doch noch vom Oval Office aus die USA zu regieren. Umfragen sehen Biden im Präsidentschaftswahlkampf derzeit vor US-Präsident Trump.

DER WEG IN DIE POLITIK

Der 77-Jährige Jurist begann seine Politiker-Karriere im Stadtrat von Wilmington (Delaware), wo er heute mit seiner zweiten Ehefrau Jill lebt. Im Alter von nur 29 Jahren wurde Biden 1972 in den US-Senat gewählt. Doch der Triumph bei der Senatswahl 1972 wurde von einer Tragödie überschattet, als Bidens erste Ehefrau Neilia und die gemeinsame Tochter Naomi bei einem Autounfall getötet wurden. Die Söhne Beau und Hunter wurden verletzt. 2015 verlor Biden auch seinen Sohn Beau, dieser starb an den Folgen eines Hirntumors.

Über Beau lernte Biden seine Vize-Kandidatin Kamala Harris kennen - und es war Beaus Meinung über sie, die bei seiner Entscheidung eine wichtige Rolle spielte. Die beiden Juristen waren befreundet, als sie Generalstaatsanwälte und Justizminister waren - Harris in Kalifornien, Beau Biden in Delaware.

Ganz anders Bidens jüngerer Sohn Hunter: Seine Geschäfte in der Ukraine brachten Biden im vergangenen Jahr in Erklärungsnot. Trump wirft Biden vor, einst als US-Vizepräsident versucht zu haben, seinen Sohn vor der ukrainischen Justiz zu schützen. Mittlerweile lebt Hunter Biden in Kalifornien und arbeitet als Künstler.

POLITIK PROFI MIT ERFAHRUNG IM WEISSEN HAUS

Es sind die Charakterzüge Bidens, die die Demokraten im diesjährigen Wahlkampf herausstellen. Die frühere First Lady Michelle Obama sagte diese Woche, Biden sei ein "zutiefst anständiger Mann", er höre zu, werde die Wahrheit sagen und der Wissenschaft vertrauen. Vize-Kandidatin Harris sagte über den 77-Jährigen: "Er ist jemand, dessen erste Reaktion, wenn es hart wird, ist, nie an sich zu denken, sondern sich um alle anderen zu kümmern." Herausgestellt wird auch Bidens politische Erfahrung – verständlich nach 36 Jahren als Senator und acht Jahren als Vizepräsident.

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