Als erster US-Präsident regiert Donald Trump vor allem über Twitter. Hier attackiert er seine Gegner heftig, und macht dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-Un Komplimente. Kritik, die es reichlich gibt, prallt an ihm ab.

Als der New Yorker Immobilienmagnat Donald Trump im November 2016 seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton schlug und US-Präsident wurde, ahnten viele, dass er anders agieren würde als die Präsidenten vor ihm. Doch in den vergangenen vier Jahren wurden die meisten Beobachter von der Zahl der Skandale und seiner Art doch überrascht.

Weltpolitik macht der "America First"-Präsident per Twitter, wo ihm 84 Millionen Menschen folgen. Mit China und der EU brach er Handelskonflikte vom Zaun. Im Streit um Verteidigungsausgaben bestrafte er Deutschland mit der Ankündigung, ein Drittel der US-Soldaten abzuziehen. Seine Gegner greift er ebenfalls über Twitter an, gelegentlich auch unter der Gürtellinie.

TRUMP UND DIE AUTOKRATEN

Zu Autokraten wie Kremlchef Wladimir Putin pflegt der US-Präsident dagegen ein gutes Verhältnis, über seine Beziehung zum nordkoreanischen Diktator Kim Jong-Un sagte Trump einst: "Wir haben uns ineinander verliebt."

Seine Unterstützer schätzen seine unkonventionelle Art, mit der er sich als Gegenentwurf zu Berufspolitikern wie Biden präsentiert. Dass Trump viel Zeit auf dem Golfplatz verbringt (und dort nach Angaben von Kritikern nicht immer ehrlich spielt), hat ihm bei seinen Anhängern nicht geschadet.

KRITIK AUS DER EIGENEN FAMILIE

Im Weißen Haus stehen Donald Trump vor allem Tochter Ivanka aus der ersten Ehe und deren Gatte Jared Kushner als offizielle Berater zur Seite. Trumps Firmen werden von den Söhnen Donald Jr. und Eric geführt, seit der Vater im Oval Office sitzt.

Wenig schmeichelhaft war ein Enthüllungsbuch von Präsidentennichte Mary Trump, das kurz vor der Wahl erschien. Die promovierte Psychologin bescheinigt ihrem Onkel darin, ein Narzisst zu sein. In ihrem Buch warnt Mary Trump vor einem "Ende der amerikanischen Demokratie" im Falle einer Wiederwahl ihres Onkels - den sie für einen pathologischen Lügner und für einen Rassisten hält.

ANSCHULDIGUNGEN GEGEN TRUMP

Seine Amtszeit wird von schweren Anschuldigungen überschattet, die Trump pauschal dementierte: Etwa die Russland-Affäre, bei der es um etwaige Beziehungen zwischen dem Trump-Wahlkampfteam und Vertretern Russlands ging - FBI-Sonderermittler Robert Mueller fand keine Beweise dafür.

Bald darauf folgte die Ukraine-Affäre, in der Trump vorgeworfen wurde, den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu Ermittlungen gegen Biden gedrängt zu haben. Trump musste sich deswegen als erst dritter Präsident in der Geschichte der USA einem Amtsenthebungsverfahren unterziehen. An dessen Ende wurde er durch die Mehrheit seiner Republikaner im Senat freigesprochen. Dass Trump trotz der massiven Vorwürfe gegen seine Person weiterhin im Amt ist, beweist: Er ist ein Überlebenskünstler. Im November will der 74-Jährige seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden schlagen und für weitere vier Jahre im Weißen Haus bleiben.

Donald Trump