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Die Aktionäre des Essener Energiekonzerns Innogy kommen am Dienstag (10.00 Uhr) zur möglicherweise letzten ordentlichen Hauptversammlung des Konzerns zusammen. Nur drei Jahre nach ihrem Start soll die Netz- und Ökostromtochter des Energieriesen RWE zerschlagen werden. Der langjährige RWE-Konkurrent Eon will Innogy übernehmen und hat dazu mit RWE ein umfangreiches Tauschgeschäft vereinbart.

Eon will die Strom- und Gasnetze und das Endkundengeschäft von Innogy behalten und die Ökostromproduktion zusammen mit den eigenen erneuerbaren Energien an RWE weiterreichen. Zudem soll RWE mit 16,7 Prozent an Eon beteiligt werden und eine einmalige Ausgleichszahlung von 1,5 Milliarden Euro erhalten. Eon hat sich mittlerweile fast 90 Prozent der Innogy-Aktien gesichert.

Nach der Innogy-Übernahme würde Eon zum mit weitem Abstand größten Stromlieferanten in Deutschland mit mehr als 12 Millionen Kunden. Weitere 2,1 Millionen Kunden würde der Konzern mit Gas beliefern und vielerorts die Verteilnetze betreiben. Europaweit hätte Eon dann 50 Millionen Kunden. Daher fürchten Konkurrenten und Verbraucherschützer um den Wettbewerb. Die EU-Kommission prüft deshalb intensiv, ob den Stromkunden Preiserhöhungen drohen.

Teil des Deals bereits durchgewinkt

Einen Teil des Deals haben die Wettbewerbshüter bereits durchgewinkt. So hat RWE die Genehmigung zur Beteiligung an Eon und zur Übernahme der erneuerbaren Energien erhalten. Auch die Übernahme der Innogy-Netze durch Eon gilt nach Einschätzung von Kartellrechtlern als weitgehend unproblematisch, da dieses Geschäft von der Bundesnetzagentur kontrolliert wird.

Bei Energieverkauf sieht das anders aus. Hier fürchtet die EU-Kommission um den Wettbewerb. Im März hatte sie Bedenken geäußert, "dass der verbleibende Wettbewerbsdruck nicht ausreichen würde, um die Marktmacht des neu entstehenden Unternehmens zu beschränken und Preiserhöhungen für die Verbraucher zu vermeiden". Die Kommission hat deshalb eine vertiefte Prüfung des Deals eingeleitet.

Mit Eon und Innogy würden zwei Riesen zusammengehen. Eon setzte im vergangenen Jahr gut 30 Milliarden Euro um, Innogy fast 37 Milliarden Euro. Beide haben jeweils rund 43 000 Mitarbeiter. Bis zu 5000 Stellen sollen nach der Übernahme abgebaut werden - ohne betriebsbedingte Kündigungen.