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Das Elektroauto, im Volksmund E-Auto genannt, hat keinen Auspuff. Den braucht es auch nicht. Es fährt nicht durch die Verbrennung von Treibstoff, sondern durch die Energieabgabe einer Batterie. Weil die Autos somit keine Abgase ausstoßen, werden sie als klimaschonende Fortbewegung der Zukunft gehandelt. Doch die E-Innovation erschien nicht erst durch bekannte Marken wie Tesla auf der Bildfläche.

Geschichte der E-Autos

Die Technologie von E-Autos wurde schon Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelt. Gegen den seit den 1850er-Jahren bekannten und wesentlich reichweitenstärkeren und billigeren Verbrennermotor konnte sich das E-Auto jedoch nicht durchsetzen.

Die Reichweite der damaligen Modelle lag bei nur knapp 100 Kilometern. Als die Nachfrage zurückging, verschwanden die E-Autos in den 1910er-Jahren vorerst wieder vom Automarkt. Für die Fortbewegung wurde die Technologie dennoch verwendet: Fahrzeuge wie Elektrolokomotive, Oberleitungsbusse und Straßenbahnen nutzten die Fahrenergie aus stromdurchflossenen Oberleitungen.

Die Renaissance des E-Autos wurde erst durch die vom Golfkrieg ausgelöste Ölkrise in den 1990er-Jahren angestoßen. Amerikanische und deutsche Autohersteller wagten sich an erste Serienauflagen von ein paar Hundert Autos. Ein Wendepunkt: 2006 stellte der neu gegründete Hersteller Tesla den Roadster vor und begeisterte mit 350 Kilometern Reichweite. Der Markteintritt des Unternehmens von Elon Musk gilt als Anstoß für das weltweit steigende Interesse an den klimafreundlicheren E-Autos. Das Unternehmen aus Kalifornien habe „die Automobilindustrie vom Kopf auf die Füße gestellt", erklärte der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer in einem Interview beim Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Elon Musk habe „das reichweitenvernünftige Elektroauto erfunden und war auch beim teilautonomen Fahren führend. Musk strotzt vor Innovationen“, so Dudenhöffer.

Wie viel Nachhaltigkeit steckt drin?

Ein Sprung in die jüngere Vergangenheit: 2021 gab es laut Statista weltweit bereits rund 17,4 Millionen Elektroautos, über sechs Millionen Fahrzeuge mehr als im Vorjahr. Kein Ausstoß von Abgasen – klingt wie ein klimafreundlicher Fortbewegungstraum. Doch in der Realität wirken sich Batterieproduktion, Stromerzeugung und Lebensdauer auf die Ökobilanz aus.

Ob ein E-Auto am Ende umweltfreundlicher als ein Benziner oder Diesel ist, darüber streitet die Wissenschaft. Mehrere Studien belegen allerdings, dass E-Autos einen geringeren " CO2-Rucksack" haben. Laut einer Studie der Bundeswehr-Uni München aus dem Herbst 2022 sind E-Autos um 89 Prozent besser. Und auch eine Untersuchung der Yale School of the Environment (YSE) vom Dezember 2021 sah "beim CO2-Rucksack ebenfalls die Elektrofahrzeuge im Vergleich zu Autos mit fossilem Brennstoffantrieb klar vorne".

Volle Ladung voraus

Wer sich ein E-Auto angeschafft hat, muss nicht zur Tankstelle – sondern an die Ladesäule. Laut Bundesnetzagentur gibt es in Deutschland derzeit (Stand: September 2022) rund 70.000. Im Vergleich: In den kleineren Niederlanden gibt es bereits 80.000. Mit zunehmender Zahl an E-Autos auf den Straßen braucht es eine deutlich größere Ladesäulen-Infrastruktur. Die Bundesregierung hat auch hierfür einen Plan geschmiedet: Bis 2030 sollen es eine Million Ladepunkte sein. Dieser Faktor ist besonders entscheidend, da sich knapp 54 Prozent der potenziellen Käufer durch beschränkte Lademöglichkeiten von der Anschaffung abhalten lassen. Das besagt eine Umfrage der Förderbank KfW (KfW-Energiebarometer 2021).

Das Schild einer Stromtankstelle in der Innenstadt.
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Knackpunkt Kosten

Im Juni 2022 hat das EU-Parlament beschlossen, dass es ab 2035 keine Neu-Zulassungen für Verbrenner-Autos mehr geben wird. In Deutschland wurden die Weichen für die Mobilitätswende schon etwas früher gestellt: Im Winter 2021 verankerte die Bundesregierung das Ziel von 15 Millionen E-Autos bis Ende 2030 im Koalitionsvertrag.

Bis Ende 2022 wird der Kauf eines E-Autos noch durch Umweltbonus und Innovationsprämie staatlich gefördert. Insgesamt sind bis zu 9.000 Euro möglich. Doch die Fördersätze gehen ab 2023 deutlich zurück. Förderungen für E-Autos werden dann um 25 Prozent reduziert. Bei E-Autos mit Nettolistenpreis über 40.000 Euro werden sie sogar um 40 Prozent gekürzt, für Plug-in-Hybride ab 2023 komplett gestrichen. Das hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mitgeteilt.

Außerdem gilt: Sind die Fördertöpfe vom Bund einmal leer, werden sie auch nicht mehr aufgefüllt. Ein weiterer Faktor, den es zu beachten gilt, ist die Energiekrise. Sie führt dazu, dass der Strom immer teurer wird. Das betrifft natürlich auch die Elektromobilität. Je nach Automodell und Ladegeschwindigkeit kostet einmal "volltanken" mittlerweile fast genau so viel wie eine Tankfüllung mit Benzin oder Diesel – trotz ebenfalls steigender Spritpreise.

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