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Die Arbeitskraft in Deutschland wird knapper - aber noch gibt es ein erhebliches Potenzial von Menschen, die gern mehr arbeiten würden. Knapp 5,1 Millionen Männer und Frauen im Alter zwischen 15 und 74 Jahren wollten im vergangenen Jahr mehr tun, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden berichtete. Allerdings waren das 373 000 Personen oder 6,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, weil in der guten Konjunktur mehr Jobs vergeben werden. Das ungenutzte Arbeitskräftepotenzial schmilzt also.

2 Millionen Unterbeschäftigte

Die größte Teilgruppe von rund 2,4 Millionen Menschen sind sogenannte Unterbeschäftigte, die zwar Jobs haben, aber nach eigenen Angaben gern mehr arbeiten würden. Das trifft beispielsweise auf jeden achten Teilzeitbeschäftigten zu. Hinzu kommen 1,6 Millionen Erwerbslose und 1 Million Menschen, die von den Statistikern zur «stillen Reserve» gezählt werden. Sie haben keine Jobs, gelten aber auch nicht als erwerbslos, weil sie beispielsweise Rentner sind oder kurzfristig keine Arbeit übernehmen können.

Den Unterbeschäftigten stehen aber auch 1,4 Millionen Erwerbstätige gegenüber, die gern kürzer treten und dafür auch Gehaltseinbußen akzeptieren würden. Die Zahl dieser sogenannten Überbeschäftigten hat sich binnen Jahresfrist um 234 000 oder satte 20 Prozent erhöht. Die Gruppierungen von Menschen, die mehr arbeiten wollen, schrumpfen hingegen. Generell werden nur gut zwei Drittel (66,9 Prozent) der Bevölkerung in dieser Altersgruppe als Erwerbstätige betrachtet.