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Neues Dekret: Putin greift gegen "schwule Propaganda" durch

10.11.2022 • 08:20

Für Russlands Präsident Wladimir Putin geht nichts über die "traditionellen Werte" seines Landes. Deshalb geht er gegen Bedrohungen durch andere Staaten sowie durch "schwule Propaganda" vor.

Für Russlands Präsident Wladimir Putin geht nichts über die "traditionellen Werte" seines Landes. Deshalb geht er gegen Bedrohungen durch andere Staaten sowie durch "schwule Propaganda" vor. Der Kreml-Chef hat ein Dekret unterzeichnet, demzufolge Moskau "dringende Maßnahmen" ergreifen müsse. Es geht darum, Bedrohungen durch Terrororganisationen, "gewisse Massenmedien" sowie durch die USA und "andere unfreundliche fremde Staaten" abzuwehren.

In dem Dekret werden auch "gewisse Organisationen und Leute auf russischem Boden" genannt, die "fremde" Gedanken in die Gesellschaft tragen und "mit Propaganda für nicht-traditionelle sexuelle Beziehungen die Zerstörung des traditionellen Familienverbands" bewirken könnten. Putins Ansichten gehen offenbar mit denen der russisch-orthodoxen Kirche einher. So sagte der hochrangige Geistliche Fjodor Lukjanow der staatlichen Nachrichtenagentur Tass, das Dekret könnte "unsere Leute und unsere Kinder vor Beschmutzung" schützen.

Das UN-Menschenrechtsbüro hatte vor der Unterzeichnung des Dekrets eine damit verbundene Benachteiligung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern kritisiert. Das verletze international geltende Menschenrechte und Standards, teilte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, mit. Bemühungen, Russland unter anderem davon abzubringen, Informationen oder Diskussionen über LGBT gänzlich zu verbieten, waren vergebens.