Teilen
Merken
NEWSTIME

Keine Tarifeinigung: Post streikt bundesweit

20.01.2023 • 10:08

Die Gewerkschaft ver.di hat im Tarifstreit bei der Deutschen Post zu bundesweiten Streiks in Brief- und Paketzentren aufgerufen. Die Postmitarbeiter:innen sollen nach gescheiterten Tarifgesprächen am 20. Januar ganztägig die Arbeit niederlegen.

Die Gewerkschaft ver.di hat im Tarifstreit bei der Deutschen Post zu bundesweiten Streiks in Brief- und Paketzentren aufgerufen. Die Postmitarbeiter:innen sollen nach gescheiterten Tarifgesprächen am 20. Januar ganztägig die Arbeit niederlegen. In den ersten Bundesländern, genauer gesagt in Berlin und Brandenburg, sind erste Postangestellte bereits in den Warnstreik getreten. Schon in der Nacht haben rund 300 Tarifbeschäftigte ihre Arbeit dort niedergelegt, wie ver.di-Fachbereichsleiterin Benita Unger laut der dpa sagte. Sie gehe weiterhin davon aus, dass alle 3.000 Angestellten in Zustellbasen vor Ort dem Aufruf zum Streik nachkommen werden. Die Gewerkschaft hatte sich nach einer erfolglosen zweiten Tarifrunde, in der ver.di eine 15-prozentige Lohnerhöhung forderte, für einen zweitägigen Ausstand entschieden. Die Linke-Vorsitzende Janine Wissler versteht den Groll. Bei einem Besuch eines Briefzustellstützpunktes in Berlin-Neukölln betonte sie, der Konzern habe 2022 das erfolgreichste Jahr seiner Geschichte verbucht, sei aber nicht bereit, seine Beschäftigten am Erfolg teilhaben zu lassen. „Wenn man die 8,4 Milliarden Gewinn runterrechnen würde auf die 160.000 Tarifbeschäftigten der Deutschen Post in Deutschland, ergäbe sich daraus rechnerisch, dass man jedem Beschäftigten 52.000 Euro auszahlen könnte.“ Die ersten beiden Tarifrunden brachten keine Einigung, die Post kündigte aber an, in der dritten Runde, die am 8. und 9. Februar stattfinden soll, ein Angebot vorlegen zu wollen.