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Katar und China schließen LNG-Partnerschaft: Was bedeutet das für Deutschland?

23.11.2022 • 16:28

Katar und China haben ein langfristiges und umfangreiches Gasabkommen unterzeichnet. Doch was bedeutet das für Deutschland?

Katar und China haben ein langfristiges und umfangreiches Gasabkommen unterzeichnet. Der Produzent Qatar Energy will über 27 Jahre insgesamt 108 Millionen Tonnen Flüssiggas (LNG) an den chinesischen Konzern Sinopec liefern, wie das katarische Unternehmen mitteilte. Es handele sich um den längsten Gasliefervertrag in der Geschichte der Flüssiggasindustrie, erklärte Katars Energieminister Saad Scharida al-Kaabi. Sinopec nannte den Deal einen „Meilenstein“. Das Abkommen sei ein „wichtiger Teil der integrierten Zusammenarbeit beider Seiten“, hieß es in einer Mitteilung. Die beiden Unternehmen hatten bereits im März 2021 ein erstes Gaslieferabkommen unterzeichnet, das über zehn Jahre läuft. Katar ist einer der weltweit größten Exporteure von Flüssiggas. Das reiche Emirat verfügt nach Russland und dem Iran über die drittgrößten Gasreserven weltweit. Katar teilt sich mit dem Iran das weltweit größte Gasfeld, das vor der Küste des Landes liegt. Der allergrößte Teil des Exports geht nach Asien, bislang vor allem nach Japan, Südkorea und Indien. Auch Deutschland will künftig größere Mengen an Flüssiggas aus dem Golfstaat importieren. Das Problem: Auf dem Markt sind Laufzeiten von 20 Jahren üblich, wie Sebastian Gulbis, Partner beim Energieberatungsunternehmen Enervis, gegenüber „ntv.de“ erklärt. Weil LNG jedoch nur als Übergang dienen soll und Deutschland keine so langen Verträge abschließen will, ist noch nicht klar, wann und ob ein Lieferabkommen tatsächlich geschlossen werden kann.