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Der Rekord-Europameister setzte sich im EM-Finale am Sonntag vor 14.238 Zuschauern in Budapest gegen Titelverteidiger Spanien mit 27:26 (12:13) durch und machte den fünften Triumph nach 1994, 1998, 2000 und 2002 perfekt. Bronze ging an Weltmeister Dänemark, der das Spiel um Platz drei gegen Olympiasieger Frankreich mit 35:32 (29:29, 13:14) nach Verlängerung gewann.

Das Endspiel unter der umsichtigen Leitung der deutschen Schiedsrichter Robert Schulze und Tobias Tönnies bot von Beginn an Tempo und Dramatik. Beste Werfer für den WM-Zweiten aus Schweden waren Kreisläufer Oscar Bergendahl und der aus der Corona-Quarantäne zurückgekehrte Niklas Ekberg mit jeweils fünf Toren. Der Kieler verwandelte in letzter Sekunde einen Siebenmeter und setzte damit den Schlusspunkt. Für die Spanier traf Rechtsaußen Aleix Gomez sechsmal.

Immer ein knappes Spiel

Die Schweden lagen zunächst zwar stets vorn, konnten sich aber nie richtig absetzen. Der Vorsprung wuchs zu keiner Zeit auf mehr als zwei Tore an. Dabei erwischte Torwart Andreas Palicka wie schon beim 34:33 im Halbfinale gegen Frankreich einen Sahnetag. Der 35-Jährige war mit zahlreichen Paraden der große Rückhalt und zeichnete sich erneut auch als Torschütze aus.

Doch im Angriff ließen die Skandinavier viele Chancen liegen - darunter in den ersten 15 Minuten gleich zwei Siebenmeter. So blieben die abgezockten Spanier immer in Schlagdistanz. "Die spielen einen sehr cleveren und ökonomischen Handball. Sie machen sich keinen Stress und agieren nie aufgeregt, selbst bei einem Rückstand", charakterisierte Bundestrainer Alfred Gislason kurz vor dem Anpfiff bei "Sportdeutschland.tv" die Spielweise des Titelverteidigers.

Schweden mit starken Nerven

Und in der Tat: Eine Minute vor der Pause ging Spanien beim 12:11 erstmals in Führung - auch weil Torwart Rodrigo Corrales Rodal einige Bälle parierte. Im zweiten Durchgang blieb es spannend. Beide Teams agierten auf Augenhöhe und fanden immer wieder Lücken in der Abwehr des Gegners. So ging es Kopf an Kopf in die letzten zwei Minuten, in denen die Schweden die Nerven behielten und am Ende jubelten.

Die von 16 Corona-Fällen geplagte deutsche Mannschaft hatte sich bereits nach der Hauptrunde als Siebter aus dem Turnier in Ungarn und der Slowakei verabschiedet. Für Kapitän Johannes Golla gab es zum EM-Abschluss aber zumindest noch einen schönen persönlichen Erfolg. Der 24-Jährige vom deutschen Vizemeister SG Flensburg-Handewitt wurde als bester Kreisläufer ins All-Star-Team gewählt. "Das ist eine schöne Überraschung und toll, so eine Anerkennung für das Geleistete zu bekommen", sagte Golla.