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Sandro Wagner hat gut ein halbes Jahr nach dem aktiven Karriereende seinen ersten Cheftrainer-Job: Der ehemalige Fußball-Nationalspieler wird zur neuen Saison U19-Coach bei der SpVgg Unterhaching. Das gab der Münchner Vorortverein aus der 3. Liga am Donnerstag bekannt. "Ich sehe das als große Chance, wertvolle Erfahrungen im täglichen Umgang mit einer ambitionierten Mannschaft kurz vor dem Seniorenbereich zu sammeln", sagte Wagner.

Der 33-Jährige war zuletzt als Experte des Streamingdienstes DAZN zu sehen, außerdem unterstützte er die U16-Auswahl des DFB als Stürmertrainer. Der ehemalige Profi, der unter anderem für den FC Bayern, 1899 Hoffenheim und Werder Bremen auf Torejagd ging, habe in den Verhandlungen gezeigt, "dass er ein klares Konzept verfolgt und große Lust auf die Nachwuchsarbeit hier in Haching hat", sagte Hachings Vereinschef Manfred Schwabl. Der Ex-Nationalspieler bezeichnete Wagner als "perfekte Wahl" für die Schnittstelle zwischen Jugend und Profis.

Der meinungsstarke Ex-Profi Wagner erhielt einen Zweijahresvertrag. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung über den Unterhachinger Deal berichtet.

Der gebürtige Münchner bestritt acht Länderspiele und schoss dabei fünf Tore. Seine letzte Station als Spieler war das Engagement bei Tianjin Teda in China in der vorigen Saison. Der frühere Stürmer ist überzeugt, dass die U19 "der optimale Start für mich als Vereins-Trainer ist".

Besserer Trainer als Spieler?

Seine Ambitionen in dem Metier hatte Wagner bereits mehrfach geäußert. Bei den ersten Stationen zum Reinschnuppern seit vorigem August habe er bereits gemerkt, dass ihm die Trainerrolle mehr Spaß mache als das Spielerdasein, hatte er dem "Kicker" Ende 2020 gesagt. "Ich bin überzeugt davon, dass ich als Trainer besser werde, als ich es als Spieler war - weil ich für den Trainerberuf bessere Voraussetzungen mitbringe als damals für meine Spielerkarriere."

Unterhachings Boss Schwabl traut seinem neuen Mitarbeiter eine "große Trainerkarriere" zu und ist sicher, "dass er in den nächsten zehn Jahren ein Bundesliga-Trainer sein wird", wie er Sport1 sagte.

Bei der Spielvereinigung ist man stolz, Wagner verpflichtet zu haben, hatte dieser laut Schwabl doch "mehrere Optionen". Außerdem: "Dass er zu uns kommt, tut meiner Seele gut, denn wir stehen mit den Profis vorm Abstieg in die Regionalliga." Als Schlusslicht der 3. Liga hat die Spielvereinigung acht Punkte Rückstand auf die Rettung.