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Entwarnung in Köln, Erleichterung in der Bundesliga. Die Ergebnisse der zweiten Coronavirus-Testreihe beim 1. FC Köln haben der Deutschen Fußball Liga (DFL) vorerst eine noch lautere Diskussion um die Tragfähigkeit ihres medizinischen Konzepts erspart. Wie die Rheinländer am Montag bekanntgaben, ist kein weiterer Profi oder Betreuer infiziert. Die Sorge, dass die zuvor drei positiv Getesteten andere Teammitglieder angesteckt haben könnten, erwiesen sich damit fürs Erste als unbegründet. Anders als die beiden betroffenen Spieler und der Betreuer müssen keine weitere Personen in Quarantäne.

Keine weiteren positiven Tests

Nach Auskunft der Kölner wurden die beiden zuvor positiv getesteten Profis und der ebenfalls betroffene Betreuer nicht erneut getestet. Das Trio war in Abstimmung mit dem zuständigen Gesundheitsamt isoliert worden. Besonders bei den Spielern, die in der gleichen Trainingsgruppe wie die beiden infizierten Teamkollegen waren, galt das Risiko als hoch. Dank der jüngsten Untersuchungsergebnisse kann die restliche Mannschaft ihre Vorbereitung auf mögliche Geisterspiele jedoch vorerst ohne weitere Einschränkungen fortsetzen. "Am Montagnachmittag wird die Mannschaft von Cheftrainer Markus Gisdol wieder in Gruppen trainieren", schrieb der FC.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hält das DFL-Gesundheitskonzept trotz der Vorkommnisse in Köln für tragfähig. "Die Kölner Corona-Fälle sind ja gerade der Beleg, dass das ganze System funktioniert. Es ist ein riesen Sicherheitskonzept entwickelt worden, das inzwischen parteiübergreifend Zustimmung gefunden hat", sagte der CDU-Politiker am Montag im ARD-Mittagsmagazin. "Wenn bei allen Vereinen jetzt so getestet wird, dann wird man in der Tat, wenn es Mitte Mai losgehen könnte, dann sicher sein, dass die, die positiv auffällig wären, bereits vorher zurückgezogen sind", fügte Laschet an.

Die DFL hofft am Mittwoch bei der Konferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die Entscheidung, die Bundesliga-Spielzeit noch im Mai ohne Zuschauer fortsetzen zu können.

Kritik an Quarantäne-Regeln

Die drei positiven Fälle beim FC hatten für neue Zweifel am Geisterspiele-Plan der Bundesliga gesorgt. Vor allem die Quarantäne-Regel wurde vielerorts kritisch bewertet. Für zusätzliche Brisanz sorgte die Aussage des Kölner Mittelfeldspielers Birger Verstraete, der als erster Profi öffentlich Bedenken gegen das medizinische DFL-Konzept und Ängste vor einer Ansteckung geäußert hatte. Der Belgier hatte seine Kritik später in einer Mitteilung des Vereins relativiert und sich für sein Vorgehen entschuldigt. Zudem wiesen die Kölner den Vorwurf, dass Spieler auch im Falle eines positiven Corona-Tests weiter zusammen trainieren würden, als falsch zurück.

Im Fall einer Fortsetzung der Saison plant der FC ein "quarantäne-ähnliches Trainingslager". "Dies gilt, sobald die Politik eine positive Entscheidung für eine Fortsetzung des Spielbetriebs fällt – frühestens also im Laufe der kommenden Woche", hatte der Club am Sonntagabend mitgeteilt. Diese Form "einer freiwilligen Quarantäne", erweitere "das bisherige Infektionsschutz- und Hygienekonzept" und "soll das Risiko einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus weiter verringern".