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Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp macht im Dauerstreit mit der Ultra-Szene in der Fußball-Bundesliga einen Schritt auf seine Gegner zu. "Mich zum Gesicht für den Kommerz zu machen, ist wirklich nicht nachvollziehbar. Leider war die Hetze so perfekt inszeniert, dass Ultras vieler Vereine mitgemacht haben. Ich will das aber alles gerne vergessen, wenn es von nun an Geschichte ist", sagte Hopp in einem Beitrag für das "Aktuelle Sportstudio". Der 79 Jahre alte Milliardär hofft auf ein Ende der wochenlangen Schmähungen gegen seine Person in den Stadien, wenn der Fußball wieder los geht.

Hassplakate und Aufregung in der Fan-Szene

Hopp war vor der Zwangspause in der Bundesliga - wieder einmal - wochenlang in deutschen Stadien angefeindet worden. Auslöser der Eskalation war eine Entscheidung des DFB-Sportgerichts. Dieses hatte eine Bewährung für Fans von Borussia Dortmund wegen fortgesetzter Hassplakate gegen Hopp aufgehoben und alle BVB-Anhänger für die nächsten zwei Jahre von Pflichtspielen ihres Clubs in Sinsheim ausgeschlossen. Solche Kollektivstrafen, die vom DFB und dem damaligen Präsidenten Reinhard Grindel 2017 ausgesetzt wurden, stoßen in der Fan-Szene auf heftige Ablehnung.

"Ich würde denen gerne mal meine Geschichte mit der TSG Hoffenheim erzählen, die nun schon 66 Jahre andauert", sagte Hopp und betonte: "Für die meiste Menschen war ich auch vor der Krise kein Buhmann." Die Fan-Szene in Dortmund reagierte verhalten auf Hopps Auftritt. "Das Thema Dietmar Hopp ist uns zurzeit egal, das Statement von Dietmar Hopp spricht für sich", sagte Jan-Henrik Gruszecki, Sprecher des Bündnisses Südtribüne.

"Das ist sinnlos"

Hopp hatte bislang mit Anzeigen auf die Beleidigungen reagiert und zuletzt eine Gesprächsbereitschaft abgelehnt ("Das ist sinnlos, die leben in einer anderen Welt"). Wegen der Hassplakate gegen Hoffenheims Mäzen hatte es mehrere Spielunterbrechungen in der Liga gegeben. Darunter war die denkwürdige Partie der TSG gegen den FC Bayern München, als sich beide Teams beim Stand von 6:0 für die Münchner aus Protest nur noch den Ball zuschoben.

Hopp hat in der Corona-Krise außerhalb des Fußballs auf sich aufmerksam gemacht. Der SAP-Mitbegründer ist Mehrheitseigner des Tübinger Pharmaunternehmens CureVac, das an einem Impfstoff gegen das Virus forscht. Auf die Frage, ob der Kampf gegen das Coronavirus die teils kriminellen Angriffe auf ihn stoppen könnte, hatte Hopp schon im März gesagt: "Das ist in keinster Weise meine Motivation. Aber es wäre natürlich ein sehr schöner Nebeneffekt. Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, wie sehr mich diese Angriffe belasten."

"Der DFB hat uns so erzogen"

Der ProFans-Sprecher Sig Zelt hat derweil der Deutschen Fußball Liga (DFL) und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) eine Mitschuld an den teilweise beleidigenden Protesten gegeben. "Die Fanszenen haben gemerkt: Wenn sie möglichst beleidigend und laut vorgehen, dann werden sie gehört. Der DFB hat uns so erzogen", sagte Zelt dem Internetportal «Sportbuzzer» und beklagte mangelnde Mitbestimmung. Zu den Hassplakaten und -gesängen gegen Hopp sagte Zelt: "Persönliche Angriffe kann man nicht verteidigen, auch ich nicht."