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Trotz einer beeindruckenden Aufholjagd verlor das Team um den lange Zeit abgemeldeten Anführer Dennis Schröder am Sonntag in Shenzhen gegen Mitfavorit Frankreich mit 74:78 (20:36). Nach nur vier Punkten im ersten Viertel und zwischenzeitlich 24 Zählern Rückstand kämpfte sich die Auswahl von Bundestrainer Henrik Rödl im Schlussabschnitt noch einmal heran, konnte aber das Comeback nicht mehr krönen.

Beste deutsche Werfer waren NBA-Star Dennis Schröder mit 23 und Johannes Voigtmann mit 25 Punkten. Bei den französischen Defensivkünstlern um NBA-Starcenter Rudy Gobert kam Evan Fournier auf 26 Zähler. Um sicher die Zwischenrunde zu erreichen, braucht das deutsche Team nun zwei Siege gegen die Dominikanische Republik und Jordanien, das das Duell der beiden Außenseiter zuvor mit 76:80 verlor.

«Auf geht’s, Jungs!!! Ich wünsche euch ein tolles Turnier!!», hatte Nowitzki die deutsche Mannschaft via Twitter vor der Partie angefeuert. Doch alle Unterstützung des 41 Jahre alten WM-Botschafters half nichts, tief im Sitz vor der Ehrenloge vergraben erlebte die NBA-Ikone die Niederlage.

Das deutsche Team erwischte einen Auftakt zum Vergessen. Eingeschüchtert durch die physisch starke Verteidigung der Franzosen verfehlten die Würfe von Schröder & Co. teils deutlich ihr Ziel. Der 2,16-Meter-Hüne Gobert räumte Paul Zipser per Block ab, die Franzosen spielten offensiv ebenfalls nicht überragend, zogen aber stetig davon.

Es fehlt die Kreativität

Beim Stand von 0:7 nahm Rödl die erste Auszeit - zunächst ohne Effekt. Erst der zuletzt angeschlagene Aufbauspieler Maodo Lo beendete die quälende Serie ohne Korberfolg nach siebeneinhalb Minuten per Distanzwurf zum 3:14. Nowitzki reckte die rechte Hand mit drei abgespreizten Fingern in die Luft und klatschte erleichtert. Vier eigene Punkte und ein getroffener Feldwurf bei 17 Versuchen lautete die Schreckensbilanz des ersten Viertels.

Doch langsam fing sich die deutsche Auswahl scheinbar. Im geordneten Angriff fehlte die Kreativität, mit Ballgewinnen erarbeite sich der Außenseiter aber einfache Körbe. Center Voigtmann von Euroleague-Champion ZSKA Moskau führte maßgeblich einen 13:0-Lauf an, plötzlich betrug der Rückstand beim 17:21 nur noch vier Zähler. Schröder traf per Dreier seinen ersten Feldwurf - plötzlich war jedoch wieder jeglicher Schwung dahin. Die Franzosen trafen sicher aus der Distanz, dominierten den Rebound, blockten immer wieder zu zaghafte deutsche Versuche und erzielten die letzten zwölf Punkte der ersten Hälfte.

Im Achtelfinale der EM 2017 hatte die deutsche Mannschaft mit einem starken Schlussspurt die Franzosen noch 84:81 bezwungen - dafür wolle man «Revanche nehmen», hatte Coach Vincent Collet vor der Partie angekündigt. Und sein Team hielt zunächst weiter Wort.

Erst beim 28:52 fand das deutsche Team seinen offensiven Rhythmus - und legte einen 18:2-Lauf hin. Auch Schröder kämpfte sich mit starkem Einsatz ins Spiel zurück - nach einem harten Foul von Frankreichs Nando de Colo ging der 25-Jährige zu Boden, biss sich aber durch. Bis auf zwei Punkte kam das deutsche Team noch einmal heran - beendete Fournier mit seinen getroffenen Freiwürfen aber alle deutschen Träume.