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Die Bundesregierung hat auf das Konzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) zur Rückkehr von Fans in die Stadien mit einer vorsichtigen Zustimmung reagiert. Es komme "entscheidend darauf an", wie die am Dienstag von den 36 Clubs mehr vereinheitlichten Regelungen gemeinsam mit den Behörden vor Ort umgesetzt werden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Mittwoch. Die Signale aus den Ländern sind angesichts der steigenden Corona-Fallzahlen aber alles andere als eindeutig.

"Auf dem Papier lässt sich vieles darstellen", sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. "Ob das dann auch in der Praxis so durchzuhalten ist, das wird erst noch sehr genau zu prüfen sein, auch wenn ich mir es als Fußballfan wünschen würde." Die Gesundheitsminister der Länder wollen am kommenden Montag (10. August) weiter über das DFL-Konzept beraten, Entscheidungen sind eher nicht zu erwarten.

"Ich bitte wirklich darum, dass man diese Debatten nicht zu einer Grundsatzdiskussion macht, über die Bedeutung von Stehplätzen oder Fans im Allgemeinen", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. Ein Sprecher des Innen- und Sportministeriums bezeichnete die DFL-Vereinbarung am Mittwoch in Berlin als einen "begrüßenswerten Schritt".

Alkohol und Stehplätze vorerst gestrichen

Eintracht Frankfurt und der 1. FC Union Berlin kritisierten die Pläne. "Da wir mit dem Vorgehen grundsätzlich nicht einverstanden sind und zudem die Anträge zu Gästefans, Stehplätzen und Alkoholausschank für unausgewogen im Hinblick auf unsere allgemeine gesellschaftliche Verantwortung, aber auch auf unsere spezielle Verantwortung für Fußballanhänger halten, haben wir bei diesen drei Anträgen mit Nein gestimmt", erklärte Berlins Club-Präsident Dirk Zingler. Die Eintracht stimmte gegen das Alkoholverbot.

Die DFL-Mitgliederversammlung hatte am Dienstag mehrheitlich, aber nicht einstimmig für den Fall der Fan-Rückkehr ein Alkoholverbot sowie die Streichung der Stehplätze bis zum 31. Oktober beschlossen. Bis zum Jahresende sollen zudem keine Gästetickets verteilt werden und Maßnahmen getroffen werden, die eine Nachverfolgung von Infektionsketten möglich macht. Am ehesten scheint das über personalisierte Tickets zu realisieren sein.

In der Bundesliga und 2. Liga soll am dritten September-Wochenende wieder gespielt werden, im DFB-Pokal bereits vom 11. bis zum 13. September. Dass schon dann wieder Zuschauer zugelassen sind, scheint sehr fraglich.