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Der Konflikt zwischen Israel und militanten Palästinensern im Gazastreifen ist erneut gefährlich eskaliert. In der Küstenstadt Aschkelon wurde nach Polizeiangaben in der Nacht zum Sonntag ein Israeli getötet, als eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete sein Wohnhaus traf. Bei Gegenangriffen der israelischen Luftwaffe im Gazastreifen wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza seit Samstag mindestens sechs Palästinenser getötet, darunter eine schwangere Frau und ihr einjähriges Kind. 47 weitere Palästinenser seien verletzt worden.

In Israel wurden nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom 83 Menschen verletzt, darunter eine 80-Jährige, die in Kiriat Gat durch Raketensplitter schwere Verletzungen erlitt.

Seit Samstag haben militante Palästinenser nach israelischen Militärangaben rund 430 Raketen auf israelische Ortschaften abgefeuert. Auch am Sonntagmorgen dauerten die Raketenangriffe an.

Netanjahu beraumt Dringlichkeitssitzung an

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu wollte seine Minister am Sonntag zu einer Dringlichkeitssitzung versammeln, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Die neue Eskalation passiert nur eine Woche vor dem internationalen Gesangswettbewerb Eurovision Song Contest (ESC) in Tel Aviv. Bisher war Tel Aviv während der jüngsten Runde der Gewalt nicht angegriffen worden. Militante Palästinenserorganisationen drohten jedoch mit einer Ausweitung der Angriffe auch auf die Küstenmetropole. Ägypten bemüht sich nach Medienberichten um eine Waffenruhe.

Die israelische Luftwaffe griff in der Nacht zum Sonntag erneut Ziele im Gazastreifen an. Am Samstag hatten Kampfjets unter anderem ein Hauptquartier der dort herrschenden radikalislamischen Hamas-Bewegung sowie mehrere Raketenwerkstätten und Waffenlager zerstört. Israelische Medien berichteten, es seien auch gezielt Wohnhäuser ranghoher Mitglieder der Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Dschihad beschossen worden. Insgesamt wurden nach Armeeangaben seit Samstag 200 Ziele im Gazastreifen attackiert.

In israelischen Wohngebieten mussten seit Samstag Zehntausende Menschen in Schutzräume flüchten, in den betroffenen Regionen heulten immer wieder die Alarmsirenen. Mehrere Häuser in Ortschaften nahe dem Gazastreifen wurden von Raketen getroffen. Die Schulen in Israels Süden blieben am Sonntag geschlossen.

USA stellen sich hinter Israel

Die US-Regierung erklärte sich solidarisch mit Israel und sprach dem Verbündeten die "volle Unterstützung" aus für dessen "Recht auf Selbstverteidigung gegen diese abscheulichen Attacken", wie Außenministeriumssprecherin Morgan Ortagus mitteilte.

Die neue Runde der Gewalt begann, nachdem es am Freitag im Gazastreifen bei Konfrontationen mit israelischen Soldaten an der Grenze erneut Tote gegeben hatte. Vier Palästinenser wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza getötet, darunter zwei Hamas-Kämpfer. Die militanten Palästinenserfraktionen im Gazastreifen teilten in einer gemeinsamen Stellungnahme mit, man werde den Tod der Palästinenser rächen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind bei teilweise gewaltsamen Protesten seit März vergangenen Jahres rund 280 Palästinenser getötet und Tausende verletzt worden.

Israel hält seit mehr als zehn Jahren eine Blockade über den Küstenstreifen aufrecht, die von Ägypten mitgetragen wird. Die Maßnahme wird mit Sicherheitserwägungen begründet. Die Hamas wird von Israel, USA und EU als Terrororganisation eingestuft.