- Bildquelle: Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin via AP/dpa © Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin via AP/dpa

Steckbrief

Name Wladimir Wladimirowitsch Putin
Beruf Präsident der Russischen Föderation
Geburtsdatum 07.10.1952
Geburtsort Leningrad (UdSSR), heute St. Petersburg (Russland)
Wohnort Nowo-Ogarjowo, Moskauer Region (mutmaßlich)

Kindheit, Studium und Geheimdienst

Wladimir Putin stammt aus ärmlichen Arbeiterverhältnissen: Beide Eltern waren Fabrikarbeiter in der zweitgrößten Stadt der Sowjetunion. Leningrad, das heutige Sankt Petersburg, war nach dem Zweiten Weltkrieg ein Zentrum der Industrie. Sein Vater kämpfte im Deutsch-Sowjetischen Krieg und war Kriegsverwundeter, seine Mutter überlebte die deutsche Belagerung Leningrads. Diese Darstellung verbreitet Putin selbst. Wladimir war demnach der jüngste von drei Söhnen, seine beiden älteren Brüder starben im Kindesalter – er wuchs als Einzelkind auf. Überlieferungen zufolge lernte er früh, sich durchzusetzen. Er betrieb demzufolge Kampfsport und ging keinem Konflikt aus dem Weg.

Nach der Schule blieb er in Leningrad und studierte Jura. Nach dem abgeschlossenen Studium machte er beim KGB (Komitee für Staatssicherheit) Karriere, beim Geheimdienst der Sowjetunion. 1975 startete er beim KGB, 1985 war er in der damaligen DDR (Deutsche Demokratische Republik) tätig. In Dresden sollte er Leute anwerben, die mit dem russischen Geheimdienst zusammenarbeiten wollten. Ebenso spionierte er in Zeiten des Kalten Krieges gegen die NATO. Er lernte die deutsche Sprache, die er bis heute beherrscht und er entwickelte sich zu einem russischen Wirtschaftsspion.

Nach der Schule blieb er in Leningrad und studierte Jura. Nach dem abgeschlossenen Studium machte er beim KGB (Komitee für Staatssicherheit) Karriere, beim Geheimdienst der Sowjetunion. 1975 startete er beim KGB, 1985 war er in der damaligen DDR (Deutsche Demokratische Republik) tätig. In Dresden sollte er Leute anwerben, die mit dem russischen Geheimdienst zusammenarbeiten wollten. Ebenso spionierte er in Zeiten des Kalten Krieges gegen die NATO. Er lernte die deutsche Sprache, die er bis heute beherrscht und er entwickelte sich zu einem russischen Wirtschaftsspion.

Putins Start im Moskauer Kreml

Putins Vorgesetzter Sobtschak scheiterte bei den Wahlen 1996, woraufhin Putin seine Stellung verlor. Durch einflussreiche Freunde bekam er nach kurzer Zeit einen Posten im Moskauer Kreml, kam dadurch in die Nähe des russischen Präsidenten Boris Jelzin. 1998 machte dieser Putin zum Leiter des Inlandsgeheimdienstes FSB und Vorsitzenden im nationalen Sicherheitsrat. Ein Jahr später stieg Putin zum Ministerpräsidenten auf und wurde zum zweiten Mann in Russland hinter Jelzin.

In der Nacht der Jahrtausendwende trat Boris Jelzin als erstes demokratisch gewähltes Staatsoberhaupt Russlands überraschend zurück. Gemäß der Verfassung wurde Putin zum Nachfolger ernannt. Innenpolitisch trat er als Hardliner auf, bekämpfe die Korruption im Land und versprach die Wiederherstellung der Ehre und Würde Russlands. Den Untergang der Sowjetunion bezeichnete er später als "größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts".

Im Tschetschenien-Konflikt präsentierte sich Putin als starker Mann Russlands, der keine Kompromisse duldet. Im Jahr 2000 gab es mehrere Bombenanschläge in großen russischen Städten. Putin machte tschetschenische Separatisten dafür verantwortlich, erklärte ihnen den Krieg und ging militärisch gegen den Nordkaukasus vor. Dies kam bei seinen Landsleuten offenbar gut an: Nachdem er ohne Wahl an das Präsidentenamt gelangt war, wurde er bei der folgenden Präsidentschaftswahl 2000 mit 53 Prozent in seinem Amt bestätigt. Laut "Statista" liegen die Zustimmungswerte in Russland für Putin seit seiner Machtübernahme 2000 stetig um die 75 Prozent – im Jahr 2022 bewegten sich die Zustimmungswerte oberhalb der 80-Prozent-Marke.

Erfolge in der Außenpolitik: Putin als starker Mann

Ziel Putins war es immer, den Macht- und Einflussbereich Russlands auszudehnen – und zwar weltweit. In der westlichen Welt war Putin zu dieser Zeit hoch angesehen und galt als pro westlich. Er hielt daher im September 2001 eine Rede im Deutschen Bundestag – zu großen Teilen auf Deutsch. Von einer guten Zusammenarbeit zwischen Russland und Europa sprach der damals 48-Jährige, im Wortlaut: "Ich bin überzeugt: Wir schlagen heute eine neue Seite in der Geschichte unserer bilateralen Beziehungen auf und wir leisten damit unseren gemeinsamen Beitrag zum Aufbau des europäischen Hauses."

Einer der größten außenpolitischen Erfolge Putins: Die Aufnahme in die G7-Staaten, die durch die Aufnahme Russlands zu G8 erweitert wurden. Im Sommer 2000 nahm Putin erstmals an der Seite von Gerhard Schröder, Bill Clinton und Co. am Treffen der wichtigsten Industrieländer teil. 2002 empfing Putin den damaligen US-Präsidenten George W. Bush in Moskau – es wurde der größte Abrüstungsvertrag der Geschichte unterzeichnet. Die Bundesregierung in Deutschland sahen den Vertrag als wichtigen Schritt der atomaren Abrüstung, wie der "Spiegel" berichtete. In seiner zweiten Amtszeit als Präsident von 2004 bis 2008 baute Putin seine Macht aus, insbesondere im eigenen Land. Vom ehemaligen deutschen Kanzler Gerhard Schröder wurde er hoch angesehen und bei "Beckmann" in der ARD als "lupenreinen Demokraten" bezeichnet.

Erneute offizielle Machtübernahme ab 2012

Von 2008 bis 2012 stellte Putin den Ministerpräsidenten, ehe er im Anschluss daran zu einer erneuten Amtszeit als Staatspräsident der Russischen Föderation gewählt wurde. Präsident war in diesen vier Jahren Putin-Anhänger Dimitri Medwedew – der amtierende Ministerpräsident, also Putin, war allerdings derjenige, der die Entscheidungen traf und de facto die Macht im Staat hatte. Das politische System in Russland bekam mehr und mehr autoritäre Züge. Jens Siegert, der damalige Leiter des Länderbüros Russland der Heinrich Böll Stiftung in Moskau, analysierte die Situation in Russland im Herbst 2012 als "grundlegender Strategiewechsel Putins" ein. Siegert weiter: "Putin wandelt sich zum Präsidenten einer konservativen, antiwestlichen, in großen Teilen vor- oder antimodernen Mehrheit. Der Minderheit drohen politische Repressionen."

Seit der erneuten offiziellen Machtübernahme 2012 wurde Putins politische Karriere von vielen oppositionellen Protesten begleitet, die er mit heftigen Mitteln zu unterbinden versuchte. Sehr prominent ist der Fall Nawalny: Der Kreml-Gegner Alexej Nawalny wurde 2020 vergiftet, mutmaßlich vom russischen Geheimdienst. Zu diesem Zeitpunkt war der russische Oppositionspolitiker der gefährlichste Gegenspieler von Putin. Später wurde er in Russland verhaftet – Stichwort politische Repressionen.

Auch die außenpolitische Verschlechterung der Beziehungen zum amerikanisch geführten Westen war zu beobachten. 2014 drang Russland militärisch auf die ukrainische Halbinsel Krim und besetzte sie. Der damalige US-Präsident Barack Obama nahm diesen Angriff Russlands auf die Ukraine zum Anlass, Russland als "Regionalmacht, die einige ihrer Nachbarn bedroht" zu bezeichnen. Eine herbe Aussage gegenüber Putin, der sich zur Hauptaufgabe gemacht hatte, Russland wieder als Weltmacht zu etablieren.

Ein weiterer Überfall auf die Ukraine

Auf die erzwungene Eingliederung der Schwarzmeerhalbinsel Krim folgte am 24. Februar 2022 der russische Angriffskrieg auf die Ukraine. Diese Invasion wurde, wie auch schon die Annexion der Krim, von vielen westlichen Ländern als völkerrechtswidriges Verbrechen verurteilt. Die NATO und die EU beschlossen daraufhin umfangreiche Sanktionen gegen Russland und lieferten zudem Waffen an die Ukraine zur Verteidigung.

Gut möglich, dass das Tischtuch zwischen Putin und den westlichen Mächten dadurch endgültig zerschnitten wurde. Politikwissenschaftler beschrieben das Russland unter Putin als eine Demokratie, die gelenkt wird und ein politisches System, das mehr und mehr entdemokratisiert wurde. Diese Transformation ging stark mit der Kontrolle und Übernahme der russischen Medien einher. Diese Apparate werden von Putins Regierung nach wie vor genutzt, um die Rufe seiner Gegner schnell wieder verstummen – oder gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Putin wurde sukzessive zu einer der mächtigsten und prominentesten Personen auf dem Globus. Er hat sich der westlichen Welt zugewandt, er kehrte sich von der westlichen Welt wieder ab. Dem öffentlichen Bild nach lässt er keine anderen Stimmen zu. Personen, Parteien und Gruppen, die nicht seiner Meinung sind, werden im eigenen Land offenbar klein gehalten. Über die Motivation Putins lässt sich mutmaßen. Was sicher ist: Er ist ein Mann, der öffentlich wohl keine Schwäche zulässt. Als starker Mann und Anführer aufzutreten, scheint ihm das Wichtigste zu sein.

Fragen und Antworten zu Wladimir Putin:

  • Wie reich ist Wladimir Putin?

Schätzungen über Putins Vermögen reichen bis zu 200 Milliarden US-Dollar.

  • Mit wem ist Putin verheiratet und hat er Kinder?

Putins Ex-Frau heißt Ljudmila Putina. Mit ihr hat er wohl zwei Töchter: Maria und Katerina.

  • Wer ist der Vater von Wladimir Putin?

Laut Putins Autobiografie ist er der Sohn von Wladimir Spiridonowitsch Putin.

Verwendete Quellen: