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Die Vereinigten Staaten und Südkorea haben mit dem größten je gemeinsam ausgeführten Luftwaffenmanöver zu Übungszwecken begonnen. Hunderte Flieger, darunter zwei Dutzend Tarnkappenflugzeuge, sollten bei der am Montag gestarteten insgesamt fünf Tage dauernden Operation eingesetzt werden. Das südkoreanische Verteidigungsministerium erklärte, das Manöver namens Vigilant Ace («wachsames Ass») werde die Fähigkeiten in Kriegszeiten verbessern.

Die Maßnahme folgt auf den nordkoreanischen Test einer Interkontinentalrakete vor einer Woche, die Ziele auf dem US-Festland treffen kann. Es handelte sich bei dem Geschoss um das technisch wohl am Weitesten entwickelte Modell, das Pjöngjang bisher getestet hat. Neben Kampfflugjets der Reihe F-22 und F-35 sollten südkoreanischen Medienangaben zufolge auch US-Langstreckenbomber des Modells B-1B zum Einsatz kommen. Das bestätigten offizielle Stellen nicht. An dem Manöver auf der Koreanischen Halbinsel sind rund 12 000 US-Militärangehörige beteiligt.

Nordkoreanische Staatsmedien kritisierten, die Übung bringe die Koreanische Halbinsel an den Rand eines Nuklearkrieges. Eine solche Rhetorik ist in Pjöngjang üblich - die regelmäßigen Manöver werden als Vorbereitung für eine Invasion betrachtet.

Krieg rückt immer näher

Dennoch hatte der führende republikanische Senator Lindsey Graham am Sonntag gesagt, die US-Armee solle zum Militär gehörige Familien aus Südkorea holen, da der Konflikt mit Nordkorea näher komme. Der Nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus, Herbert Raymond McMaster, sagte, US-Präsident Donald Trump werde auf die Krise mit Nordkorea reagieren, indem «wir von unserer Seite aus mehr tun». Trump habe erklärt, er werde Nordkorea nicht erlauben, die Vereinigten Staaten zu bedrohen.