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Im US-Präsidentschaftswahlkampf ist die Zeit der mit Spannung erwarteten TV-Debatten gekommen. Amtsinhaber Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden treffen am Dienstag (3.00 Uhr MESZ am Mittwoch) in der Stadt Cleveland aufeinander. Die sechs Themen wurden bereits vor einer Woche festgelegt.

Der Bericht der "New York Times" über die Finanzen von Donald Trump, der aktuell die Gemüter erhitzt, dürfte es also eher auf Umwegen in das rund 90-minütige TV-Duell schaffen.

Allerdings könnte zumindest ein Thema Biden Gelegenheit bieten, Trump nach niedrigen Steuerzahlungen und angeblichen Schulden von 421 Millionen Dollar (etwa 360 Millionen Euro) zu fragen: die persönliche Bilanz der Kandidaten.

Weiterer aktueller Punkt: die Neubesetzung am Obersten Gericht. Trump hat die konservative Juristin Amy Coney Barrett als Nachfolgerin der verstorbenen Liberalen-Ikone Ruth Bader Ginsburg nominiert. Biden fordert, dass erst der Sieger der Präsidentenwahl am 3. November den Posten besetzen soll.

Themen sind Corona, Sicherheit der Wahlen, die Lage der US-Wirtschaft 

Moderiert wird die Debatte vom Fernsehjournalisten Chris Wallace. Der 72-Jährige steht aktuell für den Trump-freundlichen Sender Fox News vor der Kamera, war aber zuvor lange bei NBC und ABC im Einsatz. Sein Ziel sei, so "unsichtbar wie möglich zu sein", sagte Wallace am Sonntag. Er wolle die Kandidaten dazu bringen, über die zentralen Themen zu diskutieren - "damit die Leute zuhause ein Gefühl dafür bekommen, warum sie für einen von ihnen stimmen wollen".

Weitere Themen sind die Corona-Krise, die Sicherheit der Wahlen, die Lage der US-Wirtschaft und die Ausschreitungen in Städten am Rande von Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt. Ihre Botschaften dazu haben beide Kandidaten in den vergangenen Wochen bereits oft verbreitet. Spannender dürfte werden, wie beide in dem TV-Duell miteinander umgehen. Trump nannte Biden oft "schläfriger Joe". Er behauptete, dass der 77-Jährige schon zu besten Zeiten nicht besonders schlau gewesen sei und sorgte für Lacher bei seinen Fans mit dem Spruch: "Er weiß gar nicht, dass er lebendig ist."

Doch nach Medienberichten vermuten einige in Trumps Wahlkampfteam, dass der 74-jährige Präsident seinem Gegenspieler damit einen Gefallen getan hat. Er legte die Planke so tief, dass Biden die Trump-Anhänger schon mit minimalen Anstrengungen übertreffen kann. Trump ruderte in den vergangenen Tagen zurück: Biden sei ein Profi, das seit Jahrzehnten in Debatten erprobt sei ("Im Senat tun sie nichts anderes.") Er dagegen habe eher wenig Erfahrung mit so etwas.