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Das Wichtigste in Kürze:

  • Olaf Scholz warnt bei der Weltklimakonferenz vor einer "Renaissance der fossilen Energien"
  •  Außerdem verspricht er weitere Finanzmittel.
  • Der Kanzler fordert "entschlossene Taten" für den Klimaschutz.

Bundeskanzler Olaf Scholz kündigte bei der Weltklimakonferenz in Ägypten am Montag (7. November) an, 170 Millionen Euro für einen neuen Schutzschirm für Klimarisiken zur Verfügung zu stellen. Das Entwicklungsministerium teilte mit, dass die Gelder für den Schutz der Regenwälder in Zentralafrika oder Südamerika um eine Milliarde Euro bis 2025 aufgestockt werden. Beides wird aus den jährlichen Mitteln für den Kampf gegen den Klimawandel finanziert, die bis 2025 von 5,3 auf sechs Milliarden Euro steigen sollen.

Scholz betont Bedeutung von Klimaschutz

In seiner Rede warnte Scholz auch vor einer "Renaissance der fossilen Energien" wie Öl, Gas und Kohle. "Für Deutschland sage ich: Es wird sie auch nicht geben." Der Kanzler bekräftigte das Ziel, dass Deutschland bis 2045 klimaneutral werden soll. Das bedeutet, dass der Ausstoß von klimaschädlichen Gasen und vollständig durch deren Aufnahme etwa in Böden, Wäldern oder Ozeanen ausgeglichen wird.

"Nicht weniger, sondern mehr Tempo, mehr Ehrgeiz, mehr Zusammenarbeit beim Umstieg auf erneuerbare Energien lautet das Gebot unserer Zeit", betonte Scholz. "Unseren entschlossenen Bekenntnissen zum Klimaschutz müssen ebenso entschlossene Taten folgen."

Schutzschirm zur Abfederung von Klimarisiken

Bei der Weltklimakonferenz in Glasgow hatte Deutschland im vergangenen Jahr insgesamt eine Milliarde Euro für den globalen Waldschutz im Zeitraum von 2021 bis 2025 zugesagt. Dieser Betrag wird nun auf zwei Milliarden Euro verdoppelt.

Der Schutzschirm zur Abfederung von Klimarisiken soll in der zweiten Woche der Klimakonferenz offiziell gegründet werden. Das Büro dafür soll in Frankfurt am Main entstehen, die 170 Millionen Euro sind eine Anschubfinanzierung. Die Mittel sollen besonders stark vom Klimawandel betroffenen Ländern zugute kommen. Dazu werden nach Angaben der Bundesregierung inzwischen 57 Länder gezählt.

Scholz versicherte, dass Deutschland "ohne Wenn und Aber" aus den fossilen Energien aussteigen werde. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und die damit verbundene Abkopplung von russischen Gaslieferungen hat dazu geführt, dass die deutschen Kohlekraftwerke länger am Netz bleiben und die Bundesregierung die Erschließung von Gasfeldern zum Beispiel in Afrika fördern will.

Kanzler erwartet "robustes Arbeitsprogramm" zur Emissionsminderung

Scholz betonte dennoch, dass die Umstellung auf erneuerbare Energien sei "nicht nur ein Gebot vorausschauender Klima-, Wirtschafts- und Umweltpolitik, sondern auch ein sicherheitspolitischer Imperativ", so der Kanzler. "Für uns ist klarer denn je: Die Zukunft gehört Windkraft, Solarenergie und grünem Wasserstoff."

Als Ziel für die Konferenz in Scharm el Scheich gab Scholz an, dass sich dort versammelten rund 200 Länder auf "ein robustes Arbeitsprogramm zur Emissionsminderung" verständigen. Es müsse konkrete Schritte enthalten, um den bestehenden Rückstand auzuholen.

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa