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Das Wichtigste in Kürze:

  • Putin hat seinen "Bluthund", den Tschetschenen Kadyrow, zum Generaloberst ernannt.
  • Experten halten eine Eskalation des Krieges nun für immer wahrscheinlicher.
  • Zuvor hatte Kadyrow angekündigt, seine drei Teenager-Söhne in den Krieg zu schicken.

Der berüchtigte Chef der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, hat Russlands Präsident Wladimir Putin nach seiner Beförderung zum Generaloberst seine Solidarität versichert. Das tschetschenische Volk werde die Politik des Staatsoberhauptes überall auf der Welt voll und ganz unterstützen, schrieb er am Donnerstagmorgen (6. Oktober) auf Telegram. Zuvor hatte er sich schon für den dritthöchsten militärischen Rang bedankt. Er sei dem Oberbefehlshaber "unglaublich dankbar" für die "große Wertschätzung".

Kadyrow, der für seinen brutalen Führungsstil im muslimisch geprägten Tschetschenien im Nordkaukasus bekannt ist, tat sich seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine als einer der glühendsten Kriegsbefürworter hervor. Mehrfach kritisierte er nach russischen Niederlagen die militärische Führung seines Landes scharf und forderte weitreichende Konsequenzen.

Expertin: "Putin gibt Druck der rechten Nationalisten nach"

Er steht auch schon seit langem im Ruf, russische Gesetze ohne Folgen für ihn zu umgehen. Schon mehrfach kritisierte er nach russischen Niederlagen nicht zuletzt die militärische Führung seines Landes scharf und forderte weitreichende Konsequenzen. Kürzlich sprach er sich gar dafür aus, den Einsatz von Atomwaffen mit geringerer Sprengkraft in Betracht zu ziehen.

Die frühere Russland-Korrespondentin des ZDF, Katrin Eigendorf, schrieb auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: "Mit der Ernennung von Tschetschenenführer Kadyrow zum Generaloberst gibt Putin dem Druck der rechten Nationalisten nach. Das macht eine gefährliche Eskalation des Krieges gegen die Ukraine wahrscheinlich."

In der Nacht zum Donnerstag kündigte der Tscheteschene die Entsendung weiterer seiner "Spezialeinheiten" für den Kampf in der Ukraine an: "Wir haben gute Jungs (...). Wir schicken jeden Tag unsere Freiwilligen."

Kadyrow schickt auch Söhne an die Front: "Ich scherze nicht"

Am Montag (3. Oktober) hatte Kadyrow bereits mitgeteilt, drei seiner minderjährigen Söhne in den Krieg gegen die Ukraine zu schicken. Die zwischen 14 und 16 Jahre alten Jugendlichen Achmat, Selimchan und Adam seien bereit, ihre antrainierten Kampffertigkeiten nun bei der "militärischen Spezialoperation" einzusetzen, schrieb Kadyrow auf Telegram. "Und ich scherze nicht. (...) Bald werden sie an die Front geschickt und werden sich an den schwierigsten Abschnitten der Kontaktlinie aufhalten." Dazu veröffentlichte er ein Video, das seine Söhne bei Schießübungen zeigt.

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