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Die Bundesregierung will Anfang Dezember wieder afghanische Flüchtlinge zurück in ihr Heimatland abschieben. Das bestätigten gut informierte Quellen aus Flüchtlingsaktivistenkreisen. Der Flug soll am 6. Dezember aus Frankfurt am Main starten. Wie viele Menschen an Bord sein werden, blieb zunächst unklar. Es bestehe weiter eine Obergrenze von 50 Passagieren, sagte ein Mitarbeiter der Organisation Pro Asyl. Vermutlich seien aber weniger an Bord.

Im Oktober und September hatten Bund und Länder 14 bzw. 8 Afghanen abgeschoben. Bisher hat Deutschland mit sieben Sammelabschiebungen seit Dezember 2016 insgesamt 128 Männer nach Afghanistan zurückfliegen lassen.

Verschärfter Konflikt

Abschiebungen nach Afghanistan sind umstritten, weil sich dort der Konflikt zwischen der Regierung und den islamistischen Taliban, aber auch der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) drastisch verschärft.

Nach Informationen des Magazins «Der Spiegel» soll am gleichen Tag ein Abschiebeflug nach Pakistan starten. Quellen aus dem Immigrationsbüro der pakistanischen Bundeskriminalpolizei (FIA), die als Teil des Innenministeriums für Abschiebungen zuständig ist, sagten, sie hätten von dem Flug bisher noch nichts gewusst, würden aber manchmal erst kurz vorher informiert. Ihren Angaben zufolge wäre es der erste eigenständige Abschiebeflug aus Deutschland. Bisher seien von dort abgeschobene abgelehnte Asylbewerber nur mit von der EU organisierten Sammelflügen zurückgebracht worden.

Zahl der Abschiebungen fast verdoppelt

Das Bundesinnenministerium kommentiert anstehende Abschiebungen nicht. Laut Ministerium hat Deutschland die Zahl der Abschiebungen nach Pakistan 2017 im Vergleich zu 2016 fast verdoppelt. Bisher seien in diesem Jahr 149 Pakistaner zurückgeschickt worden. 2016 habe es 81 Abschiebungen gegeben, 2015 insgesamt 22.

In Deutschland lebten den Angaben zufolge Ende Oktober 73 042 pakistanische Staatsangehörige. Davon seien 8796 ausreisepflichtig. Die Zahl der Asylsuchenden und der formellen Asylanträge ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr stark zurückgegangen.

Die meisten Pakistaner werden eher als Wirtschaftsmigranten denn als schutzbedürftig angesehen. In Europa stellen sie nach Zahlen des Statistischen Amtes der EU die fünftgrößte Gruppe der Asylbewerber. Jedes Jahr verlassen Hunderttausende Pakistaner ihr Land, das eines der größten und ärmsten der Welt ist. Die pakistanische Regierung geht deshalb seit 2016 verstärkt gegen Menschenschmuggler vor.