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US-Präsident Joe Biden hat angesichts des russischen Kriegs gegen die Ukraine ein starkes Bekenntnis zum Schutz der europäischen Nato-Partner abgelegt. "Wir betrachten Artikel 5 als eine heilige Verpflichtung, und darauf können Sie sich verlassen", sagte Biden am Samstag in Polen. In der Ukraine wurde vielerorts weiter gekämpft. Die Stadt Lwiw nahe der Grenze zum Nato-Land Polen meldete einen Luftangriff. Augenzeugen berichteten von drei schweren Explosionen am Stadtrand. In der Stadt leben auch rund 200.000 Kriegsflüchtlinge. In Deutschland fordert die Opposition immer lauter einen Importstopp für russische Energien.

Riesige Flüchtlingswelle nach Polen

Biden sagte bei einem Treffen mit Polens Präsident Andrzej Duda, der russische Präsident Wladimir Putin habe wohl damit gerechnet, die Nato spalten zu können. Dazu sei er aber nicht in der Lage gewesen. Nach Artikel 5 des Nato-Vertrags leisten sich alle 30 Bündnisstaaten Beistand, falls einer von ihnen angegriffen wird. Der US-Präsident dankte auch für die Aufnahme von Ukraine-Flüchtlingen in Polen - dort sind inzwischen nach offiziellen Angaben knapp 2,3 Millionen Menschen angekommen. In Deutschland waren offiziell rund 260.000 registriert.

Ausgangssperre für Kiew

Biden nannte Putin in Polen einen "Schlächter" - auf Englisch "butcher". Der russische Präsident hatte am 24.2. den Angriff auf die Ukraine gestartet. Inzwischen haben russische Truppen zwar Teile des Nachbarlands im Norden, Osten und Süden unter Kontrolle. Ukrainische Streitkräfte leisten jedoch Gegenwehr und treiben russische Truppen wohl auch teilweise zurück, so etwa in der südukrainischen Stadt Cherson und in der Umgebung von Kiew.

Der ukrainische Heeres-Stabschef Olexander Grusewitsch warnte aber, ein russischer Angriff auf die Hauptstadt sei immer noch möglich, dort ziehe Russland starke Kräfte zusammen. Bürgermeister Vitali Klitschko ordnete für Kiew eine Sperrstunde ab Samstagabend an.