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Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat ihre Nachfolge-Bewerber Norbert Röttgen und Friedrich Merz kritisiert und deren Kanzlerfähigkeit indirekt infrage gestellt. Röttgen hatte am Donnerstag seinen Vorschlag für einen Mitgliederentscheid über den Parteivorsitz erneuert. Merz machte am Freitag die Benennung der Leiterin seiner Bewerbungskampagne, der hessischen CDU-Bundestagsabgeordneten Patricia Lips, bekannt.

"Die Kandidaten, die sich für den Parteivorsitz bewerben, werden auch unter dem Gesichtspunkt betrachtet werden, ob sie kanzlerfähig sind", sagte Kramp-Karrenbauer der "Welt am Sonntag". "Jeder muss selbst entscheiden, welchen Fragen er Priorität einräumt."

"Erst das Land"

Dann fügte sie hinzu: "In einer Lage, in der das gesamte Land gezwungen ist, seine Schulen zu schließen, als allererstes daran zu denken, wie die CDU jetzt schnellstmöglich die Kandidatenfrage löst oder Kampagnen-Managerinnen vorzustellen, mag eine Priorität sein. Meine wäre es nicht." Nun müsse gelten: "Erst das Land, dann die Partei und dann die Person."

Wann der CDU-Parteitag mit der Wahl ihres Nachfolgers stattfinde, sei gegenwärtig von geringer Bedeutung, sagte Kramp-Karrenbauer. "Angesichts der Corona-Lage ist das eine Frage, die die Menschen nicht interessiert. Ich führe meine Partei als Vorsitzende mit ganzer Kraft, bis der Nachfolger oder die Nachfolgerin gewählt ist." Sie verneinte die Frage, ob sie ihren Rückzug auch dann angekündigt hätte, wenn sie gewusst hätte, wie heftig die Corona-Krise wird: "Nein. Ich hätte damit gewartet."