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In Deutschland glauben offenbar immer mehr Menschen an Wladimir Putins Verschwörungserzählungen. Das berichtet das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND) unter Berufung auf das Center für Monitoring, Analyse und Strategie (Cemas). Demnach glauben 18 Prozent der Befragten, dass Wladimir Putin gegen eine globale Elite vorgehe. Zum Vergleich: Im April waren es noch zwölf Prozent.

Auch, dass die Ukraine zusammen mit den USA geheime Biolabore zur Herstellung von Biowaffen betreibe, glauben demnach zwölf Prozent der insgesamt 2.228 Befragten. Im April waren es noch sieben Prozent, die diese von staatlichen russischen Stellen verbreitete Behauptung als glaubwürdig einschätzten. Zudem halten 14 Prozent inzwischen die Aussage für richtig, dass die Ukraine historisch keinen eigenen Gebietsanspruch habe und eigentlich Teil Russlands sei. Dass der Krieg in der Ukraine notwendig sei, "um dort die faschistische Regierung zu beseitigen", glauben jetzt neun Prozent.

Putins Propaganda soll "das Vertrauen in die Demokratie als solche untergraben"

Auffällig sei bei allen Umfragewerten des Meinungsforschungsinstituts Bilendi & Respondi der Unterschied zwischen Ost und West. Während in Ostdeutschland jede:r Dritte der Aussage zustimmte, die Nato habe Russland so lange provoziert, dass das Land "in den Krieg ziehen musste", waren es in Westdeutschland mit 16 Prozent nur etwa halb so viele. Obendrein denken 14 Prozent der ostdeutschen Befragten, der Krieg in der Ukraine würde nur der Ablenkung von der Corona-Pandemie dienen. In Westdeutschland stimmen dem sieben Prozent zu.

Die Sozialpsychologin und Cemas-Geschäftsführerin Pia Lamberty sagte dem "RND", dass Putins Propaganda "Chaos oder Zwietracht stiften und das Vertrauen in die Demokratie als solche untergraben" solle. Desinformation sei also weder ein reines Sicherheits- noch Informationsproblem, sondern auch ein Angriff auf die Demokratie als Ganzes.

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