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Das Wichtigste in Kürze:

  • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj steht in seiner neuen Videobotschaft neben einer Kampfdrohne.
  • Er spricht von 30 russichen Angriffen allein in den vergangenen zwei Tagen und vergleicht Russland mit Nazis.
  • Trotz allem hat er den Sieg seines eigenen Landes vor Augen und spricht gar von finanziellen Entschädigungen durch Russland.

Im Video: Selenskyj bescheinigt Russland Totalversagen: "Gefühl einer Niederlage wächst"

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert inzwischen schon mehr als acht Monate. Jetzt hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Kampf seines Landes gegen Russland mit dem Widerstand gegen die Nazis im Zweiten Weltkrieg verglichen. In einem in den sozialen Medien verbreiteten Video sagte der 44-Jährige, Russland verfolge wie einst der Nationalsozialismus dieselben Ziele. "Die Form des Bösen hat sich gewandelt, aber das Wesen ist unverändert", so Selenskyj weiter. Russland sei vom Nachbarn zum Aggressor und zum Terroristen geworden - und habe sich Kriegsverbrechen schuldig gemacht.

SELENSKYJ: ZWEI TAGE, 30 ANGRIFFE

Es würden immer wieder friedliche Städte mit Bomben und Raketen beschossen, stellte Selenskyj neben einer Kampfdrohne stehend fest. Sein trauriges Fazit: Allein innerhalb der vergangenen zwei Tage habe es 30 russische Angriffe mit iranischen Drohnen gegeben, von den 23 abgeschossen worden seien. Russland vermine oder besetze Kraftwerke, stehle Getreide, um den Planeten mit Hunger zu bedrohen. Es verschleppe Menschen, darunter Kinder.

Das Böse habe sich "nach 80 Jahren wieder aus der Asche" erhoben, sagte Selenskyj mit Blick auf den Zweiten Weltkrieg und den Kampf der Ukrainer gegen die Nazis. Er beklagte, dass der Aggressor Russland seit Kriegsbeginn am 24. Februar 4.500 Raketen auf die Ukraine abgeschossen und insgesamt 8.000 Luftangriffe geflogen habe.

SELENSKYJ ERWARTET KAPITULATION, REPARATIONEN, FREIHEIT

Selenskyj zeigte sich trotz allem weiterhin zuversichtlich, dass der Eindringling kapitulieren und in die Flucht geschlagen werde. Der ukrainische Widerstand sei stark, das Land werde sich nicht brechen lassen, betonte der ukrainische Präsident. Russland werde auch Reparationen zahlen; und die besetzten Gebiete Cherson, Luhansk, Donezk und die Schwarzmeer-Halbinsel Krim würden wieder frei sein.

"Russlands einzige Taktik ist der Terror", sagte Selenskyj. Eine Niederlage des Systems von Kremlchef Wladimir Putin sei dementsprechend vorprogrammiert. Angesichts der Stromabschaltungen im Zuge der zerstörten Energieinfrastruktur meinte Selenskyj, dunkel sei nicht ein Leben ohne Licht, sondern ein Leben ohne Freiheit. Auch den harten Winter würden die Ukrainer überstehen. "Wir haben keine Angst vor der Dunkelheit."

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