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Das Wichtigste in Kürze:

  • Deutschland und der Iran bestellen gegenseitig die Botschafter ein.
  • Die Islamische Republik wirft der Bundesrepublik Unterstützung der Demonstranten vor.
  • Bei den Protesten sollen weiter Menschen sterben.

Die Fronten zwischen Deutschland und dem Iran verhärten sich. Am Donnerstag (27. Oktober) bestellten die Länder gegenseitig ihre Botschafter ein. Zunächst berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna, die Islamische Republik habe den deutschen Botschafter in Teheran, Hans-Udo Muzel, einbestellt.

Botschafter einbestellt: Iran wirft Deutschland Unterstützung von Protesten vor

Als Grund wurde die Ankündigung von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock angeführt, härter gegen den Iran vorzugehen. Sicherheitskräfte gehen in dem Land gewaltsam gegen Demonstranten vor. Zudem wirft die Führung in Teheran der Bundesrepublik vor, die seit Wochen anhaltenden systemkritischen Proteste zu unterstützen. Kurze Zeit später bestätigte das Auswärtige Amt in Berlin, dass auch der iranische Botschafter zum Gespräch zitiert wurde. Die Einbestellung von Botschaftern gilt als scharfe Form des diplomatischen Protests.

Baerbock hatte am Mittwoch gesagt, es könne "kein 'Weiter so' in den bilateralen Beziehungen" geben. Über die auf EU-Ebene beschlossenen Sanktionen hinaus sollen demnach zusätzliche nationale Einreisebeschränkungen verhängt werden. Die ohnehin eingeschränkten Wirtschaftskontakte sollen weiter reduziert werden. Vor allem sollen noch bestehende Geschäftsbeziehungen iranischer Banken auf den Prüfstand kommen.

Iran: Demonstranten wollen wohl staatliche Gebäude besetzen

Im Nordwesten des Irans versuchten Demonstranten unterdessen offenbar, Gebäude von staatlichen Behörden zu besetzen. In den sozialen Medien kursieren Videos, die Szenen aus der kurdischen Stadt Mahabad zeigen sollen. Unklar war zunächst, ob die Demonstranten - wie behauptet - auch das Büro des Gouverneurs besetzen konnten. Auch von Schüssen war die Rede. Die Videos ließen sich nicht verifizieren.

Die Menschenrechtsorganisation Hengaw mit Sitz in Oslo, die Kontakte in die Region unterhält, berichtete über Zusammenstöße mit Sicherheitskräften. Dabei soll in Mahabad mindestens ein Demonstrant getötet worden sein.

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa